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3.9.2011

Olymp: Notbeleuchtung wegen Götterdämmerung

Abgelegt unter: Zeit-los — Paul Boegle @ 07:47


Griechenland muss wegen Wirtschaftskrise Strom sparen

Obwohl sich Griechenland mit dem ehemaligen griechischen Nationaltrainer Otto Rehhagel (“Freie Zeit”, der Blog für Finanzpakete und Geldbomben berichtete exklusiv am 07.07.2011), kompetente Hilfe bei der Bewältigung der Finanzkrise ins angeschlagene und monetär schlingernde Boot geholt hat, verschlimmert sich die Lage von Tag zu Götterdämmerung auf dem Olymp. Zeus und Hades stehen zunehmend im Finstern. Notbeleuchtung weist den griechischen Göttern den Weg aus der Dunkelheit. Selbst der Kalydonische Eber schreit wie am Spieß, weil er nicht durch ist.Tag und wird auch bei Nacht nicht besser, wie nun der griechische Minister Aristoteles Voltaki vom Ministerium für Innere Stromkreise auf seiner Facebook-Seite postete und dem Wirtschaftsmagazin “Dorisches Kapitell - Die Säule des olympischen Geldadels” in einem Interview sagte. “Wenn die da oben auf dem Olymp glauben, jede Nacht einen Kalydonischen Eber braten zu müssen, haben sie sich aber geschnitten. Der schreit zwar wie am Spieß und natürlich auch auf dem Spieß, weil er nicht durch ist. Diese Köchin Artemis mag ja nicht schlecht sein, aber im Moment muss es auch einmal ein gebratener Storch tun. Von so einer Hirschkuh will ich gar nicht reden. Dieser exorbitante Stromverbrauch hat uns erst vergangene Nacht wieder das komplette Notstromaggregat unten bei der Konkurrenz zusammengehauen. Der ganze Styx war für Stunden finster und es gab eine Menge Toter. Alle jämmerlich im Styx ersoffen, weil niemand wusste, wohin des Weges. Dass das unserem Bundesbediensteten Charon gehörig auf den Senkel geht, kann ich verstehen. Dem steht das Wasser jetzt schon bis zum Hals und deshalb sagt er nur noch: “Nyx Obolus, nix Erebos!“. Und für seinen treuen Hund Kerberos gibt’s auch keine anständige Mahlzeit mehr. Das arme Hundsvieh frisst vor lauter Verzweiflung schon die eigenen Hundeflöhe.

Doch die finanzielle Misere rund um den Peloponnes dürfte schlimmer sein als bisher angenommen. So wurde jetzt bekannt, dass auch auf dem normalerweise hell erleuchteten Olymp, welcher den dort ansässigen Göttinnen und Göttern sowie unzähligen Touristen immer noch als Sommersitz und sehr beliebtes Ausflugsziel dient und nur in den kühlen Monaten Dezember bis Februar verlassen wird, die Lichter auf Sparflamme brennen. In einer Email von Herrn Zeus, welcher für die Bewirtschaftung des Bergmassivs nahe der kleinen Ortschaft Litochoro und die Berghütten “Spilios Agapitos”, “Vrysopules” und zwei weiterer Berg- und Schutzhütten zuständig ist und mit seinem Bruder Hades betreibt, zeigt sich der Hüttenwirt entrüstet über die rigorosen Sparpläne seiner Regierung. Besonders enttäuscht ist Herr Zeus über die Tatsache, dass ab 20:00 Uhr kein Strom mehr zur Verfügung steht und nur noch die Notbeleuchtung bis 7:00 Uhr in der Früh aufgedreht wird

Doch der griechische Minister für Innere Stromkreise und Äußere Schaltkreise begründet die Maßnahme mit dem immensen Stromverbrauch, welcher nach Einbruch der Götterdämmerung die Stromzähler bis zum Glühen bringt, wie er sich ausdrückte. “Ich habe den Herren Zeus und Hades bereits vor sechs Wochen den Vorschlag gemacht, die herkömmlichen Glühbirnen gegen Energiesparlampen auszutauschen, aber bis heute ist auf dem Olymp nichts passiert. Wenn die glauben, die Götterdämmerung bis zum Morgengrauen mit ihren 100-Watt Birnen zu erleuchten, haben sie sich gründlich geschnitten.”, zeigt sich Aristoteles Voltaki enttäuscht über das jetzige Verhalten der beiden Hobby-Gastronomen und Vollzeit-Olympioniken. “Wir haben nun einmal eine Wirtschaftskrise und dies bedeutet, dass auch die Herren Zeus und Hades sparen müssen. Warme Götterspeise hin oder her, aber in Zeiten wie diesen muss das Gyros eben in der Mikrowelle heiß gemacht werden. Geht schneller und macht auch satt. Und außerdem finde ich es nicht schlimm, wenn die Götterdämmerung ein bisschen länger dauert. Aber mit dem Ende der Sommerzeit denke ich, dass das nur noch halb so schlimm ist.

Freie Zeit“, der appetitanregende Blog für sittliche Reinheit und reinliche Sitten, kann die ganze Aufregung sehr gut verstehen. Aus diesem Grund würde es vielleicht Sinn machen, die Götterdämmerung bis auf Weiteres außer Kraft zu setzen und sich den Bayreuther Energieexperten Richard Wagner, welcher in Energiefragen geradezu eine Koryphäe für nächtliche Visionen und versunkene Schätze ist. Doch das möchte wiederum Herr Rehhagel nicht. Der steht auf dem Standpunkt, dass die Glühbirne rund ist und ein Kalydonischer Eber braucht nun mal 90 Minuten, bis er am Spieß schreit. 

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