Johann “Hänsel” Gräte und Margarethe “Gretel” Henschel heiraten
Die Langzeitverlogenen geben ihre Vermählung bekannt
Was lange währt, wird endlich gut, könnte man durchaus im Falle der beiden sagen, welche sich endlich entschlossen haben, im Hafen der Ehe Schiffbruch zu erleiden und nicht mehr wild und ohne Trauschein in der Gegend und im finsteren Wald herumzuvögeln. Denn wie “Freie Zeit“, der Blog für märchenhafte Durchfälle und durchtriebene Märchenpärchen, jetzt aus erster Hand erfahren hat, geben sich Johann “Hänsel” Gräte und Margarethe “Gretel” Henschel am nächsten Samstag im Holzbackofen von Bauer Alfons und seiner Sau das “Ja,
vielleicht“-Wort. Die Märchenhochzeit des Jahrhunderts dürfte damit unter Dach und Fach sein.
Margarethe “Gretel” Henschel geb. Wünschelrute, ein knuspriges Mädchen in den End-Hundertzwanzigern, ist schon ganz aus dem Häuschen, wie sie gegenüber “Freie Zeit“, dem Blog für entsetzte Hausbesitzer und untersetzte Hausbesetzer, gestand. “Ich freue mich natürlich rieschig, dasch mich endlich der Hänschel letschte Woche gefragt hat, ob ich endlich scheine Frau werden möchte. Esch ischt ein herrlicher Augenblick gewesen, wie er mich erscht schum wilden Schex überredet hatte und danach hat er mir schogar dasch Du angeboten. Isch war scho wasch von hin und weg, alsch er nicht mehr Schie schu mir schagte, schondern scho schärtlich Du insch Ohr flüschterte.” Frau Henschel, die eigentlich Hensel heißt und eine geborene Wünselrute ist, aber aufgrund eines angefrorenen Sprachfehlers irrtümlich von allen als Frau Henschel geborene Wünschelrute angesprochen wird, steht das Glück förmlich in die Augen geschrieben. Aus diesem Grund wollten wir natürlich wissen, ob Frau Henschel, welche aller Voraussicht den Namen ihres Mannes Johann Gräte annehmen wird und damit in Zukunft Margarethe “Gretel” Gräte heißen wird, wobei Herr Johann “Hänsel” Gräte sich entschlossen hat, den Namen seiner Zukünftigen zu tragen und nach der Trauung als Johann “Hänsel” Hensel zusammen mit seiner Angebeteten Margarethe “Gretel” Gräte den Holzbackofen verlassen wird, der Hochzeit ruhigen Gewissens entgegenblickt.
“Frau Hensel, Sie werden jetzt Ihren geliebten Hänsel heiraten. Ich möchte jetzt nicht in Ihrem Privatleben rühren, aber unsere vielen Leserinnen und den einen Leser interessiert natürlich schon, was man über Ihren Zukünftigen so hört. Es heißt ja, dass Johann Gräte nicht gerade sehr keusch lebt und desöfteren mit reiferen Damen gesehen wird, welche scheinbar und gerüchtehalber mehr als nur den großen Johann von Flöte aus der Nähe kennen. Immerhin wurde Ihr Zukünftiger erst unlängst nach einem flotten Dreier im Zweireiher beim Reihern gesehen. Wie gesagt, ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, zumindest nicht vor laufenden Kameras, aber immerhin heiraten Sie ja einen stadtverwanzten Schwerenöter.“
Frau Hensel, spätere Gräte und frühere Wünselrute, ist für einige Augenblicke still und überlegt, wie sie das folgende in die richtigen Worte fassen soll. Dann erklärt sie mit leiser, aber klarer Stimme: “Scho ein Blödschinn. Dasch ischt allesch erschtunken und erlogen. Der Hänschel ischt ein gansch ein Braver. Gut, schu diescher Hexsche geht er schwar öftersch, aber auch nur, weil er dort den Raschen mäht und scho kleinere Reparaturarbeiten im Hausch macht. Ersch geschtern hat er mir schogar geschagt, bevor er gegangen ischt, dasch er heute ein schiemlich groschesch Rohr bei ihr verlegen musch. Er ischt ja gelernter Inschtallateur, alscho kennt er schich bei schowasch beschtensch ausch. Auscherdem hab ich mich geschtern mit den beschagten Damen schum Eschen getroffen und da haben wir alle Probleme ausch der Welt geschafft. Dasch schind auschgeschprochen entschückende Mädelsch. Wir haben unsch auf Anhieb gut verschtanden und schind eigentlich gansch warm miteinander geworden. Mir wird gansch warm umsch Hertsch, wenn ich an den geschtrigen Tag denke. Diesche ältere Dame hat mir schogar etwasch geschtrickt, wasch ich schofort verwenden konnte. Nein, alscho scho liebe Mädelsch waren, alscho schind dasch. Ich mach mir da überhaupt keine Schorgen mehr, dasch mein Hänschel da noch mal schwach wird. Schind schwar gansch heische Feger, aber da mach ich mir nicht die geringschten Schorgen.“
“Freie Zeit“, der Blog für Schinken-Schalami-Pitscha und knuschprige Ente schüsch-scharf wünscht dem Brautpaar natürlich alles Gute für die Zukunft und freut sich jetzt schon auf die Hochzeitsgäste, wenn denn noch welche übrig sind.





