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29.10.2011

Boris Becker macht reinen Tisch

Abgelegt unter: Zeit-GenossInnen — Paul Boegle @ 21:09


Der Ex-Tennisstar zahlt jetzt die Rechnung für die Hochzeit

Paul Boegle von “Freie Zeit“, der Blog für Inkasso-Service und Schuldenfallen, traf nun den ehemaligen Wimbledon-Sieger Boris Becker zu einem Dreiminuten- und sogar teilweisen Vier-Augen-Gespräch. Und die ehemalige Nummer 1 der Tenniswelt stand im Sitzen Rede und Antwort. Denn Boris Becker, welcher seit einiger Zeit in den Negativschlagzeilen der Bouillonpresse steht, macht jetzt reinen Tisch. Grund dafür ist die immer noch nicht beglichene Rechnung für seine Hochzeit aus dem Jahr 2009, welche nach Meinung der Tennislegende reine Abzocke sei und von Pfarrer Brent Fisher, welcher Boris Becker und seine damalige Freundin Lilly Kerssenberg in St. Moritz zu Mann und Frau (waren die beiden nach ausgiebigen Recherchen von “Freie Zeit“, dem Blog für ausgiebige Recherchen und Mann und Frau, aber auch vorher schon) traute,Ex-Tennisstar Boris Becker veranstaltet einen Flohmarkt, um die noch offene Rechnung für Pfarrer Brent Fisher bezahlen zu können. Der Geistliche hatte Becker und Lilly Kerssenberg in St. Moritz um 9600 Franken getraut und wartet bis jetzt noch auf sein Geld. Paul Boegle findet die Entscheidung von Boris Becker bewundernswert. deshalb auch viel zu hoch bemessen sei. Doch Becker gibt nun nach und möchte die immer noch unbezahlte Schuld nun überweisen.

Dass es ihm dabei nicht prinzipiell ums Prinzip gehe, sondern prinzipiell nur ums Prinzip, weil es im Prinzip nichts ausmache, dass es nur ums Prinzip gehe, weil es gehe schließlich bei diesem Prinzip nicht ums Prinzip, was prinzipiell völlig richtig ist, betonte der Star dabei immer wieder. Unschuldsvermutung hin oder auch wieder her: Ein großer Charakter zeichnet sich eben nach Meinung unseres menschlichen Netzrollers Paul Boegle auch dadurch aus, dass er dem Prinzip “Der Klügere gibt nachher!” Tribut zollt. Und Boris Becker, ein ganz Großer seiner Zunft, macht dementsprechend ernst und reinen Tisch. In einem beispiellosen Flohmarkt, welchen er nun zugunsten sich selbst veranstaltet, möchte er all jene Dinge veräußern, welche ihm den dafür notwendigen Betrag von kolportierten 9600 harten Schweizer Franken einbringen sollen.

Ein Anfang ist auf alle Fälle gemacht. Denn wie man munkeln hört, wird RTL mit ziemlicher Sicherheit den kompletten Flohmarkt live und in Zweikanal-Farbton übertragen. Unter dem Motto “Deutschland sucht den Super Flohmarkt” will der Privatsender in einer 112 stündigen Liveübertragung (746 Stunden Werbeunterbrechungen nicht mitgerechnet) vor Ort berichten. Dass Steffi Graf und Andre Agassi den Quotenhit moderieren sollen, macht die Sache sicherlich noch interessanter. Ob Frau Graf dabei vom Biertisch berichten soll oder doch eher die sicherlich anspruchsvollere Aufgabe der Berichterstattung unterhalb der Holzbank übernehmen wird, stand bei Darmverschluss und Redaktionsschluss noch nicht fest.

