Teufelsanbeter von Ehefrau Hörner aufgesetzt
Während Schwarzer Messe mit Nebenbuhler vergnügt
Teufelsanbeter Anton Fröhlich hat nun endgültig genug von seiner Angetrauten und leicht angegrauten Ehefrau Franziska Fröhlich. Die “Fröhliche Franzi“, wie sie in ihrer Nachbarschaft aufgrund ihres doch recht lockeren Umgangs mit den hauptsächlich männlichen Nachbarn genannt wird, steht endgültig vor den Trümmern ihrer Ehe. Anton Fröhlich, welcher leidenschaftlicher Teufelsanbeter aus Berufung ist und seit Jahren die Position des Schriftführers bei der “Christlichen Initiative gläubiger Teufelsanbeter e.V.“
bekleidet, hat die Scheidung eingereicht. Als Grund nennt er fortlaufende Seitensprünge seiner Noch-Ehefrau, während er in gutem Glauben Schwarze Messen mit seinen Glaubensbrüdern (weibliche Teufelsanbeterinnen sind nicht zugelassen) und danach wilde Orgien mit den nicht zugelassenen weiblichen Teufelsanbeterinnen ohne die weiter in gutem Glauben weiter Schwarze Messen abhaltenden Glaubensbrüder feierte.
Gegenüber “Freie Zeit“, dem Blog für Pferdefüße, Bockshörner und andere Kreuzungen, zeigte sich Anton Fröhlich, von allen nur respektvoll “Darkness-Toni” genannt, tief enttäuscht von seiner sündigen und in immerwährender Sünde lebender Gattin. “Ich wünsch’ sie einfach nur zum Teufel. Nein, natürlich nicht, sonst seh’ ich sie vielleicht wieder. Dieser kleine Satansbraten hat ausgerechnet mir Hörner aufgesetzt. Verstehen Sie, mir, einem Teufelsanbeter von Gottes Gnaden, der sowieso schon höllisch aufpassen muss, dass alles mit rechten Dingen da unten zugeht.” Mit dem Daumen zeigt er dabei nach unten. Auf dem tadellos reinen schwarzen Fliesenboden, welcher sich mit seinem strahlend weissen Fugenbild wunderschön in die geschmackvoll eingerichtete Wohnküche einfügt, spiegeln sich die Konturen seines zu unendlichem Schmerz verzerrten Gesichts und verschmelzen mit den irdischen Lichtern der eingebauten LED-Spots in der abgehängten Holzdecke zu einem Konterfei der Traurigkeit und Ratlosigkeit.
Stockend und immer wieder von Schluchzen unterbrochen, beginnt er, von seinen Schwarzen Messen zu erzählen. Und natürlich von den anschließenden Orgien. “Ich wollte eigentlich immer, dass auch weibliche Teufelsanbeterinnen bei uns zugelassen werden. Schließlich haben die genauso ein Recht darauf, in der Hölle zu schmoren. Außerdem steht ja in Matthäus 22,34–40 schon, dass wir unsere Nächsten so lieben sollen wie uns selbst. Ich bin wirklich schwer enttäuscht.“
Als er das gemeinsame Einfamilienhaus verlässt, streifen die beiden aufgesetzten Hörner, welche er auf seinem Kopf trägt, am Türrahmen der seidenmatt lackierten Haustüre und hinterlassen zwei tiefe bleibende Spuren auf den aufgesetzten Hörnern des sympathischen Teufelsanbeters. Von hinten tönt laut lachend eine Frauenstimme aus dem Dunkel des Wohnzimmers: “Die Hölle, das sind immer die Anderen.” Zur gleichen Zeit dreht sich befriedigt und glücklich ein Mann im fernen Paris auf dem Friedhof Cimitière Montparnasse um und flüstert lächelnd “Danke!” in die unhörbare Stille.

