Freie Zeit, freie Meinung, freie Gedanken

8.3.2012

Pink University: Runter mit der rosaroten Brille

Abgelegt unter: Frei-Zeit — Paul Boegle @ 19:42


Wer möchte denn nur fürs Leben lernen?

Die entscheidende Größe für den Unterricht ist und bleibt die Lehrerin und selbstverständlich auch der Herr Professor. Sagt frau und man(n) so schön, ohne großartig darüber nachzudenken, dass Frau und Mann oftmals schon diesen lernenden Kinderschuhen entwachsen sind und eben nicht mehr dort Platz haben, wo diese entscheidende Größe auf zwei Beinen mit kratzendem Kreideschwung seltsame Zeichen in Form von solch kryptischen Zeichen wie untenstehend an die Tafel schreibt und die vor der Tafel Sitzenden mit knirschenden Zähnen diesem kratzenden Treiben völlig zerknirscht und an sich kratzenden Köpfen auf zappelnden Beinen folgen, ohne eigentlich zu wissen, warum soviel Lärm um Nichts denn überhaupt vonnöten ist.

Naja, so sah zumindest das alltägliche Bildungsprogramm in Sachen Algebra und anderer schwer zu durchschauender Lerninhalte früher aus. Sozusagen im mathematischen Nirwana, in welchem die Chemie einfach oftmals nicht stimmte, aber desto nachdenklicher stimmte. Und heutzutage? Nun, wer selbst Kinder hat, wird wissen, dass heute die Schule etwas andere Formen angenommen hat, um Lerninhalte zu vermitteln. Sicher, die knirschenden Zähne und kratzenden Köpfe sind weiterhin Pink University: Die neue Art der Weiterbildung. Kurze und kompakte Videokurse für die berufliche und persönliche Entwicklung. Zuschauen, zuhören und praktisch üben: Das ist die einfachste und nachhaltigste Form, sich Wissen anzueignen. Diesem Prinzip folgt die Pink University.ein Relikt aus früheren Zeiten geblieben, welches sich kaum geändert hat. Doch Kreide und Tafel haben in vielen Fällen ausgedient und sind neuen Formen des Lernens gewichen. Doch wohin mit dem alten oder zumindest schon älteren Eisen, welches zwar immer noch lernwillig und vor allem lernbegierig ist, aber aufgrund beruflicher Erfordernisse oder weil Lernen vielleicht doch fürs Leben ist, Weiterbildung in etwas anderer Form benötigt als der zappelnde Nachwuchs? Was also tun, wenn andererseits die persönliche Entwicklung als Teil dieses fortwährenden Entdeckens und Sich-selbst-Formens ein merkliches Rappeln in den Gehirnwindungen spürbar werden lässt und der aufrecht schreitende, aber auf der Stelle tretende Homo sapiens nicht so recht weiß, wohin mit jenen brach liegenden Potentialen?

Der einfachste, nein eigentlich nicht, sondern vielmehr der bequemste Weg wäre es, dieses “Problem” solange auszusitzen, bis das Zappeln nachlässt. Ob diese Lösung auf lange Sicht befriedigend ist, mag jeder dem Denken verbundene Homo sapiens für sich selbst entscheiden. Eine andere Option dazu wäre, einfach auf “Play” zu drücken und den online lernenden Stein der Weisen von selbst ins Rollen zu bringen. Manch altes Eisen wird jetzt möglicherweise bei rollenden Steinen an einen antiquierten Herrn mit Namen Sisyphos denken, dem sein ganz persönlicher Fels zu einer richtigen Herzensangelegenheit wurde, von der er sich einfach nicht zu trennen wusste und an der er Tag für Tag feilte, ohne jedoch diese alte und ständig neue Liebe so richtig in Form zu bringen. Der alte Grieche trat zwar gehörig auf der Stelle, doch war diese Kriechen im Schneckentempo zwar kurzfristig von bescheidenem Erfolg gekrönt, doch am nächsten Morgen war der Erfolg von gestern ein ebensolcher Schnee. Machen Sie es doch ein kleines bisschen anders als jener alte Herr längst vergangener Zeiten und bringen Sie sich mit kurzen und kompakten Videokursen auf leichtere Art und Weise in Höchstform. Zuschauen, zuhören und praktisch üben: Das ist die einfachste und nachhaltigste Form, sich Wissen anzueignen. Diesem Prinzip folgt die Pink University.      

