Furchtbar: Beamter von Bahnschranke erschlagen
Horrorunfall überschattet Dienstreise eines Postbediensteten
Ein tragischer Unfall mit Todesfolge ereignete sich am gestrigen Nachmittag in der Nähe der beschaulichen Gemeinde Kriechwalde am Kleinen Schleimbeutel. Wie Augenzeuge Thor Olaf Bunsen-Brenner der Verkehrsredaktion von “Freie Zeit“, dem Blog für Schleichwege und Hochgebirgspässe, berichtete, dürfte sich der Verkehrsunfall aufgrund überhöhter Geschwindigkeit des Beamten ereignet haben, welcher sich gerade auf dem Heimweg von einer beschwerlichen Auslandsreise aus dem benachbarten Briefverteilungszentrum befand, wo er beim Posthörner-Platzkonzert bis zum Erbrechen lag und zum Erliegen brachte.
“Ich sah noch, wie er abbremsen wollte, aber er war einfach viel zu schnell und krachte ungebremst in die sich senkende Bahnschranke. Die Reaktionszeit war zwar
phantastisch für den Staatsbediensteten, aber so eine Bahnschranke senkt sich ja verdammt schnell. Es war furchtbar, wie der arme Mann direkt vor meinen Augen von der Schranke förmlich erschlagen und dann langsam zerquetscht wurde. Die ganzen Gedärme hat es ihm so richtig rausgedrückt. Da war sogar noch eine halb verdaute Wurstsemmel zu sehen. Mit Gurke. Der Mann hat sicher für einen Beamten einen superschnellen Verdauungsapparat, aber so eine Wurstsemmel ist schließlich verdammt schnell im Dünndarm unterwegs. Da müssen solche verstaatlichten Magensäfte erstmal hinterherkommen. Ich wollte zwar noch Hilfe holen, aber der Mann hat nur dauernd geröchelt, dass er gleich Mittagspause habe und deswegen keine Behandlung gestatten dürfe, weil doch die gesetzliche Mittagspause im Kollektivvertrag so geregelt ist. Dann hat er mir noch gesagt, dass er ab 15:30 Uhr wieder dienstlich zu sprechen sei und bis dahin nicht gestört werden möchte. Naja, und weil es eben noch nicht mal zwei durch war, habe ich eben drauf gewartet, dass es halb vier wird.“
Auf die Frage von “Freie Zeit“, dem Blog für explodierende Hauptpostämter und einstürzende Schallmauern, ob der Unfall nicht zu verhindern gewesen wäre, erklärt uns der anwesende Leichenbeschauer, dass es selbst für den amtierenden Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel oder den nicht minder schnellen Valentino Rossi fast unmöglich wäre, aufgrund der extremen Fallgeschwindigkeit solcher Bahnschranken einen Unfall zu verhindern. Wir haben dem “Bundesvorstand für mehrgleisige Beschränkungen und eingleisig entgleiste Gesichtszüge“ schon mehrmals auf die Problematik besonders im Zusammenhang mit querenden BeamtInnen aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen, dass sich eine kurz vor der Mittagspause stehende, sitzende und besonders liegende Person der öffentlichen Leblosigkeit, welche vielleicht auch noch zusätzlich direkt aus der morgendlichen Tiefschlafphase gerissen wurde, noch in einer gewissen durch die Tiefschlafphase hervorgerufenen Aufwärmphase mit einhergehender Kaltstartphase und dementsprechend noch nicht vollzogener Warmlaufphase befindet.
Während der Mediziner bedächtig seine Instrumente in den neben dem zeitlebens leblosen Beamten, aber jetzt zeitlosen leblosen und auch noch toten Beamten, stehenden schwarzen Koffer räumt und die Fotografin noch ein paar Bilder des wunderschönen Sonnenuntergangs macht, kriecht eine Weinbergschnecke über den glühenden Asphalt und küsst zärtlich die blutverschmierte Stirn des Toten. Zärtlich flüstert sie: “Papi, wo warst Du solange? Papa, ich hab Dich lieb!“

