Genial: Bahn schafft ab Montag Sommerzeit ab
Tägliche Verspätungen der Züge damit um eine Stunde verkürzt
Ein neuer Masterplan der Deutschen Bahn in Kooperation mit den Österreichischen Bundesbahnen sorgt derzeit für reichlich Diskussionsstoff. Aufgrund der nicht von der Hand zu weisenden Tatsache, dass immer mehr Züge der Bahn durch immer weniger Pünktlichkeit glänzen können, haben die pragmatisierten österreichischen StrategInnen zusammen mit den deutschen verbeamteten KollegInnen hinter den restlos überfüllten Schreibtischen und in den Liegewagen jetzt ein neues Mittel gefunden, um die Sollzeiten der Fahrpläne wieder etwas an die Istzeiten der Züge anzugleichen. Unter dem Motto “Die Zeit verrinnt!” macht die Bahn jetzt mobil.
Um die vom Bundesministerium für Innere Grenzwertigkeit erhobenen Daten, welche im Durchschnitt eine 44-minütige Überschreitung der Fahrplanzeiten pro angefangene vier Kilometer und 285 Meter Bahnstrecke mit 45 Kilometer Rückenwind und leichtem Schneefall im Plusgrade Bereich, bezogen auf einen mit einem Schaffner, drei Hilfsschaffnern, einem Lokführer, einem Lokführer-Assistenten, einem mobilen Speisewagen samt mobilem Speisewagenführer, einem Wegbahner für den mobilen Speisewagen und den dahinter gehenden mobilen Speisewagenführer, fünf Mobilitätsbeamten ohne eigentliche Funktion und funktionierendem Mitarbeiterstab, zwei Bremsern, einem Anschieber, vier Brems-Überwachern, zwei Anschieber-Kontrolleuren, zwei Notstromaggregate-Bedienern und einer Halbtageskraft für das Erste Klasse Abteil sowie drei zahlenden Gästen ziemlich ausgelasteten ICE auf der Strecke Berlin Südkreuz nach Berlin Ostkreuz während der Osterferien ergeben haben, nun drastisch zu minimieren, wird mit kommendem Wochenende die Sommerzeit beendet.
BahnkundInnen sollten sich also jetzt schon darauf einstellen, dass ab nächster Woche Montagmorgen mit Beginn des Frühverkehrs innerhalb Deutschlands und Österreichs zwei verschiedene Zeitzonen gelten. Außerhalb des Hoheitsbereichs der Deutschen Bahn und der OeBB gilt dabei bis zum regulären Ende der Sommerzeit weiterhin die Mitteleuropäische Sommerzeit. Doch innerhalb der Grenzen der DB und OeBB beginnt ab diesem Zeitpunkt der neue Sonderfahrplan mit den geänderten Fahrplanzeiten nach der sogenannten neu eingeführten Supervision German Austrian Uhrzeit oder kurz Super-GAU nach Beamtenrecht. Wer also auf dem Bahnsteig auf seinen verspäteten Zug wartet, sollte daran denken, zeitgerecht den Bundesbahn Super-GAU auf dem Handgelenk oder dem mitgeführten Reisewecker einzustellen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.
Die Masterminds der beiden nationalen Bahnen versprechen sich durch diese Änderung eine kundenfreundliche und vor allem sehr effektive Maßnahme, um ohne Kosteneinsparungen ein maximales Ziel an Pünktlichkeit zu erreichen. “Eine Stunde weniger Sommerzeit bedeutet auch eine Stunde weniger Verspätung. Das sind wir ganz einfach unseren Gästen und dem Schaffner, den drei Hilfsschaffnern, dem Lokführer, dem Lokführer-Assistenten, dem mobilen Speisewagen samt mobilem Speisewagenführer, dem Wegbahner für den mobilen Speisewagen und dem dahinter gehenden mobilen Speisewagenführer, den fünf Mobilitätsbeamten ohne eigentliche Funktion, den zwei Bremsern, dem Anschieber, den vier Brems-Überwachern, den zwei Anschieber-Kontrolleuren, den zwei Notstromaggregate-Bedienern und der Halbtageskraft für das Erste Klasse Abteil schuldig.” Kundenbetreuerin und Beamten-Gewerkschaftssprecherin Maria Kreuz, eine Halbbeamtin des kürzlich unter so tragischen Umständen verstorbenen Andreas Kreuz, gibt die neue Richtung unmissverständlich vor.
Die Regelung betrifft vorläufig allerdings nur Bahnfahrende auf der Strecke Berlin Südkreuz nach Berlin Ostkreuz. In umgekehrter Richtung, auf allen anderen Bahnstrecken innerhalb Deutschlands und Österreichs sowie im kleinen Grenzverkehr gilt weiterhin die übliche Sommerzeit. Der Testbetrieb soll dabei sukzessive nach einer Einführungsphase von etwa sieben Jahren ausgeweitet werden. Bummelzüge, also alle ICE-Züge, Railjets und andere Schnellbahnen, bleiben von dieser Regelung wahrscheinlich auch weiterhin ausgenommen.
“Freie Zeit“, der Blog für blütenreines Schwarzfahren und dreckiges Weißwaschen, wünscht weiterhin gute Fahrt!

