Freie Zeit, freie Meinung, freie Gedanken

23.11.2011

Bundeskanzler Werner Faymann, das Facebook-Pokerface

Abgelegt unter: Zeit-GenossInnen — Paul Boegle @ 08:11


Österreichs führender fuhrwerkender Netzwerker und sein neuer Freundeskreis

Der österreichische Kanzler Werner Faymann hat sich nun doch entschlossen, im Facebook-Geschäft groß einzusteigen und sämtlichen Hemmungen bezüglich gekaufter, geschenkter und sonstiger Fans (soll es unbestätigten Meldungen zufolge sogar geben) abzulegen. Denn er hat herausgefunden: Man mag ihn. Mag liked ihn. Auch wenn es den meisten nicht gefällt, gefällt es trotzdem den meisten. Klingt seltsam? Ist es auch.

Ja, es stimmt. Ich möchte der Facebooker des Jahrtausends werden. So wie damals Jesus Wein zu Wasser gemacht hat oder einmal sogar auch umgekehrt mache ich Fremde zu Freunden. Denn bei mir gibt es fürwahr keine anonyme Fremdenwirtschaft, sondern nur astreine Facebook-Freunderlwirtschaft. Elf Freunde müsst ihr sein wird bei mir innerhalb von Tagen zu elf Millionen Freunde müsst ihr sein. Aber damit ich dieses Ziel erreiche, brauche ich euch alle. Nicht nur in Österreich, sondern am besten in ganz Europa. Am besten natürlich auf der ganzen Welt. Oder noch besser dort, wo noch mehr Welt ist. Also hinter den sieben Bergen bei den sieben toten Zwergen. Und was sonst noch dahinter kommt. Ich nehme alles, was ich so kriegen kann. Sogar den Heinz-Christian, also den blauen Werner Faymann Facebook Aktionsgruppe “Menschen liken Werner F.” von Paul Boegle. Machen Sie den österreichischen Bundeskanzler zum Facebbok-Pokerface des Jahrtausends. Österreichs führender fuhrwerkender Netzwerker hat viele falsche FreundInnen.Heinzi und von mir aus auch den blauen Paul und wenn der blaue Reiter will, darf er auch auf meiner Facebook-Seite als Fan in den Sattel steigen. Gut, ich weiß, dass das mit dem größten Facebooker nicht einfach wird, weil die Angela hat schon viel mehr Fans als ich. Aber die hat natürlich auch ein viel größeres Budget. Noch! Und auch der Wladimir und der Barack, der hat überhaupt hat so eine tolle Seite. Noch! Wo der die Fans herkriegt, ist uns, also mir allerdings ein Rätsel. Noch! Wahrscheinlich haben da FBI und CIA die Finger im Spiel, aber das kriegen wir, also ich halt auch noch raus. Oder die haben dort drüben in Guantanamo gar kein Internierungslager, sondern rekrutieren dauernd neue Facebook-Fans für ihren Präsidenten. Muss ich mal die Hanni (Anm. d. Red.: Innenministerin Johanna Mikl-Leitner) fragen, ob sowas nicht auch in Traiskirchen geht. Internetanschluss werden die dort ja wohl haben. Und bei Facebook ist eh ein jeder. Wir geben denen Asyl und die werden dafür Fans von uns, also von mir natürlich. Und wenn die sagen, dass sie dann lieber auf Asyl verzichten wollen, zerreiss ich die Asylanträge und die müssen bei mir bleiben. So ein Bleiberecht hat die Welt noch nicht gesehen. Beim Nicolas bin ich mir da nicht so sicher, aber das ist mir ehrlich gesagt auch ganz wurscht. Der hat zwar ein Baby, aber eben nur ein einziges. Weil seit heute hab ich jetzt schon mehr als neun Millionen Fans auf meiner Seite. Und stündlich kommen so an die 20 000 von ebay dazu. Lauter echte Sympathisantinnen und allerbeste Freunde von uns Kanzleramt, also mir Kanzler, also ich Werner. Und ich schwöre, ich kenn alle persönlich, naja, fast alle, weil schließlich hat mir mein Kanzleramt ja fast alle spendiert. Sozusagen mit den roten Spendierhosen auf Kundenfang. Lauter tote Hosen. Sogar die ganzen Pornodarsteller ohne Hosen, welche die so meine treuesten Fans sind, will ich möglichst noch kennenlernen. Sozusagen bei der Stange halten. Haben mein treuer Stab ja auch von der Stange gekauft. Mitsamt der Stange und dem Stab quasi und auch ganz praktisch. Politik war sowieso noch niemals so meine Sache nicht. Da poste ich lieber was. So wie der Häupl Michi, aber der prostet ja eigentlich lieber. Der sollte eigentlich der größte Twitterer werden, so wie der zwitschert. Sagenhaft, wieviele Prostings der pro Woche raus- oder halt reinhaut. Spiegelblank, sein Rathaus, weil er immer mit einem Fetzen durchwankt. Alle Achtung, sag ich da. Braucht nicht mal 140 Zeichen zum Prosten. Dem genügt ein Finger oder maximal Zeigefinger und Daumen für sein Permanent-Prosting. Praktisch, so ein politisches Permanent-Makeup. Immer blau mit grünem Veltliner und trotzdem rot und wischfest. Grandiose Leistung von dem Michi. Der bei Twitter und ich bei Facebook, so stell ich mir meine, also natürlich die Zukunft von Österreich vor. Sieben Milliarden Facebook-Fans jubeln jeden Tag dem Werner zu und ich mitten drin statt nur dabei. Freunde, was kostet die Facebook-Welt. Ich kauf sie mir. Bundeskanzler sein, das ist fein.