Wenn Sie jetzt zum guten Schluss noch wissen möchte, welche Lösung hinter dieser seltsamen Formel steckt, fahren Sie einfach einmal mit der Maus über die Gleichung und Ihnen fällt es vielleicht wie Schuppen von den Augen. Wenn der schuppige Groschen gefallen ist, können Sie nach dem Drüberfahren auch gleich auf das Bild klicken und Sie ersparen sich das weitere Lesen dieser Zeilen. Was jetzt aber nicht bedeutet, dass ich mich nicht freuen würde, wenn Sie solange lesen, bis Ihnen die Augen zufallen. Keine Angst, das sanfte “Pling” des bis dahin gefallenen Groschens im Wert von fünf Euro wird Sie schon wieder rechtzeitig wecken. Und “Schwupp“, Sie sehen, auch diese Zeilen nehmen so unverhofft ein Ende wie damals die eigene Schulzeit mit stundenlang rechnenden Griechen und langsam kriechenden Rechenstunden.

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17.2.2012

Milupa bringt den Aperol Spritz Junior

Abgelegt unter: Frei-Zeit — Paul Boegle @ 03:06


Damit Wichsen zur Gewohnheit wird - für unbeschwertes Spritzvergnügen

Vorab bitte ich alle LeserInnen im Sinne des von “Freie Zeit“, dem Blog für altersbedingten Jugendschutz und ungeschützte Altersarmut, äußerst penibel praktizierten Verantwortungs- und Sendungsbewußtseins um Beachtung. Das folgende Angebot richtet sich vor allem und eigentlich nur an Menschen unter 18 Jahren und 18 Monate plus. Sollten Sie also bereits volltrunken und im Besitz von mindestens 18 Lebensjahren plus ein Minütchen sein, bitte ich Sie, jetzt nicht mehr weiterzulesen, sondern blindlings weiterzusaufen und der Jugend en Vortritt zu lassen. Wer noch in die Windeln macht oder als stolzer Besitzer mit dem einen oder anderen Pickel im Gesicht durch die Gegend rennt, darf natürlich das folgende Produkt gerne käuflich Milupa bringt den Aperol Spritz Junior für unbeschwertes Spritzvergnügen von Kindesbeinen an. Paul Boegle empfiehlt den Folgesuff für alle Minderjährigen, damit Wichsen zur Gewohnheit wird.erwerben.  

Es ist heutzutage sicherlich nicht immer einfach, der frühreifen Jugend das notwendige Handwerkszeug mit an die onanierende Hand zu geben. Eltern sind oftmals vollkommen überfordert, wenn es darum geht, den Nachwuchs durch sinnvolle Wichsvorlagen den ganzen Tag zu beschäftigen. Oftmals benötigen alleinerziehende Väter selbst genau jene bunten Bildchen, welche erst dann laufen lernen, wenn der Orgasmus zähflüssig über die Hände rinnt. Doch genau eure Eltern haben auf der ganzen Linie versagt? Ja, das Problem hatte ich auch, meine lieben Freunde der Blasmusik und schwieligen Handflächen. Doch es gibt Dinge im Leben eines Mannes, die muss man einfach offen ansprechen. Zum Beispiel die Tatsache, dass es ziemlich geheimnisvolle Dinge im Leben eines Mannes gibt, die man einfach vollkommen offen und ohne Tabus ansprechen muss und nicht hinter dem Berg oder unter der Bettdecke halten darf, wo sowieso die Bettdecke für alle ersichtlich schon zum Berg angewachsen ist und man eben diese Dinge eigentlich gar nicht mehr offen ansprechen muss, weil dieser angewachsene Berg mit vollgewichsten Taschentüchern eigentlich schon wieder am Schrumpfen ist, noch ehe man diese Dinge, welche man vor kurzem noch offen ansprechen wollte, offen angesprochen hat.

Aus diesem guten Grund haben sich nun Milupa und Aperol entschlossen, mit dem Aperol Spritz Junior Folgesuff all jenen jungen Menschen auf die Sprünge zu helfen, welche bisher ihr Single-Dasein noch nicht bis zur Perfektion getrieben haben und auch sonst mehr schlecht als recht einsam vom zweisamen Treiben träumen und die feuchten Träume durch Trockenübungen bis zum singulären Höhepunkt bringen müssen.

