Bauer sucht Sau: Die neue Staffel
ErTeL präsentiert neuen Mist auf allerhöchstem Niveau
Die letzte Folge der mit Spannung erwarteten brandneuen Staffel zu “Bauer sucht Sau” ist endlich abgedreht und im fernsehgeschlechtlichen privaten Schweinetrog von “Ejakulationsrevolutionäre Telegene Langeweile” (ErTeL) gelandet. Eigentlich hätten die neuen Folgen bereits mit Ende der letzten Hausschlachtung von Saubauer Ferdinand Fliegenklatsch-Engerling fertig sein sollen und noch vor Weihnachten ausgestrahlt werden sollen. Doch mehrere Pannen mit dem erst kürzlich in Betrieb genommenen Schädelspalter, welcher das landwirtschaftliche Spaltmaterial in mundgerechte
Stücke zerkleinert, waren nach Aussage von ErTeL-Schlammdirektor Schiegfried Küchensabe für die zögerlichen Verzögerungen in den bäuerlichen Schweinetrögen verantwortlich. “Freie Zeit“, der Blog für irreparable Parabolspiegel und spiegelverkehrte Normalparabeln, platzte natürlich wieder einmal vor lauter Neugierde aus allen händeringenden Nähten und handgenähten Schweinsblasen und hat sich deshalb vorab schon einmal eine Samenraubkopie besorgt, um einen ersten Blick auf das Geschehen rund um die Bauernhöfe zwischen privatwirtschaftlichem Nirwana und öffentlich-rechtlichem Vergessen zu werfen.
Was schon nach wenigen Minuten der allerersten Folge 1, welche unter dem Titel “Folge 1: Die allererste Folge.” im Hauptabendprogramm zu sehen ist, klar und deutlich zeigt, wo es lang geht, wohltuend ins Auge und dann auch wieder sofort heraus fällt. Mit “Bauer sucht Sau” hat der Sender endlich ein perfektes Sendekonzept auf höchster Konfektionsgröße erarbeitet, welches durch wunderschöne Landwirtschaftseinstellungen und atemberaubende Erdaufschüttungen im 100 Hektar großen Weizenfeld den ZuseherInnen einen echten Mehrwert bietet. Authentische Hausschlachtungen auf abbruchreifen Bauernhöfen, getunte Mähdrescher und mähdreschene Tunten zeigen die schonungslose Wirklichkeit des bäuerlichen Alltags in all ihren Facetten und schillernden Farben. Doch trotz der vielfachen Probleme rund um den bäuerlichen Alltag und die Suche nach der perfekten Sau bleibt immer die Perspektive auf den Bauern hinter dem Menschen gerichtet. Wohltuend dabei ist aber vor allem, dass mit “Bauer sucht Sau” endlich wieder eine gehörige Portion schwachsinniger Bauernschläue und bauernschlauem Schwachsinn im Spiel ist und der Handlungsstrang immer leicht nachvollziehbar auf dem Mist der vorhergehenden Folgen aufgebaut ist. Möglich wird dies durch die Tatsache, dass die ErTeL-Sendungsverantwortlichen die acht Zeilen der Drehbücher komplett selbst geschrieben haben und sämtliche Außenaufnahmen im detailgetreuen Studio, unter anderem sogar mit einem mundgeblasenen und handbemalten Kastel der Kastelruhenden Spatzenhirne von unschätzbarem Wert aus dem 7. Jahrhundert vor Erfindung der Langspielplatte, in Kleinhirn an der Hohen Rinde abgedreht wurden.
Dass die einzelnen Folgen manchmal gewisse Längen haben, besonders jene von 45 Minuten Länge, welche damit eindeutig um 45 Minuten oder noch länger zu lang sind und sich doch ganz schön in die lange Länge ziehen, ist zu verschmerzen. Allerdings werden die ZuseherInnen durch eine Fülle von Bonusmaterial auf der noch vor Weihnachten in die Läden kommende DVD-Kollektion belohnt, welche aufgrund der komprimierten 45 Minuten nicht zu sehen sind, welche sich ansonsten wahrscheinlich noch länger in die recht lange Länge ziehen würden. Besonders Folge 472, welche unter dem Sendetitel “Folge 472: Die 472. Folge” (Arbeitstitel: “Der Bauer ist sauer. Die Sau ist tot!“) wahrscheinlich erst im Jahr 2024 ausgestrahlt wird, macht dabei mehr als deutlich, dass die Programmverantwortlichen hier weder Kosten noch Mühen gescheut haben, um aufzuzeigen, wie nahe bei “Bauer sucht Sau” schmerzvolles Leid und himmelhoch jauchzende juchzende Jauche vereint sind. Besonders für jene, welche vor dem Fernseher sitzen und den menschlichen Paarhufern zum Behufe des Paarens bei der genial telegenen Domestizierung über die Schweineschulter schauen.

