Hobelpreis-Verleihung in Stockholm mit Überraschung
Hobelpreis geht an Außenseiterin Dorothea Doppelhobel-Ständerbohr
Die jährlich im Stockholmer Konzerthaus über die Bühne gehende Hobelpreisverleihung endete bis auf eine wirklich saftige Überraschung mit der erwarteten Würdigung der Favoritinnen und aussichtsreichsten Kandidaten für den diesjährigen Hobelpreis in den Kategorien Dünnbrettbohren im Dickdarmverfahren, Oberflächlichkeitsbehandlung von Fertigteil-Anpöbeln unter Zuhilfenahme von Messing-Scharmützeln und einarmiges Tischkreissägen mit vier abgetrennten Fingern. Unter den tadellos gebeizten Augen von
Schwedens Heimwerkerkönig Carl Gustaf Schraub von Zwinge dem Dreieinhalbten, welcher die Preisträgerinnen und Titelquerulanten mit dem begehrten von Tischlermeister Alfons Hobel (nicht vernagelt und verholzt mit Alfred Nobel!) mit gestifteten Hobelpreis in einer mehr als achtstündigen Zeremonie, nur unterbrochen von einer 30-minütigen Mittagspause in der Werkskantine des Konzerthauses, auszeichnete, durften TischlermeisterInnen vor der internationalen Furnierpresse die begehrten und mit sage und schreibe zwei nagelneuen Mittelhandknochen-Prothesen dotierten Hobelpreise mit den restlichen und verbliebenen Fingern entgegennehmen und sich über eine erstklassige medizinische Versorgung freuen.
Der einfach bestens gelaunte und mehrfach noch besser geleimte Festredner, welcher stolz die neu installierte Späneabsaugung präsentierte und von der eigens für diesen Tag selbst gebastelten Raumspartreppe ergreifend raumgreifend um sich griff und von einem sehr schönen Arbeitstag sprach, begann bereits nach der Frühstückspause mit den zu vergebenden Hobelpreisen.
Dass Eugène de la Versenker, wohl der aufstrebende Schreiner in der elitären und raren Zunft und Kunst des Hirnholzhobelns mit fehlender Großhirnrinde den Hobelpreis in der Kategorie “Pendelvorschubhubschraublaubsägen” gewonnen hat, war den ExpertInnen schon seit langer Zeit klar. Dies mag daran liegen, dass die ExpertInnen für die Wahl zuständig waren und deshalb schon vorher wussten, dass sich Eugène de la Versenker, der nach Bekanntgabe der Jury von seinen zahlreichen Fans im Publikum mit ohrenbetäubendem Kettensägenmassaker gefeiert wurde, gegen die schwache Konkurrenz durchsetzen würde.
Ebenfalls wenig überraschend dürfte die Wahl von Margarete Schüttelfrost-Langloch sein. Die Grande Dame der tischlernden Elite, welche mit ihren aufsehenerregenden Entwürfen und detailgenauen Design-Skizzen schon unzählige Frankfurter Würstchen im Fertigteileverfahren in den dazugehörigen gevierteilten Frankfurter Küchen mit viel Sinn für das Kettenfressen und noch mehr Liebe zum Oberfressen bis an den Rand des Machbaren fräste und fraß, war überglücklich und dankte in ihrer Laudatio ihren beiden Schattennutfräsen für die unglaublich verfressene Fräß-Unterstützung während all der Fräßorgien. “Ich weiß, dass ich ohne meine verfressenen Fräßen, die mich zwei Schatten auf all meinen Nuten begleiten, nicht heute hier stehen würde. Doch mein Dank gilt genauso meiner Spanabsaugung, ohne die ich hier und heute nicht heute und hier stehen würde. Doch ich kann mit Stolz hier heute sagen, dass ich gestern schon genau wusste, dass ich einen Tag später, also heute, hier stehen würde. Ich danke deshalb dem Hobelpreis-Kommitee, dass sie mich schon gestern hier informiert haben, dass ich heute hier stehen würde.” Mit einer leichten Verbeugung nahm Margarete Schüttelfrost-Langloch den mit 15 Sägeblättern
kopierten Hobel aus der fehlenden rechten Hand von Heimwerkerkönig Carl Gustaf Schraub von Zwinge dem Dreieinhalbten entgegen, welcger daraufhin sehr launig und humorvoll mit dem Stumpf ins Publikum wedelte und sagte: “Jetzt wissen Sie Flachzangen endlich, warum ich der Dreieinhalbte heiße.“
Doch der diesjährige Hobelpreis bot auch eine handfeste und fingerlose Überraschung. Denn Fräulein Dorothea Doppelhobel-Ständerbohr aus dem kleinen Örtchen Wechselakku am rechten Winkel wurde mit dem Hobelpreis in der Kategorie “Japanisches Feinkostsägen im Akkordbetrieb” ausgezeichnet. Aus der letzten verbliebenen Fingerkuppe mit angenähtem Zeigefinger der linken Hand von Heimwerkerkönig Carl Gustaf Schraub von Zwinge dem Dreieinhalbten nahm sie vollkommen leimgelöst und kantengeschliffen den Preis für ihr Lebenswerkzeug entgegen und kotzte vor lauter Aufregung Carl auf die Stahlkappen seiner Arbeitsschuhe. Mit tosendem Applaus wurde Dorothea Doppelhobel-Ständerbohr dann in den verdienten Feierabend geschickt. Keine Minute zu früh, denn die Werkssirene des altehrwürdigen Stockholmer Konzerthauses ertönte nur wenige Sekunden später und alle machten sich auf den Nachhauseweg. Eine wunderschöne Hobelpreisverleihung fand ihr Ende.

