Fakir leidet an viel zu schmerzloser Nagelbrettentzündung
Trotz Schmerztherapie stellen sich einfach keine Schmerzen ein
Fakir Franziskus Furunkel, auch unter dem Namen “Der Barmschmerzige Samariter” bestens bekannt, der seit Jahren an einer vollkommen schmerzlosen Entzündung seines Nagelbrettes leidet, muss jetzt wohl endgültig einen Antrag auf Frühpension einreichen. Obwohl der schmerzlos geprüfte Mann wirklich schon alles versucht hat, um endlich wieder unter Schmerzen zu leiden, zuletzt hat er es sogar mit einer Schmerztherapie und einer Prügelkur versucht, bei der er trotz Auspeitschen und der neuesten Sadotechniken überhaupt keine Schmerzen gespürt hat, ist und bleibt der Leidlosgeplagte ein hoffnungsloser Fall für die Medizin.
Franziskus Furunkel, welcher von seiner großen, aber immer kleiner werdenden Anhängerschar auch gerne und ehrfurchtsvoll “Die atemraubende Daumenschraube” genannt wird und der seinen Abschluss an der Staatlichen Fakirultät mit maximalem Kummer sum laude bestanden hat, litt nach Auskunft seiner selbstsichernden Schraubenmutter schon als kleines Fakirkind unter unvorstellbarer Schmerzlosigkeit, wie sie nun in einem tiefgreifenden Gespräch mit “Freie Zeit“, dem Blog für kuschelweiche Daunenbetten und friedhofsgebettete Kuscheltiere, erzählte. “Franzi war eigentlich schon immer eine Sorgenkind. Selbst als ich ihn mit dem Staubsauger verprügelt habe, hat er immer nur gelacht und gefragt, ob da nur Luft rauskommt. Und abends wollte er nie auf seinem Nagelbrett schlafen, sondern hat sich immer still und heimlich auf die Schnellstraße gelegt und gewartet, bis ihn der Frühverkehr überrollt hat. Dann ist er immer vollkommen verdreckt heimgekommen und hat erzählt, dass er unheimlich viel Spaß hatte. Wir sind von einem Psychopathen zum nächsten, aber keiner war imstande, ihm zu helfen. Verdroschen haben sie ihn bis zum Geht-nicht-mehr. Solange eben, bis nichts mehr ging und die lauter Blasen an den Händen hatten. Aber kaum ging nichts mehr, ging Franzi. Einmal hatte er sich den rechten Mittelfinger 38 Mal gebrochen. Wir haben den netten Anästhesisten extra gebeten, ihn ohne Narkose zu operieren. Und was soll ich Ihnen sagen, der Franzi hat sich darüber beschwert, dass das mit der OP viel zu kurz gedauert hat. Also die Operation halt. Er wollte sich dann auch noch die restlichen Finger brechen, aber dann hat er sich wieder davongeschlichen und hat auf dem nächsten Autobahnkreuz im Stop and Go Verkehr gebettelt, dass ihn jemand aufs Autobahnkreuz nagelt. Wollte aber keiner, also hat er das Stop and Go selbst in die Hand genommen und solange gewartet, bis jemand mit Schneeketten über meinen Jungen gebrettert ist. Er hat dann gemeint, dass das auch nicht das Wahre sei, weil die ja nicht mehr mit diesen Spikes auf der Straße fahren dürfen. Ich hab’s dann auch mit selbstgehäkelten Spitzendecken probiert. Aber bei denen hat der Franzi überhaupt gar nie nichts gespürt. Ich hab halt geglaubt, dass diese Spitzen vielleicht ein bisschen Schmerzen verursachen, aber null Reaktion bei meinem Kleinen. Und ie zwei Klöppeldecken, die was ich da ersteigert hab, weil ich ihm halt so helfen wollte, hat er nicht einmal mehr angeschaut. Oh ja, in eine hat er rein geschneuzt, weil er damals eine ziemlich starke spanische Grippe aus Madrid mitgebracht hat. Die war zwar saumäßig günstig und am Zoll hat er sie auch vorbeigeschmuggelt, aber mit der guten alten Schweinegrippe halt doch überhaupt kein Vegleich. Ach, da fällt mir doch ein, dass ich irgendwo noch diese spanische Fliege haben müsste. Die hab ich damals auf Mallorca bei so einer Butterfahrt gekauft. Hab ich zwei Heizdecken gekauft und dieses Ungeziefer war gratis dabei. Kein Ahnung, wo die sein könnte. Mein Gott, bin ich schon vergesslich.”
Wie es nun mit dem beliebten Fakir, der vielen unter seinem Künstlernamen “Das vernagelte Gitterbrett” ein Begriff sein dürfte, weitergeht, steht noch völlig in den knietiefen Zisternen. Obwohl sich jetzt nach Meinung seines behandelnden Zimmermanns, der ihm mit ein paar 100er-Nägeln über die gröbste Schmerzlosigkeit hinweg helfen konnte, eine leichte Entzündung seiner Nagelbretter unter seinen Nagelbetten eingestellt hat, liegt vor dem Mann sicherlich noch ein langer leidensloser Weg voller keiner Qualen. Wir wünschen ihm auf alle Fälle das Allerschlechteste und hoffen, dass Franzi vielleicht irgendwann wieder einmal so richtig schöne Schmerzen hat, um endlich von seinem unsagbaren unleidlichen Leiden befreit zu werden. Wo kommen wir denn hin, wenn die ganze Welt dauernd unter grausamen Glückszuständen zu leiden hat. Einer muss ja schließlich einmal den Anfang machen und auf sein Recht auf grausame Schmerzen pochen. Zur Not auch mit Gewalt.

