Unbezahlbares Krankheitsbild aus Museum gestohlen
Kunstdiebe entwenden wertvolles Krankheitsbild aus pathologischem Museum
“Der eingebildete Kranke“, das wohl berühmteste Krankheitsbild der Menschheitsgeschichte, wurde letzte Nacht aus dem Pathologischen Museum in Palma de Mallorca gestohlen. Der Diebstahl des Gemäldes, ein Frühwerk von Jean-Baptiste Poquelin, wurde erst am nächsten Morgen während der Chefvisite bemerkt, als der diensthabende Arzt einem frisch operierten Kunstfehler die Nähte ziehen wollte. Obwohl das Meisterwerk alarmgesichert war und unter ständiger Bewachung am Tropf hing, konnten Kunstdiebe
scheinbar unbemerkt in das Sechsbett-Zimmer eindringen und den eingebildeten Kranken mitsamt der Infusionsnadel in ihre Gewalt bringen.
Sir William Morbus Parkinson, der aktuelle Museumsdirektor und Absolvent der Knidischen Schule, welcher den renommierten Bakterientempel erst seit wenigen Wochen leitet und den leider viel zu früh verstorbenen langjährigen Leiter Carl-Corpus Hippocraticum, Fokaler Freiherr von Inzidenz, welcher von seiner Belegschaft aufgrund seiner resoluten Art nur der “Knochenbrecher von Kós” genannt wurde, ablöste, zeigte sich gegenüber “Freie Zeit“, dem Blog für unfallträchtige Anfälle und überfallartige Fallbeispiele, völlig entsetzt und konnte nur durch eine Überdosis Äther einigermaßen und eine Unterdosis Sendungsbewußtsein ruhig gestellt werden. Denn der Verlust des unschätzbaren Krankheitsbildes der international bekannten Sammlung für mehrschichtige Krankheitsbilder, phantastischer Bleistiftzeichnungen grippaler Infekte, wertvolle Siebdrucke erstklassiger Funktionsstörungen sowie die wohl umfangreichste Werkschau für kontrastreiche Röntgenbilder und eine in den Sonderausstellungsräumen gerade gezeigte exklusive Zusammenstellung detailgetreuer Fersentrümmerfrakturen wirft einige Fragen auf.
Wie gelang es der Bande, das gut gesicherte Kankheitsbild zu entwenden, obwohl das Werk mit mehr als vier Metern selbstklebender und elastischer Mullbinde an das speziell angefertigte Krankheitsbett gefesselt war? Warum schlugen die hochsensiblen Krankheitserreger nicht an, welche eigentlich direkt mit dem örtlichen Roten Kreuz verbunden sein sollten? Und wie kommt es, dass der Verlust des Krankheitsbildes erst am nächsten Vormittag festgestellt wurde, obwohl um fünf Uhr in der Früh eigentlich eine umfangreiche Fiebermessung angeordnet war, weil “Der eingebildete Kranke” ab November im Zuge der Ausstellung “Vergessene Immunsysteme des 17. Jahrhunderts” gezeigt werden sollte?
Dass das Letzte Ölungsbild des aus der hämischen Schule hervorgegangenen Meisters Jean-Baptiste Poquelin nur schwer auf dem freien Markt für außerordentliche Krankheitsverläufe zu verkaufen sein wird, ist der internationalen Sonderkommission “Disease Disaster” mittlerweile klar. Sie konzentrieren deshalb jetzt ihre Ermittlungen auf private SammlerInnen von Krankheitsbildern und Röntgenaufnahmen. Besonders der mehrmalig vorbestrafte Kunstmäzen Molière Mollcedur steht dabei im Fadenkreuz der Behörden, welcher eine Vorliebe für Kunstschätze entwickelt hat, die mit der speziellen bakteriologischen Eiter-Tempera Maltechnik und Elementen der Enkaustik bis zur Mumifizierung gefirnisst wurden.