Freie Zeit“, der Blog für virtuellen Herdentrieb und käufliches Lemmingverhalten, möchte aus diesem Grund alle LeserInnen jetzt, hier, heute, sofort und wann auch immer aufrufen, sich als wahre Werner Faymann Fans zu outen und deshalb auf Facebook Flagge zu zeigen. Posten Sie, was das Zeug hergibt. Prosten Sie, was die Leber hergibt. Schreiben Sie “Werner, Deine Politik ist Weltklasse. Möchtest Du mich heiraten?“. Lassen Sie ihrer Kommentierfreude freudig freien Lauf und erklären Sie sich einverstanden mit der SPÖ-Führungs-Facebook-Spitze, indem Sie z.B. hochlebend von sich geben: “Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Ihre Qualitäten haben echt Qualität. Sie sind meine absolute Qual der Wahl. Und nach der Wahl sowieso. Darf ich zusammen mit Ihnen ein Kind quälen haben?

Lassen Sie beherzt die Hosen herunter und spendieren Sie dem österreichischen Kanzler, was die Stange so hergibt und sein Stab sich nicht zu schreiben traut. Egal ob Sie Heinz-Christian Strache, Christian-Heinz Stange oder Stanglwirt Heinz, Blauer Paul, Schwarzer Abt, Grüner Bogenschütze, Roter Baron oder Toter Winkel heißen. Machen Sie jetzt mit bei dieser einmaligen Solidaritätserklärung im Namen unerklärlichen Kaufverhaltens und werden Sie Teil der unvergleichlichen Bewegung “Aktionsgruppe Menschen liken Werner F“. Denn es kann nur einen facebackenen facebuchenden fansuchenden facebookenden Heiländer Heiland Highlander und internetten Lowländer Lowlevel Löwenbändiger geben: Werner Faymann!

Aus diesem Grund setze ich hiermit ein Zeichen, die anderen 139 bekommt Wiens Bürgermeister Michael Häupl gratis, und werde schon morgen Facebook-Fan Nummer 432 537 771 065 691 442 vom Herrn Bundeskanzler Werner Faymann. Oder übermorgen. Oder spätestens in drei Tagen. Oder vielleicht in sieben Monaten. Oder irgendwann. Sofern die Facebook-Server unter der Last der ganzen Likes nicht zusammenbrechen. Das würde mir ganz und gar nicht gefallen. Und Herrn Faymann wohl noch viel weniger.Wer benötigt denn schon echte gefallene Engel, wenn tausende gefakte “Gefällt mir”-Engel in der virtuellen Kanzleramtslandschaft herumgeistern? “Like A Rolling Stone” war gestern. Heute heißt es: “Like a Werner Faymann“.

läuft stressfrei mit WordPress ( WordPress.de )