Ganz großes Kino: Ein Mann, den sie Bert nannten
Ein Western der Sesamstraße Sonderklasse
Nachdem es in letzter Zeit in puncto sehenswerte Kinoproduktionen relativ ruhig geworden ist, möchte ich heute alle Kinofans wieder einmal auf ein besonderes cineastisches Highlight aufmerksam machen. Denn endlich läuft der mit Sehnsucht erwartete Streifen “Ein Mann, den sie Bert nannten” auch in den deutschsprachigen Kinos an. Ich muss zugeben, dass ich seit dem Katastrophenfilm “The After - Voll im Arsch“, dem actiongeladenen Streifen mit Suspense-Elementen “Die Mumie fährt zurück“oder
natürlich auch dem wunderbaren Abenteuerfilm “Onan the Barbapapa” nicht mehr in den Kinosessel gefurzt habe. Was aber, wie bereits gesagt, daran, dass es über keine sehenswerten Kinoproduktionen zu berichten gab. Doch das soll sich nun schlagartig ändern.
Denn mit dem bereits erwähnten Western kommt endlich wieder ein Film in die Kinos, den anzuschauen sich auf alle Fälle lohnt. “Freie Zeit“, der Blog für abgebrochene Zelte und zellförmige Verbrechen, vergleicht den Streifen sogar mit “Der Junge mit der Mundharmonika” und stellt ihn auf eine Stufe mit “12 Uhr Mittagspause”. Nun, so weit möchte ich jetzt nicht gehen, doch mit “Ein Mann, den sie Bert nannten” findet nach langer Zeit wieder der klassische Western dorthin zurück, wo er herkam. Woher er kam, kann ich im Moment zwar nicht genau sagen, doch mit aller Wahrscheinlichkeit dürfte dies aus westlicher Richtung gewesen sein, da es ansonsten wohl Ostern heißen würde. Nun aber zum Inhalt des von Regisseur Ernie Silverlocke gedrehten Streifens.
Der ausgestopfte Aristokrat Lord Long Dong John Vollesrohr wird eines Tages, als er gerade mit seinem Pferd bei Rot an einer Ampel in der Prärie steht, von Indianern vom Stamme der Golden Delicious gefangengenommen. Zunächst muss er als Hausdiener für Häuptling Elender Wurm Stich dessen Haushalt führen und das Tipi mit seiner Winchester tiptop in Schuss halten. Und weil der Name Lord Long Dong John Vollesrohr für die geschlauchten Rothäute und die schlauchlosen roten Bräute viel zu unaussprechlich ist und sie immer Lert Lert Dert Jert Vertrohrbert sagen, geben sie ihm der Einfachheit den Namen Bert. Ernie, ein anderer Gefangener des Stammes, der eigentlich vor hatte, bei nächstbester Gelegenheit zu fliehen, weil er in seiner Heimat noch einige nächstbeste Angelegenheiten zu erledigen hatte, beschließt daraufhin aus lauter Nächstenliebe und weil sonst eh keiner da ist, Bert die Titten und Schläuche des Volkes beizubringen. Und je mehr Titten und Schläuche er sieht, umso schöner findet es Bert in der Prärie. Also beschließt er irgendwann, an der Ampel, an der er selbst gefangen wurde, zwei feindlichen Schläuche vom Stamme der Birne Helene, welche ohne Titten durch das Grasland fuhren, zu töten. Daraufhin wird er endlich selber ein Schlauch vom Stamme der Golden Delicious, muss aber in einer besonders schmerzhaften Zeremonie innerhalb von vier Stunden zwei Äpfel schälen, ohne sich in den Finger zu schneiden.
Bert, der zwar am zarten Marterpfahl mit hartem Stuhl zu kämpfen hat und zwischenzeitlich 18 Mal ins Gebüsch austreten und dabei ohne Deckung niedersitzen muss, schafft die Prüfung jedoch in letzter Minute und darf zur Belohnung die Schwester von Häuptling Elender Wurm Stich, die ganz entzückende rote Braut Bockendes Reh ehelichen. Nachdem aber bei einem heimtückischen Überfall durch den Stamm der Schienbeinschoner der Häuptling Elender Wurm Stich sowie das von Bert beim gemeinsamen Geschlechtsverkehr sich bückende Bockende Reh, welches ab sofort Geschwängertes Bückendes Bockendes Reh gerufen wurde, durch ein versehentlich ausgegrabenes Kriegsbeil getötet werden, nimmt Bert furchtbare Rache an den Schienbeinschonern. Und weil ihm danach furchtbar langweilig ist und er kein neues Hockendes Reh zum Bocken bekommt, geht er wieder zurück in die Sesamstraße, wo er sich mit seinem schwulen Freund Ernie, der sich mittlerweile vom unbefriedigten Krümelmonster getrennt hat (”Freie Zeit“, der Blog für gleichgeschlechtliche Stoffpuppen und gelegentlich schlechten Stoff, berichtete über die Hochzeit des Jahres exklusiv unter “Neues aus der Sesamstraße: Ernie heiratet Krümelmonster“), auf einen flotten Zweier einlässt, von dem er sich aber so schnell nicht erholt, weil Ernie ihm einen nach dem anderen runterholt.
Fazit: “Ein Mann, den sie Bert nannten” ist ein Western, den Sie auf alle Fälle gesehen haben sollten. Atemberaubende Landwirtschaftsaufnahmen wechseln sich mit beinharter Action ab. Besonders die Szenen mit den Schienbeinschonern sind wadenbeinmäßig gut gelungen, doch auch der Rest vom Schützenfest hat eine ganze Menge zu bieten. Hauptdarsteller Richard “Richie” Haarriss geht teilweise wirklich bis an seine Schmerzgrenze und macht aus dem Film einen Leckerbissen, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten.
Prädikat: Besonders schmerzvoll!






