Siedepunkt von Wasser wegen Energiekrise herabgesetzt
EU-Wissenschaftsrat rät zu verpflichtender Regelung für niedrigeren Kochpunkt
In einer aktuellen Debatte rund um Einsparungsmaßnahmen des Energiebedarfes der EU-Mitgliedsstaaten hat der Wissenschaftsrat der Europäischen Union einen ungewöhnlichen, aber nach Meinung des japanischen Professors Hazwei Ozon, welcher an der Universität von Tokio den “Lehrstuhl für Verdampfungswärme. Siedeverzug und molekulare Entzugserscheinungen” innehat, sinnvollen Vorschlag gemacht. Das regierungsnahe Wissenschaftsmagazin “Tropfpolitik aktuell“, welches von der Initiative Canal Grande mitgetragen und gefördert wird, schreibt unter der Überschrift ”Die neue Kochpunkt-Politik der EU hat ihren Siedepunkt erreicht: Das Sahnehäubchen des Energiesparens“:
“… Der Vorschlag ist sicherlich sehr interessant im Hinblick auf überregionale Einsparungspotentiale durch die niedrigere Siedetemperatur von Wasser. Wenn ein
allgemein verbindlicher Grenzwert für kochendes Wasser, der länderübergreifend für die EU-Mitgliedsländer gilt und eine damit neu zu definierende Maximalgrenze des Siedepunktes beschlossen wird, welche deutlich unter der bisherigen Marke von 100 Grad Celsius liegt, stehen wir dieser Sache durchaus positiv gegenüber. Ob Wasser wie bisher bei 100 Grad zu Kochen beginnt oder in Zukunft bei 75 Grad oder einem anderen Wert, soll dabei nicht entscheidend sein.“
Der Wissenschaftsrat, welcher eigentlich nur beratende Funktion besitzt, möchte nun vor der Europäischen Wasserburg, welche seit 1993 ihren ständigen Sitz auf einer stillgelegten Bohrinsel im Bodensee auf neutraler Schweizer Seite hat, die Einführung einer ”Internationalen Kommission zur Herabstufung der Siedetemperatur von Wasser” anregen, welche eine Gesetzesnovelle zur Reduzierung der Europäischen Siedepunkte ausarbeiten soll. Der Vorsitzende des EU-Wissenschaftsrates gegenüber “Freie Zeit“, dem Blog für heißes Wasser und kaltes Entsetzen: ”Wenn sich die einzelnen Staaten dazu verpflichten würden, in Zukunft der Bevölkerung vorzuschreiben, dass Wasser nicht erst bei grob 100 Grad Celsius den Siedepunkt erreicht, sondern schon bei, sagen wir einmal, bereits bei 65 Grad Celsius, könnten wir dadurch riesige Mengen Energie einsparen. Dazu bedarf es aber der Zustimmung sämtlicher Mitgliedsstaaten der EU. Natürlich können wir einen Siedepunkt von 65 Grad Celsius auch erreichen, wenn wir in Zukunft nur noch in etwas 9500 Meter Meereshöhe unser Wasser zum Kochen bringen. Aber die Niederlande und andere Anrainerstaaten der Ost- und Nordsee und sogar Deutschland, wo ja prinzipiell alles machbar ist, haben größte Bedenken, dass sie diese notwendige Meereshöhe nicht erreichen könnten. Und diese Länder haben selbstverständlich auch Anspruch auf kochendheißes Wasser, würde ich so sagen. Dass Österreich seinen Großglockner auf die erforderliche Höhe bringen will, indem sie den Großvenediger sprengen und das Geröll dann zum Aufschütten verwenden, habe ich zwar auch schon gehört, aber nur wegen zwei bis drei Liter Wasser am Tag glaube ich nicht, dass das ein guter Plan ist.“
“Freie Zeit“: “Herr Vorschwitzender, äh Verzeihung Vorsitzender natürlich, aber es ist hier so verdammt heiß. Angenommen, Österreich, Deutschland und einige andere würden sich verpflichten, in Zukunft Wasser schon bei 65 Grad zum Kochen zu bringen und andere wie Berlusconi, der ja sowieso immer sein eigenes Süppchen kocht oder von mir aus auch Cameron, der ja besonders viel Druck draufhat, machen da nicht mit. Das heißt, ich als Österreicher koche bei mir zuhause mein Wasser bei 65 Grad ab und in England bleibt es bei den 100 Grad. Was dann?“
EU-Wissenschaftsrat: “Nun, faktisch würde sich nicht viel ändern. Außer natürlich die Tatsache, dass Sie in Wien viel weniger Energie verbrauchen als in London, weil Sie ja Ihr Wasser wesentlich früher zum Sieden bringen. Das Problem wird aber ein ganz ein anderes sein. Denn wir müssten innerhalb der EU zwei verschiedene Thermometer einführen. Eines für die 65-Grad-Länder und ein anderes oder eben das alte für die 100-Grad-Staaten ebenfalls zulassen. Zusätzlich kommt aber das Problem auf uns zu, dass Sie in London weiterhin eine Basaltemperatur oder Körpertemperatur von normalen 36,6 bis 37,9 Grad haben und ab 38,0 Grad Fieber bekommen. In Deutschland oder Österreich hingegen würden Sie die Medizinerinnen und Allgemeinärzte bei 38,0 Grad aber dann schon eigentlich für tot erklären, weil Ihre Basaltemperatur auf der 65-Grad-Skala ja viel niedriger wäre und der Fieberbereich so cirka bei 26,4 Grad beginnt und bei knapp unter 30 Grad endet. Sie sehen, wo Sie in anderen Staaten eigentlich noch quietschlebendig sind, werden Sie anderswo schon in der Erde verbuddelt.“
“Freie Zeit“: “Herr Fieberglitzernder, äh Verzeihung Vorsitzender, aber ich glaube, ich muss das Interview wegen Unwohlseins nun beenden und danke Ihnen für den Schüttelfrost.”