Die Entbehrungsexperten haben nämlich den neuen Aperol Spritz Junior Folgesuff nach dem Vorbild halbvergorener Buttermilch entwickelt. Es ist natürlich keine Frage, dass jedes Neuvergorene mit halbvergorener Buttermilch all jene wichtigen Inhaltsstoffe von der liebenden leiblichen Butter, der treusorgenden Leihbutter oder auch der angeheirateten Stiefbutter bekommt, welche es sich wünschen kann. Doch für eine gesunde Verwicklung nach der Gärzeit benötigt jedes nicht mehr ganz so neue Halbvergorene auch die lebenswichtigen Palaststoffe, eine ausgewogene Portion Eiweiß und viele leckere Lineale zum permanenten Messen der eigenen Latte, welche für ein erfülltes Wichserleben geradezu von elementarer Ausbeulung in der eigenen Hose sind. Mit der neuen Geschmacksrichtung Vanille unterstützt Aperol Spritz Junior Folgesuff übrigens hervorragend das überaus gesunde und leicht bekömmliche Original Vanille Petting der “Dr. Sommer Brechstunde”.

Solltet ihr euch also für dieses wirklich exzellente Produkt interessieren, informiert euch bitte vor der ersten Einnahme beim Barkeeper eures Vertrauens, ob irgendwelche Nebenwirkungen bekannt sind, was ich persönlich aber nicht glaube. Und natürlich bitte den Beipackzettel vor der ersten Einnahme durchlesen, da ihr ab der zweiten Einnahme wahrscheinlich nicht mehr lesen könnt, weil es euch vor lauter Handbetrieb die Großhirnrinde gegen die Nebenhoden schleudert. Vorausgesetzt, ihr könnt überhaupt schon lesen. Dann stellt sich selbstverständlich die Frage, was ihr eigentlich bis jetzt vor diesem Artikel gemacht habt. Außer Wichsen vielleicht.  

8.2.2012

Kannibalen laden zu Leichenschmaus ein

Abgelegt unter: Frei-Zeit — Paul Boegle @ 20:21


Festliches Galadinner auf reich gedeckten Leichentüchern

Zum jährlichen Leichenschmaus unter ehemaligen Freundinnen und guten Ex-Freunden gibt sich der Verein für kalte Platten und feuchtes Erdreich wieder die Ehre. Seien Sie Kannibalen laden zu Leichenschmaus ein. Auch Paul Boegle freut sich auf Ihr Kommen. Festliches Galadinner auf reich gedeckten Leichentüchern. Sponsored by “Frisch gekocht & besser sterben”, Ihrem Magazin für mehr Lebensgenuss.auch dieses Jahr herzlich willkommen und verbringen Sie ein paar feucht-fröhliche bis hin zu klatschnassen und nicht mehr ganz frischen Stunden mit Ihren einstigen Arbeitskolleginnen, verstorbenen Nachbarn, der sanft entschlafenen Verwandtschaft und dem verblichenen Freundeskreis im blassen gedünsteten Dunstkreis auf dem bleich gedeckten Tisch. Gerne dürfen Sie auch frisch verschiedene Neuankömmlinge mitschleifen.

Unser Buffet steht dieses Jahr unter dem Motto “Frisch verwest ist halb gekocht” und bietet Ihnen wieder gewohnt letztklassige Daumenfreuden auf allertiefstem Niveau und verwöhnt Ihren erstklassigen freudigen Gaumen mit allem, was der Spatenstich und das tiefe Erdreich so hergibt und hinnimmt. Denn Sie wissen: Unsere Köche, wie immer auch dieses Jahr ohne Alex und Andi und Andi mit Alex, verderben garantiert jeden Brei und wecken sogar Tote auf dabei. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie bei uns auch nicht mehr lange. Nagen Sie sich durch reich gedeckte Leichentücher, bevor Sie am Hungertuch nagen. Egal ob Sie das freundschaftliche Palaver am freudestrahlenden Kadaver bevorzugen oder lieber im Stillen an den neu erworbenen Eigentumsrechten ehemaliger Mitbürger vor sich hin kauen. Seien Sie unser Gast und lassen Sie sich wieder einmal so richtig gehen. Genießen Sie die traute Zweisamkeit mit Ihrem herzhingefarkten ehemaligen Chef und fragen Sie doch bei dieser Gelegenheit zwischen zwei Bissen, sozusagen während des Chef-Menüs, gleich einmal um eine kleine Gehaltserhöhung an. 

