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18.9.2011

Captain Future von Captain Morgan am Hauptsegel aufgehängt

Abgelegt unter: Zeit-GenossInnen — Paul Boegle @ 22:30


Käpt’n Blaubär, Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew schauen einfach zu

Der schwelende Konflikt zwischen Captain Future und Captain Morgan um das Kapitänspatent hat nun seinen endgültigen Höhepunkt während des täglichen Kapitäns-Dinners mit aufgetauten Fischstäbchen und anderem halbgefrorenem Seemannsgarn und anschließenden kapitalen Besäufnisses erreicht. Denn wie “Freie Zeit“, der Blog für impotente Seebären und schwangere Meerjungfrauen, aus gewöhnlich gut kielholenden Kreisen erfahren hat, starb Captain Future gestern, weil ihn Captain Morgan am Abend kurz nach Sonnenuntergang zu dem bereits schon seit mehreren Tagen toten Käpt’n Iglo hängte, welcher aufgrund der steifen Brise auch schon höchst gliedersteif zwischen den Seilen in der frischen Brise am Spinnaker hing und beträchtlich nach Fischstäbchen stank.

Dass der Streit nun eskalierte, war angesichts der Tatsache, dass Captain Future der Zukunft von Captain Morgan nicht erst seit gestern im Wege stand, für vielePaul Boegle war Augenzeuge, wie Captain Future und Käpt’n Iglo von Captain Morgan gestern abend am Hauptsegel aufgeknüpft wurden. Und alles nur wegen eines lausigen Kapitänspatents. Und schlimm an der Sache ist, dass Käpt’n Blaubär, Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew einfach nur zuschauen. vorhersehbar. Doch dass dies nun tödlich endete, macht selbstverständlich sehr nachdenklich. Denn Captain Morgan, welcher erst gestern das B5-Patent für die Große Hochseestapelei mit Auszeichnung bestanden hatte, war eigentlich für seine ruhige und zuvorkommende Art bekannt und wurde nach Aussage des Bescheuertmannes Käpt’n Balu nur dann ausfällig und gewalttätig, wenn er etwas zu tief ins Jamaica-Rum Fass geschaut hatte.

Vielleicht hat ihm das ziemlich schwierige Vollpatent doch einige Kopfzerbrechen bereitet. Morgan stand zwar kurz vor dem Abschluss und war bekannt dafür, dass er im volltrunkenen Zustand zur Höchstform auflief, aber der Stress nimmt einen doch ganz schön mit. Mein Freund ist zwar jetzt schon immer randvoll unter falscher Flagge, aber mit traumhaft echter Fahne zur See gefahren und manchmal auch hineingefallen, doch irgendwie war er in letzter Zeit seltsam. Gut, das mit dem Käpt’n Iglo kann ich noch verstehen. Wenn es nach mir ginge, hätte ich den sowieso nur in München Taxi fahren lassen. Aber das mit dem Captain Future tut mir schon ein bisschen leid. Der hat doch seine Eltern auf den Mond geschossen oder was damals eben passierte. Und seit Jahren war er seekrank und hat mindestens viermal am Tag über die Reeling gekotzt. Wenn Gegenwind geherrscht hat, konnte er wenigstens nachschauen, was er gegessen hatte, weil ziemlich vergesslich war er ebenfalls. Und jetzt hängt er selber zwischen Sonne und Mond und hat den Fischgestank von dem Iglo auch noch zu ertragen. Wenn der Morgan ihn zumindest ans Besansegel geknüpft hätte. Aber nein.

Kopfschüttelnd verlässt der alte Seebär die Kommandobrücke und begibt sich zu seiner tollkühnen Crew, um mit Rebecca und Molly Cunningham einen flotten Dreimaster im Stehen von hinten nach vorne zu setzen. Als Captain Morgan von der Wasserschutzpolizei in Handschellen abgeführt wird, steht die gesamte Mannschaft und salutiert mit ernster Miene. Plötzlich fällt ein Fischstäbchen wie aus heiterem Himmel von oben aus der Takelage. Als alle nach oben blicken, fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen: Die große Ausbeulung im Schritt von Käpt’n Iglo ist verschwunden. Der dauerharte Dauerständer war nur ein grätenfreier Pfannenwender. Leise schaukelnd bewegt sich der erstarrte Käpt’n Iglo mit leerer Hose und vollen Segeln im aufkommenden Wind, während sich der tote Captain Future hämisch grinsend und mit herausgesteckter blauer Zunge langsam im Kreise dreht.   

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