Berliner Weihwasser mit Schuss
Das prickelnd erfrischende Vergnügen für die Sakristei
Die heutige trost-, hoffnungs- und gottlose Zeit macht Menschen wie mich besonders traurig. Immer wieder, ja eigentlich tagtäglich und sogar jeden Tag, um nicht zu sagen, Tag für Tag und mehr noch, von Montag bis Sonntag und dann wieder von vorne bis ganz nach hinten muss ich beobachten, wie sich unglückselige Menschen aus lauter Verzweiflung am selbst gehäkelten Schal von Tante Gertrude aufhängen müssen, weil sie sich nicht einmal mehr einen soliden Hanfstrick leisten können. Zahlreiche
teilweise Zeitgenossinnen und noch mehr zahlreichere Teilzeitgenossen mit Vollzeit stecken bis zum Hals in der Arbeit und wissen dementsprechend nicht einmal mehr, wie sie vor lauter Arbeit zum Arbeitsamt kommen sollen, um sich endlos arbeitslos zu melden. Kinder ziehen nach der Schule vagabundierend durch die finsteren Straßen und suchen verzweifelt nach kleineren durch die Strassen ziehenden vagabundierenden Kindern, um sich endlich einmal ein Handy leisten zu können, welches ihnen größere durch die Strassen ziehende oder bereits fahrende vagabundierende Kinder gestohlen haben, um die geschiedene Mutter oder den verschiedenen Vater anrufen zu können. Geschiedene Mütter schieben mit leerem Blick den leerem Kinderwagen und den vollen Einkaufswagen an auf der Strasse ziehenden vagabundierenden Kindern vor sich her und wieder vorbei, welche auf der Suche nach auf der Strasse ziehenden vagabundierenden Kinder und auf der Flucht vor ganz anderen auf der Strasse ziehenden vagabundierenden Kindern sind, welche gerade mit dem verschiedenen Vater telefonieren, welcher wiederum auf der Suche nach der geschiedenen schiebenden Ex ist.
Doch wo bleibt da die Hoffnung, wenn einerseits diesseits im Jenseits und andererseits jenseits vom Diesseits und abseits vom Jenseits das Diesseits keinen Spaß mehr macht? Wer spendet uns ein bisschen Trost, wenn wir vor lauter zweifelhafter Verzweiflung unzweifelhaft nicht mehr wissen, wo vorne und hinten ist? Besonders beim Einparken. Wo ist die hilfreiche Hand, welche uns bei unseren einsamen Sado-Maso-Spielen ohne Sado und nur beim langweiligen Maso mit Tante Gertrudes selbst gehäkelten Schal, den wir bei einer kalten Leiche zufällig gefunden haben und den wir aus lauter Verzweiflung mit heißen Maroni gefüllt haben, um zumindest etwas wie Nächstenliebe zu spüren zu bekommen, windelweich prügelt? Wer gibt uns etwas Halt, wenn wir torkelnd und nach haltlosem Genuss von vier Litern allerfeinstem eisgekühlten Bommerlunder uns die Eier abfrieren, welche fast so kalt sind wie jene kalte Leiche, welche wir am oberen Ende von Tante Gertrudes selbst gehäkelten Schal still hängend gefunden haben, den wir aus lauter Nächstenliebe mit heißen Maroni verzweifelt gefüllt haben, uns dabei einen kleinen Schnupfen holen und vor lauter Verzweiflung nicht mehr wissen, wo mit 5,3 Promille vorne und hinten ist. Besonders beim Ausparken. Gesundheit!
“Freie Zeit“, der Blog für Verzweiflungstaten und tatsächliche Verzweiflung, hat frohe Kunde und noch frohere Botschaften für Sie. Denn jetzt gibt es das erfrischend prickelnde Berliner Weihwasser mit Schuss. Genießen Sie beim Pfarrer Ihres Misstrauens ein kleines Schlückchen Original Berliner Weihwasser mit Schuss und kommen Sie wieder so richtig bis zum Schluss. Lernen Sie die Welt von ihrer schönsten Seite kennen und machen Sie wieder nichts aus Ihrem Leben. Meine lieben Brüder im Geiste und Schwestern mit der hilfreichen Hand, welche unsere kalten Eier windelweich prügelt, weil wir endlich jenen selbst gehäkelten Schal von Tante Gertrude, welche bis vor kurzem noch die kalte Leiche mit dem kleinen Schnupfen festhielt, beim Einparken gefunden haben, von dem wir bisher nicht wussten, wo vorne und hinten ist. Besonders, wenn wir heiße Maroni auf dem Arbeitsamt essen und mit unseren durch die Strassen ziehenden vagabundierenden Kinder telefonieren, welche seit gestern mit ihrem Vater wilde Sado-Maso-Spiele im leeren Kinderwagen veranstalteten und aus lauter Nächstenliebe windelweich geprügelt werden, während die mit vier Litern allerfeinstem Bommerlunder volle Mutter mit dem Einkaufswagen an ausparkenden und auf der Strasse ziehenden vagabundierenden Kindern vorbeitorkelt und dabei die Scheidung am Handy einreicht, um gleich darauf mit dem neuen soliden Hanfstrick den in Kürze verschiedenen Mann, welcher einerseits vom derzeitigen Diesseits ins andersweitige Jenseits und andererseits dann aus dem diesseitgen Jenseits, welches derzeit noch ein jenseitiges Diesseits ist, aufzuhängen und die leise schaukelnden erkaltenden Eier mit heißen Maroni der Nächstenliebe zu füllen. Und Tante Gertrude häkelt aus lauter Verzweiflung und leicht verschnupft einen neuen Schal.
Das Spiel kann von vorne anfangen und hinten neu beginnen.