Um vollzähliges Erscheinen wird gebetet. Bitte reservieren Sie Ihren Tisch rechtzeitig und vor allem massakrieren und sezieren Sie Ihre Leiche reichhaltig, da wir mit einem hohen Harndrang nach dem Andrang rechnen. Sollten Sie aus irgendwelchen Gründen am Leichenschmaus nicht teilnehmen können, bitten wir Sie um ein kurzes Emaille, weil wir Ihnen ansonsten die entschwundenen Posten nicht zurückbestatten können. Wer möchte, darf selbstverständlich auch gerne eigene ausgegrabene Snacks oder Bestattungsrestbestände (Obduktionsberichte bitte nicht vergessen!) mitbringen.

Da wir auch dieses Jahr weder einen Untotenbeitrag erheben noch andersweitig zur Sterbekasse schreiten, bitten wir alle LeichenschänderInnen um eine kleine Organspende, um die gestiegenen Kosten für die umfangreichen Erdaushubarbeiten decken zu können. Sollten Sie selbst über keine funktionstüchtigen Innereien mehr verfügen, dürfen Sie gerne auch Fremdorgane mitbringen. Bitte achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass kein Fremdversagen vorliegt. Ebenfalls dürfen wir Sie bitten, in angemessener Kleidung zum Leichenschmaus zu erscheinen. Kurze Hosen und unbedeckte Schulterblätter verderben den Appetit und werden daher nicht geduldet. Wer bereits vor Eröffnung der Tafel beim heimlichen Naschen erwischt wird, muss damit rechnen, dass er des Friedhofes verwiesen wird, sofern kein adäquater Nachweis über einen eigenen Liegeplatz erbracht werden kann.

Paul Boegle freut sich auf das jährliche Galadinner des Vereins für kalte Platten und feuchtes Erdreich. Auf reich gedeckten Leichentüchern wird wieder gefressen, was das Erdreich hergibt.Menüplan

Vorspeisen:

1. Einarmige Banditen auf Basmati-Reis mit tranchierten Nebenhöhlen und glacierter Stirnhöhlenvereiterung.

2. Geschmorte Hauptschlagader mit butterweichen Herzrhythmus-Störungen auf Toast Halb Entzwei.

Unser Totengräber empfiehlt dazu einen 1988er Leichensaft “Blauer Spät-Zombie mit halbtotem Burgunderfräulein” des renommierten Weingutes “Leblos & Söhne”, einem Spitzenjahrgang aus dem Wiener Zentralfriedhof. Schonend handgepresst und im Eichensarg mehrere Stunden gelagert. Aus streng kontrolliertem biologischen Spatenstich und ausschließlich im eigenen Keller recycelt.

Hauptwaschgang:

1. Moorleiche im Hawaiihemd mit heißer Schokoladensoße. Für VegetarierInnen nur die Knochen der Moorleiche auf pflegeleichtem fusselfreiem Hemd im sommerlichen Freizeitlook und mit garantiert getragenen Sandalen garniert.

2. Halbe Schenkelklopfer in ganzem Dickdarmverschluss. Wahlweise mit eingedickter Orangenhaut oder Mousse au Polypen.

Unser Viersterne-Bestatter reicht dazu einen Tom und Sherry aus dem berühmt-gerüchigen Jerez de la Fronthaube. Natürlich gereift in trockenen Harnblasen und danach vollständig mit völlig abgestorbener Deflorations-Hefe bis zum Exodus gereift. Ein Tropfen so vollmundig wie wohl niemand auf dem Tisch.

Dessert:

1. Die restlichen Arme der Vorspeise dieses Mal ohne Basmati-Reis, dafür aber mit ungezuckerten halbverdauten Himbeeren und den ausgeschiedenen Dickdarmverschlüssen. Wir bitten deshalb alle TeilnehmerInnen und Gäste, nach erfolgtem Stuhlgang NICHT zu spülen, da wir auf jeden Dickdarmverschluss angewiesen sind. Denn merke: Dickdärme sind dünn gesät! Das Reinigungspersonal reicht Ihnen gerne blickdichte und geruchsneutrale Hygienebeutel für Ihre verdaute Vorspeise und unverdaute Nachspeise.

2. Die anderen halben Schenkelklopfer mit frischen ungewaschenen Thrombosestrümpfen, welche auf 12-Stunden Flügen getragen wurden und vor Ihren Augenhöhlen flambiert werden. Auf Wunsch flambiert Ihnen unser Personal auch in den Augenhöhlen.

