Franck Ribéry verklagt Bayern München wegen Mobbing
Der Mittelfeld-Star der Bayern steht völlig im Abseits
Der begnadete Franzose Franck Ribéry, welcher bereits seit mehreren Jahren die Nummer 7 für den deutschen Rekordmeister FC Bayern München trägt, hat nun gegen seinen Arbeitgeber Klage wegen fortgesetzten Mobbings am Arbeitsplatz vor dem Unterlandesgericht München eingereicht. Als Hauptgrund nennt seine Anwältin gegenüber dem Fußballmagazin “Sport Tilt! - Der kaputte Sportstammtisch” die permanente Abseitsstellung im Verein und besonders auf dem grünen Rasen, welche für den Dribbelkünstler nach Meinung eines psychologischen Gutachters zu ungerechtfertigten seelischen Qualen geführt hat, welche wohl nur durch einen Wechsel zu Real Madrid oder dem Münchner Konkurrenten TSV 1860 München beendet werden könnten. Nachdem Ribérys Wunschverein, die SpVgg Unterhaching, den Bayern wegen der kolportierten Ablöseforderung in Höhe von 216 Mio Euro in letzter Minute eine Absage erteilte und sich um das Geld lieber den Münchner Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg kauften, wird der Fall wohl demnächst vor dem freistaatlichen Arbeits- und Distanzschützengericht Feldmoching-Hasenbergl in erster Instanz verhandelt werden.
“Die Fronten mit dem Management sind verhärtet. Und das, obwohl jeder Woche für Woche auf dem Platz sieht, dass mein Mandant dauernd ins Abseits gestellt wird. Der wird gemobbt, aber vom Allerfeinsten. Ich möchte ja diesem neuen Neuer und diesem alten Robben nichts unterstellen, aber wenn ich mir das so anschaue, glaube ich schon, dass die beiden den Franck ganz bewusst ins Abseits stellen. Und dass der Basti, also der Herr Schweinsteiger, der immer so lieb tut auf dem Platz, wahrscheinlich sogar mit diesen schwarzen Männern, welche da die ganze Zeit nebenher laufen und dauernd so laut pfeifen, der Ober-Mobber überhaupt ist, steht doch für mich außer Frage. Weil, und das sollten Sie einmal beobachten, jedes Mal, wenn Herr Ribéry zu rennen anfängt und den Ball will, gibt der Basti ihm den erst, wenn er ganz weit weg von den anderen steht. Das zeigt doch deutlich, dass die mit ihm nichts zu tun haben wollen. Und sobald der Franck diesen runden Ball hat, fängt der schwarze Mann wie wild an zu pfeifen und alle heben die Hand und zeigen mit ihren dreckigen kleinen vermobbten Fingern auf meinen armen Klienten. Und dann beschimpfen sie ihn ganz furchtbar und drohen ihm mit der Faust und klatschen in Richtung von diesem korrupten schwarzen Mann, weil der das wieder richtig toll gemacht hat. Und draußen an dieser weißen Linie steht sein Freund und winkt ihm mit so einer Fahne zu und zeigt, dass es wieder mal der Franck gewesen sein soll. Jedes Mal denke ich, dass kann’s doch nicht sein. Aber die stellen ihn 90 Minuten oder manchmal, wenn sie so richtig pervers drauf sind, sogar über zwei Stunden lang ins Abseits. Meist fragt der schwarze Mann nach eineinhalb Stunden oder so etwa, ob sie den Herrn Ribéry für heute schon genug gemobbt haben. Und wenn die nein sagen, dann dürfen sie nochmal für eine halbe Stunde ihren Spaß mit dem armen Hund haben, also den Franck meine ich natürlich.”
Während sich die Anwältin richtig in Rage geredet hat und ihrem Schutzbefohlenen, welcher die ganze Zeit mit leeren, traurigen und verträumten Augen auf das Trainingsgelände der Münchner schaut, wo seine Mitspieler lachend in der warmen Nachmittagssonne die Lohnz
ettel und Spielerprämien miteinander vergleichen, die zarte Hand streichelt, wird unser Fußballexperte Paul Bögle von “Freie Zeit“, dem Blog für Moby Dick, dicke Gehaltsschecks und fettes Mobbing, plötzlich Zeuge, wie der im Dress des FC Bayern München neben uns sitzende Ribéry plötzlich aufsteht und zornentbrannt auf den Platz rennt. In seiner Hand hält er die vorbereitete Klage wegen andauernden Mobbings. Und fuchsteufelswild rennt er auf einen älteren Herrn mit schütterem Haar zu und übergibt ihm die Anklageschrift.
“Das da ist der Uli Hoeneß, habe ich mir sagen lassen. Was der genau bei diesem Verein macht, habe ich noch nicht rausgefunden. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass er der Platzwart oder sowas in der Art ist. Kann aber auch sein, dass er nur die verschwitzten und dreckigen Spielertrikots waschen muss. Warum er dem die Mobbing-Klage gibt, weiß ich zwar auch nicht, aber was soll’s. Ist ja eh nur eine Kopie.” Achselzuckend beobachtet die gut gekleidete Dame die Szene, während sie gelangweilt in ihrer Teetasse die letzten Reste Süßstoff verrührt.


Das ist ein genialer Text. Ich habe selten so gelacht. Absolut gelungene Wortwahl und prima Thema. Wenn Hoeneß und Co. das lesen könnte, ich denke, sie würden auch lachen :)PRima. Mehr davon!
Kommentar von Peter Beerenz — 25.8.2011 @ 16:50
Lieber Peter, ich darf natürlich anmerken, dass es mir gewisse Themen auch relativ leicht machen, darüber zu schreiben. Allerdings freut es mich riesig, dass es Deinen Geschmack und hoffentlich auch den meiner anderen LeserInnen trifft. Denn so einfach ist es gar nicht, gepflegten Blödsinn zu schreiben, wie manche Menschen möglicherweise glauben. Besonders die Tatsache, dass Fußball eigentlich nicht mein Spezialgebiet ist, macht es notwendig, dass ich vorab doch einiges an Zeit für Recherchen und Informationssuche investieren muss. Von den Bildcollagen möchte ich gar nicht sprechen. So hoffe ich aber, dass Du vielleicht manches Mal auf meinem Blog vorbeischaust, um weitere Stilblüten zu lesen. Und über Herrn Hoeneß oder auch andere dieses Metiers würde ich mich genauso freuen, schließlich sind es ja diese Menschen, welche mir Stoff für meine Kurzgeschichten geben. Und da darf ich anmerken, auch wenn viele im Rampenlicht stehende Personen Ziel meiner satirischen und manches Mal auch sicherlich spöttelnden Artikel sind, so bedeutet dies in den wenigsten Fällen, dass ich diese Objekte meiner schreibenden Begierde als Mensch nicht auch schätzen würde. Natürlich bestätigen auch hier wieder die berühmten Ausnahmen die Regel.
Liebe Grüße aus Wien, der fußballerischen Ruine der modernen 4-4-2-Taktik oder so ähnlich eben.
Kommentar von Paul Boegle — 25.8.2011 @ 20:33