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4.7.2011

Nacktscanner übersieht Exhibitionisten

Abgelegt unter: Zeit-Geschichten — Paul Boegle @ 00:39


Riesige Sicherheitslücke am Flughafen Wien-Schwechat

Falter: “Da bin ich jetzt supernackt!” Die Telefonprotokolle von Meischberger, Plech, Grasser als VorlesungZu einem peinlichen Zwischenfall kam es auf dem Flughafen Wien-Schwechat beim Einchecken des halbblinden Passagiers Paul Bögle. Der amtsbekannte und sehr modebewusste Exhibitionist, der in schöner Regelmäßigkeit wegen Erregung öffentlicher Gliedersteife vor dem Wiener Landesgericht zu Ordnungsstrafen und ganz ordentlichen Strafen verurteilt wird, trug jetzt unwissentlich zur Aufdeckung einer schwerwiegenden Sicherheitslücke bei, welche beim ersten Probebetrieb der Ganzkörper-Nacktscanner bisher niemandem auffiel, aber fatal an das berühmte Karamell erinnert, welches ungestreift durch das noch bekanntere Nadelöhr maschiert.

Nachdem sich Bögle wieder einmal vollkommen zwanglos seiner Kleidung entledigt hatte, dies aber aufgrund der morgendlichen Hektik keinem Menschen sonderlich auffiel, stand der Mann plötzlich im Terminal, obwohl er kein gültiges Ticket vorweisen konnte. Wie sich jedoch herausstellte, hatte sich der nackte Mann beim nackten Scan ordnungsgemäß durch den Scanbereich bewegt, doch aufgrund der fehlenden Kleidungsstücke wurde er vom Scanner und dem vorschriftsmäßig bekleideten Sicherheitspersonal übersehen. Kein Piepsen ertönte, kein Pfeifen war zu vernehmen, nicht einmal ein kleines Schnattern, Rattern oder Flattern kam aus der Durchleuchtungsmaschine.

Freie Zeit“, der Blog für stehende Nacktschnecken und fliegende Flitzer stellt sich aufgrund des Vorfalls die Frage, ob in jüngster Vergangenheit nicht schon mehrere dieser Vorfälle unentdeckt blieben und auf dem Flughafen Wien-Schwechat und anderen aerodynamischen Drehkreuzen oder so ähnlich oder anderen öffentlichen, privaten oder anderen baufälligen Gebäuden möglicherweise unzählige nackte Passagiere herumflitzen, ohne entdeckt worden zu sein. Grund für diese Vermutung sind mehrere österreichische Überflieger und Senkrechtstarter, welche aber anonym bleiben möchten. Einer dieser Männer, welchen wir der Einfachheit Walter Meuschel nennen wollen, hat in einem Telefongespräch einem anderen Mann, der ebenfalls unerkannt bleiben möchte (der Name Karl-Heinz G. ist der Redaktion bekannt), erzählt, dass er ganz entsetzt wegen irgendetwas und anderen Dingen, an welche er sich beim besten Willen nicht mehr erinnern kann, plötzlich ”Da bin ich jetzt supernackert“ dastehe.

Das müssen Sie sich bildlich vorstellen! Da hat einer den Telefonhörer in der Hand, wahrscheinlich war es zwar ein Mobiltelefon oder eine dieser Apparaturen, mit denen man pausenlos fotografieren, chatten oder per GPS von A nach B fahren kann, aber in den seltensten Fällen telefonieren, hat er also den Hörer in der Hand oder meinetwegen auch zwischen Ohr und Schulter geklemmt und was anderes in der Hand oder was anderes zwischen Ohr und Schulter geklemmt und den Hörer oder eben das Handy doch in der Hand und dann erzählt er dem am anderen Ende von der Leitung, dass er eigentlich nur aus Erinnerungslücken bestehe und aufgrund dieser Vergesslichkeit “supernackert”, also vollkommen nackt oder splitternackt sei. Ganz ehrlich, wenn ich mir vorstelle, dass mir einer am Telefon mitteilt, dass er nichts weiß und wegen dieses Nichtwissens ohne Kleidung und seinem verklemmten Ding zwischen Ohr und Schulter so imaginär vor mir steht, dann überkommt mich das nackte Grausen.

Es liegt deshalb die Unschuldsvermutung nahe, dass der Meuschel Walter, Sie erinnern sich, wir nannten ihn gemeinsam so, und vielleicht auch dieser Karl-Finanz oder Karl-Hochglanz oder Karl-Alles meins oder Karl-Heinz oder wer auch immer irgendwo auf dem Flughafen oder sonstigen Gebäuden herumgrassiert und -streunt und bisher noch nicht aus dem Luftverkehr gezogen werden konnten. Ja, was wollte ich eigentlich damit sagen? Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Aber da bin ich immerhin in allerbester Gesellschaft.

Zum Schluss noch eine andere Geschichte, welche mit der Supernacktscanner-Geschichte nicht im geringsten Zusammenhang steht und deshalb auch keinerlei Flug- und andere Verbindungen zu den Exhibitionisten aufweist. Das hat rein gar nichts mit dem Supernackerten zu tun, ich würde jeden Meineid darauf schwören, wenn Sie mich dazu auffordern.

Kennen Sie eigentlich den Falter? Passt sowieso gut zu Flugzeugen und anderen Lichtgestalten. Aber in diesem Fall meine ich die die Wiener Stadtzeitung “Falter”. Dort habe ich zufällig irgendwelche Abhörprotokolle über irgendwelche Menschen entdeckt. Hochinteressant, sage ich Ihnen. Ist zwar schon etwas älter, aber immer noch höchst interessant, kann ich Ihnen sagen. Sicherlich nicht mehr ganz neu, aber allerhöchst amüsant, würde ich dazu sagen. Auch wenn es schon leicht angestaubt ist, klingt es doch überaus amüsant, lassen Sie sich das gesagt sein. Sollten Sie unbedingt einmal reinhören. Lohnt sich. Und Flugticket brauchen Sie auch keines. Wer also ein bisschen Einblick in den österreichischen Hochadel der Finanzen bekommen möchte, eine Spur nacktes Entsetzen und nacktes Grauen sind dabei kostenlos inkludiert, dreht also vor dem Check-in um, klickt auf das Bild auf der linken Seite und huldigt dem Motto “Da bin ich jetzt supernackt“.

4 Kommentare »

  1. peinlich peinlich :D aber ich finde das mit dem Nacktscanner ja sowieso übertrieben. sollten se lieber mal besser kontrollieren, denn immer noch kommen viele mit flüssigkeiten etc. durch die kontrolle!!

    Kommentar von Michaela — 4.7.2011 @ 18:46

  2. kann mir das einfach nicht vorstellen, also ich will mir das nicht vorstellen

    Kommentar von gabie — 6.7.2011 @ 08:35

  3. @ Michaela
    Wobei es vielleicht manches Mal besser ist, nicht allzu viel über die angestauten Körperflüssigkeiten bestimmter ZeitgenossInnen zu wissen.

    @ gabie
    Auch ich bin trotz meines doch fortgeschrittenen Alters ein Mensch, welcher sich vieles nicht vorstellen kann, doch dann kommt die Wirklichkeit daher und lehrt mich, dass dies ein Trugschluss ist.

    Kommentar von Paul Boegle — 8.7.2011 @ 15:36

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