Und wie jedes Jahr sorgt die beliebte Combo “Die Fünf Fidelen Fleischbeschauer” mit Witzen zum Totlachen wieder für gute Unterhaltung und ein zähneknirschendes Showprogramm. Dritte Zähne und dazu passende Haftcreme können bei uns gegen eine geringe Gebühr geliehen werden.

Wir möchten uns ganz herzlich bei unserem enthaupteten Hautsponsor “Frisch gekocht & besser sterben” für den Hauptpreis bei unserer Tombola, insgesamt wunderbare 14 Quadratmeter Hauttransplantationen für die neue Wohnzimmerstola, bedanken. Lesen Sie dazu in der neuesten Ausgabe die besten Tipps und totgeschlagenen Ratschläge für Ihr gelungenes Picknick - Ein Tag im Sarg.

Wir freuen uns auf vollzähliges Verscheiden.

26.1.2012

Großstadt-Wildjäger erlegt rekordverdächtigen Zebrastreifen

Abgelegt unter: Frei-Zeit — Paul Boegle @ 18:30


Nimrod trifft von Bordsteinkante mitten ins Schwarze

Der weltberühmte Großstadt-Wildjäger Ernst August Hemmungslosway, auch als “Hitcher, der Highway-Blinker” bekannt und der vielen sicherlich noch aus seiner vierten Ehe mit der kokainsüchtigen Hildegard von High-Way ein Begriff oder zwei Haltegriffe ist, hat den wahrscheinlich größten Bock seines Lebens geschossen. Vollkommen unerwartet erlegte der passionierte Großstadt-Wildjäger in einer Nebenfahrbahn den bis dato größten Zebrastreifen, welcher bisher bekannt ist. Dass der immer auf der Überholspur kriechende Kunstschütze dabei sogar noch nebenbei zwei äußerst gefährliche ABC-Schützen, die auf Herrn Hemmungslosway vorbehaltlos aus dem Paul Boegle war dabei, als ein unglaublich sportlicher und flotter Großstadt-Wildjäger einen rekordverdächtigen Zebrastreifen zur Strecke brachte. So ein Kaliber hat die Kühler- und Kotflügelwelt noch nicht gesehen.Hinterhalt mit einer großkalibrigen Fibel angelegt hatten, erlegte, was dazu führte, dass die beiden nach dem angelegentlichen Erlegen ihren Schussverletzungen bei lebendigem Leib bis zu ihrem Tod und vor Ernst August als tote XY-ungelöste Fälle lagen und die er dann anschließend eigenhändig unter die Erde der nahen Schule brachte, ist wohl einzigartig in der Geschichte des professionellen Breitreifensports. Herr Hemmungslosway, der sich nach eigener Aussage eigentlich an diesem schönen Tage ohne Frage nur auf Pannenstreifen-Pirsch befand und angelegentlich den Wildwechsel auf dem nahen Autobahnkreuz und vorher mit laufendem Motor und stehendem Getriebe in einer unbelebten Fußgängerzone beobachtete, kann sein Glück immer noch nicht fassen.

Ein zufällig vorbeikommender Streifenpolizist, der gerade auf der Jagd nach wildernden Streifenhörnchen war, welche sich gerne auf vielbefahrenen Zebrastreifen täuschend und tarnend überfahren lassen, um dann Unsummen an Schmerzensgeld einzuklagen, beglückwünschte den begnadeten Autofahrer zu seinem Erfolg: “So ein Kaliber hat die Kühler- und Kotflügelwelt noch nicht gesehen. Ein Prachtstück, was der Ernstl, also der Herr Hemmungslosway, da zur Strecke gebracht hat. Unglaublich, dass es solche Exemplare von Zebrastreifen noch in freier Wildbahn gibt. Wahnsinn, was bei uns auf den Straßen alles los ist. Gottseidank ist der keinem Fußgänger über den Weg gelaufen, das hätte katastrophale Folgen gehabt. Mein Gott, ist der schön. Das viele Weiß zwischen dem vielen Schwarz. Unglaublich! Mächtig prächtig.