Freie Zeit”, der Blog für privatrechtliche Sinn- und ganz private Darmentleerung, war bei den Vorbereitungen vorbei. Bei angenehmen Temperaturen zeigte sich der ehemalige Spitzenspieler sehr entspannt. Gekonnt klappt er den Biertisch aus, ohne zu hyperventilieren. Die blütenweiße Tischdecke, scheinbar noch ein Mitbringsel aus St. Moritz von der damaligen Hochzeitstafel, schwebt langsam über dem Tisch herunter und bedeckt den zentralen Flohmarktbereich faltenfrei und fleckenlos.

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Und in kürzester Zeit, man fühlt sich förmlich an die guten alten Zeiten erinnert, hechtet Herr Becker zwischen Tisch und Bank hin und her und stellt in gekonnter Manier die zu verkaufenden sportlichen Devotionalien auf. Konditionell topfit, verschwindet er ein ums andere Mal im angrenzenden gemütlichen Wohnbereich der Eineinhalb-Zimmer-Wohnung mit raffinierter begehbarer 174 qm Besenkammer im spätgotischen Stil und eigener Reagenz-Sortierungsanlage. Man sieht eindeutig, dass es Boris Becker hier eindeutig nicht ums Prinzip geht, sondern einzig und allein ums Prinzip, was im Prinzip aber schon geschrieben wurde.

Neben einem wunderschönen blauen Plastikeimer, welcher noch einen Pokal enthält, von dem der Star nicht weiß, woher der kommt, wird ein ziemlich wertvoller Tennisschläger drapiert. “Mit dem äh hatte ich meinen ersten Wutanfall auf dem Centre Court. Es äh war wunderschön damals.” Man kann sehen, dass es ihm schwer fällt, sich von diesen wertvollen Sachen trennen zu müssen, aber Becker wäre nicht Becker, wenn es ihm jetzt nicht einfach nur ums Prinzip gehen würde, sondern definitiv rein ums Prinzip.

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Plötzlich wird es still. Zärtlich streichelt der alternde Star über eine kleine Streichholzschachtel. Immer wieder macht er die filigrane kleine Schachtel auf und zu. “Die habe ich selber gemacht. Eine kleine äh Besenkammer. Alles handgemacht und teilweise sogar äh mundgeblasen. Die funktioniert sogar noch. Schade drum!” Dann legt er auch dieses Stück zu den anderen auf den schön gedeckten Tisch und macht sich für das ausführliche Interview bereit. 

Freie Zeit: “Boris, äh Herr Becker, ich darf doch Boris äh sagen? Das macht äh das ganze Gespräch äh versauter äh vertrauter. Also so richtig vertraut versaut.

Boris Becker: “Äh, natürlich, schließe sage ich äh ja auch selber Boris zu mir.

Freie Zeit: “Ah, Verzeihung, äh, Verzähung, äh verstehe. Gut Boris oder darf ich auch Herr Becker äh Hähärr Bähäcker sagen?

Boris Becker: “Ah äh, natürlich, weil manchmal sage äh also ich äh ja auch Herr Becker zu mir, obwohl ich äh ja eigentlich Boris heiße. Aber Hähärr Bähäcker ist auch in Ordnung.

Freie Zeit: “Aha ja, Verzeihung ähä jä, also wenn das äh so ist, wäre es mir natürlich wesentlich lieber, wegen äh der Versautheit äh Vertrautheit, dass ich vielleicht besser Boris äh Becker sage. Gähät dähäs auch?

Boris Becker: “Äh, gähät klär, also klar, äh Mann äh. Weil es ist jahä nicht sohä, dass mir das unangenähäm wäre. Weil die meisten sägen ja an mir. Nein, sagen äh zu mir. Also nähännen mich Boris Becker.

Freie Zeit (räuspähärt sich): “Ähm, also, wähänn ähm das in Ordnung ist, Hähärr hähämm ähm äh Boris Herr Becker Boris Becker, dann bleiben wihär äh doch beim vertrauten Äh. Ich hoffähä, das macht Ihnen nichts aus?” (Räuspähärt sich noch einmal).

Boris Becker: “Äh, eh klar!

Freie Zeit: “Vielen Dähänk für das Gesprähähähähäch. Äh, ja, also äh!

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