Ich saß also im Auto. Sie wissen schon, so ein Pferd mit vier Rädern, was zwar nicht wie ein Pferd ausschaut, weil ein Pferd ja keine Räder hat, aber eben trotzdem so wie ein Pferd funktioniert, weil halt an alle vier Ecken so runde Räder stecken, welche fast so funktionieren wie vier Beiner, welche beim Pferd wachsen an jeder Ecke einer. Naja, eigentlich wartete ich nur darauf, dass die Fußgängerampel endlich auf rot schaltet. Weil, ich überfahr halt so gerne Fußgänger. Und die trifft man bekanntlich am besten mitten auf der Straße, wenn die grün haben. Meistens treff ich die mit dem ersten Gang mitten in den Oberschenkelhals, bis es dann Bruch macht und ordentlich bis zum Unterschenkel kracht. Gut, wenn sich die bewegen oder der Wind so steht, dass die mich im Auto sehen können, ist es schon verdammt schwierig, dass ich da immer mit dem ersten Gang mitten ins Schwarze treffe. Weil man will die ja auch nicht allzu lange leiden lassen. Manchmal muss ich auch nachladen und treff erst mit dem zweiten Gang. Ist zwar nicht schön, weil das kostet schließlich Benzin, bis die dann endlich sind hin. Aber mehr Gänge brauch ich eigentlich nie. Beim zweiten Gang muss Schluss sein mit dem Fussgänger. Ich hab sogar schon mal durch den Rückspiegel getroffen. Da hab ich mich mit meinem Pferd gegen den Fahrtwind rangepirscht und bin dann mit Vollgas im Rückwärtsgang in eine Gruppe nichtsahnener Fußgänger gerast. Da hab ich vier Stück auf einmal erlegt, also halt erledigt. Ist aber ziemlich schwer, weil du darfst absolut keinen Lärm beim Ranpirschen machen. Kein Knirschen, nichts dürfen die mitkriegen. Am besten steigst du schon vor der letzten Kurve aus und schiebst dein Pferd bis kurz vor die Kreuzung, damit die nichts mitkriegen. Weil, wenn die so im Rudel an der Ampel stehen, hast du sonst keine Chance auf einen schönen Fangschuss.

Immer wieder schweift der Blick von Ernst August Hemmungslosway, der einigen wahrscheinlich noch aus seiner 18. Ehe mit der unter dramatischen Umständen abgeschmolzenen Mathilda Milky-Way, der fast unbekannten Schwester von John Way-Ne, bekannt ist, zur fein getäfelten Wand, wo der ausgestopfte Zebrastreifen vor sich hin hängt und sein liebevoller Blick am länglich Hingehängten länger hängenbleibt. Links davon blinkt eine wunderschöne Fußgängerampel, welche der Meisterschütze auf einer vielbefahrenen Kreuzung in einer einzigartigen Nacht- und Nebelbremsaktion ohne zu bremsen umgefahren hat, weil er sich beim nächtlichen Bremsweg gehörig verschätzte und eigentlich eine Hängeampel im Visier hatte. “Kann passieren, aber immerhin hab ich noch das Beste draus gemacht. Andere hätten in so einer Situation wahrscheinlich die Warnblinkanlage eingeschalten und wären völlig entnervt in die nächstbeste Tiefgarage gefahren. Aber ich hab damals geistesgegenwärtig das Lenkrad verrissen und es hat sich wirklich gelohnt. Ein absolut schönes Exemplar von Fußgängerampel hab ich da frontal erwischt. Bis zu den Scheibenwischern sind die Glassplitter geflogen. Schade, dass kein Fußgänger dabei war, aber um drei Uhr früh kann man nicht immer solches Glück haben.

Noch einmal gleitet der Blick des erfolgreichen Schützen, der, wie vielleicht viele nicht wissen oder möglicherweise noch gar nicht wissen, auch schon mit Way-Ne Rooney, dem Enkel von John Way-Ne, verheiratet war, bevor er sich entschloss, das damals gegebene “Ja” zurückzunehmen und ab sofort nicht mehr mit Way-Ne verheiratet zu sein, weil er beschloss, nicht mehr den gemeinsamen Way mit Way-Ne zu gehen und deshalb aus dem “Ja” ein “Ne” zu machen, hinüber zu seinem schwarz-weiß gestreiften und blutbeschmierten Schmuckstück. Dann verabschiedet er sich eilig, denn schön langsam wird draußen vor der Tür sein Fahrschullehrer Wolfgang Amadeus Borchert mehr als nur ungeduldig, obwohl er sich insgeheim beim Anblick des weltberühmten Großstadt-Wildjägers Ernst August Hemmungslosway denkt: “Der schafft die Führerscheinprüfung wieder nicht. Schade um die vielen toten Fußgänger. Mir fehlen in meiner Sammlung noch welche und der Trottel darf umfahren, wer ihm vor den Kühler kommt. Und alles nur wegen diesem Blindgänger.” Dann winkt er freundlich und sagt zu dem Entgegenkommenden: “Na, Herr Hemmungslosway, dann wollen wir wieder mal unsere Bremsspuren durch die Straßen ziehen” und dreht das Radio auf infernalische Lautstärke. “No stop signs, speed limit. Nobody’s gonna slow me down. Like a wheel, gonna spin it. … Don’t stop me. I’m on the highway to hell, on the highway to hell.” Dann hängt er den Wunderbaum verkehrt auf, bekreuzigt sich und denkt an seine Mutter, welche erst am Vormittag unter die Räder der erstklassigen Herrn Hemmungslosway kam und aus ihm eine Halbwaise machte. “Schade um Mama“, denkt sich Herr Borchert und wischt sich verstohlen eine Träne aus dem wachsamen Auge, “wer wäscht in Zukunft wohl mein Auto.”     

24.1.2012

Neuer Kurznachrichtendienst bricht alle Rekorde

Abgelegt unter: Frei-Zeit — Paul Boegle @ 02:02


Twitter” bekommt durch den Dienst “Sheeper” starke Konkurrenz

Ein regelrechter Hype ist um den seit Samstag erreichbaren Kurznachrichtendienst “Sheeper” entbrannt. Nachdem die neueste Plattform für kurze Postings und längere Possen erst wenige Minuten online war, konnte sich ein Mann, der sich unter dem Pseudonym “Sheepy Hollow” bereits über mehr als 77000 neue sogenannte “Fellower” oder “Four Feet Fellower“, wie die Fans in Anlehnung an die “Follower” bei Twitter heißen, freuen. Weiß der Teufel, wie der Mann von der neuen Plattform erfahren hat, bevor andere dies taten! Ob der Dienst wirklich in Zukunft ein ernstzunehmender Konkurrent zum herrschenden Platzhirsch werden wird, muss sich zwar Der neue Kurznachrichtendienst “Sheeper” von Paul Boegle bricht alle Rekorde. Twitter bekommt ernsthafte Konkurrenz. Sheepen Sie Ihre Kurznachrichten an unzählige Four Feet Fellower und machen Sie Microblogging zum Vergnügen. Sheepen statt twittern, denn Tweeds sind out. Es lebe der Sheep und das Sheep.erst noch herausstellen, doch die Macherinnen und Strategen hinter der Plattform sind sich ihrer Sache jetzt schon sicher. “Wir glauben, dass Microblogging noch eine Menge Potential hat. Besonders bei älteren Menschen wächst die Akzeptanz solcher Dienste von Tag zu Tag, wie der Herr, seinen Namen dürfen wir natürlich aus Gründen des Datenschutzes nur einigen wenigen 894 ausgewählten Geheimdiensten sagen, mit seinen fast 80000 Fellowern beweist. Natürlich wissen wir, dass wir noch eine Menge Arbeit haben, aber wir sind auf alle Fälle auf dem richtigen Weg. Gott stehe uns bei, ich glaube Microblogging mit unserem Dienst Sheeper wird das Internet revolutionieren.

Freie Zeit“, der Blog für ausweglose Situationen und kurzfristige Saisonschwankungen, möchte wissen, was denn der Unterschied zwischen Sheeper und Twitter sei. “In erster Linie sind wir darauf bedacht, dass wir keine schwarzen Schafe aufnehmen. Bei uns muss sich jeder mit seinem echten Profilbild registrieren. Wer dies nicht macht, kann natürlich ein anderes Bild nehmen, aber echt muss es schon sein. Zumindest eben nicht ganz so falsch. Also wer jetzt nicht gleich bei der Anmeldung sein echtes Profilbild nimmt und erst ein falsches und später dann ein echtes, das geht natürlich auch. Wer dann, also irgendwann später, vielleicht nicht sein falsches gegen ein echtes tauschen will, das geht zur Not gerade noch. Da können wir dann sofort sehen, ob es sich um ein schwarzes Schaf handelt oder nicht. Das soll jetzt nicht diskriminierend oder rassistisch sein, aber wir wollen halt sichergehen, dass unsere Four Feet Fellower auch alle keine schwarzen Schafe sind. Naja, und dann haben wir natürlich die Beschränkung von 140 Zeichen pro Sheep, wie so eine gesheepte Kurznachricht bei uns heißt, aufgehoben. Bei uns darf jeder Sheeper bis zu 144 Zeichen auf einmal sheepen. Ich finde, dass das eine sehr fortschrittliche Lösung ist, um diese unsinnige Beschränkung auf 140 Zeichen wie bei Twitter aufzulösen. Das wollen wir nicht. Denn wir haben in einer Online-Untersuchung, welche wir von CSI Mammamia erhalten haben, erhoben, dass ein optimal gesheepter Sheep aus genau 143 Zeichen und einem Punkt besteht. Wer also bei uns seine Meldungen in die Öffentlichkeit sheept, kann sicher sein, dass dabei das Optimum an Zeichen und einem Punkt von einem Sheeper zum nächsten Sheeper punktgenau gesheept wird. Und noch etwas. Egal, ob Sie im fahrenden Jeep sitzen oder im stehenden Jeep liegen, bei uns haben Sie die Gewissheit, dass nicht ein einziger gesendetes Sheep eines Sheepers aus dem Jeep des Jeeper Creepers fällt. Sollte sowas unwahrscheinlicherweise doch einmal passieren, so zeigt Ihnen ein lauter Beep sofort nach dem verlorenen Sheep an, dass ein gesheeDer neue Microblogging-Dienst “Sheeper” aus 100 Prozent Schurwolle von Paul Boegle gestrickt. Phishing-Attacke legt den Kurznachrichtendienst lahm. Deshalb sind keine Sheeps möglich und es kann nicht mehr gesheept werden.pter Sheep aus dem fahrenden oder stehenden Jeep gefallen ist und Sie können sofort eine Vollbremsung hinlegen, um den verlorenen Sheep nach dem erfolgten Beep wieder in Ihren stehenden Jeep zu laden, um dann mit dem verlorengegangenen und wiedergefundenen gebeepten Sheep im Jeep weiterzufahren. Praktisch wie ein verlorenes Schaf können Sie sich das vorstellen. Eine feine Sache, wie wir finden. Aber das Beste an Sheeper ist, das sage ich Ihnen jetzt, das glauben Sie nicht, was jetzt kommt. Unser Microbloggingdienst ist ökologisch und nachhaltig vom Allerfeinsten. Denn wir verwenden nur 100 Prozent reine und ungewaschene Schurwolle beim Sheepen. Wer bei uns sheept, kommt vollkommen geschoren davon. Bei uns ist wirklich jeder Sheep neu und weder mit Perwoll noch mit Weihwasser gewaschen. Gott, sind wir einfach gut!

Freie Zeit“, der Blog für frisch gebleichte schwarze Schafe und freilaufende dunkle Machenschaften: “Verzeihung, wenn ich Sie unterbreche. Aber wie ich gerade gesheept bekomme, wurden Sie jetzt Opfer einer großangelegten Phishing-Attacke. Oder, um korrekt zu sein, sogar einer Hochseephishing-Attacke. Scheinbar hat jener Mann, Sie wissen schon, der mit seinen fast 80000 Sheeps oder wie die bei Ihnen auch immer genannt werden, sämtliche Daten seiner Fellower illegal gephisht haben. Diese Phishing-Attacke dürfte scheinbar von einem unbekannten Phisher vom Bodensee ausgegangen sein und dank einer gottbegnadeten Hackerin, die sich Maria Magdalena Müller-Wohlfahrt, die Mutter aller Bits und Bytes, nennt und für die auf alle Fälle schon mal die erweiterte Unschuldsvermutung gilt, über die Bühne gegangen sein. Obwohl Sie selbst ausdrücklich in Ihren Statuten erklären, dass der Bodensee schon seit langer Zeit wegen Überphishung geschlossen wurde und das letzte Phisher-Dorf von dort auf die Insel Mainau übersiedelt wurde. Wie stehen Sie zu diesen Vorwürfen?

Absoluter Blödsinn. Da muss es sich um eine gesheepte Falschmeldung handeln.

Doch die geheimen Fotos, welche ein bisher unbekannter Jünger nun per Sheep ins Internet gesheept und geschoben hat, sprechen leider eine andere Sprache. Aber man kann sich ja nicht um alles scheren.

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