Sargnägel haben letale Wirkung
Kommissar Zufall hilft bei rätselhaftem Massensterben
Weil FriedhofsgärtnerInnen mithilfe von Metalldetektoren während ihrer Dienstzeiten unerlaubterweise auf Schatzsuche gingen, um die eigenen versteckten Leichen in den angemieteten Kellerabteilungen finanzieren zu können, kam die Gerichtsmedizin einem bisher vollkommen unbeachteten und bis dato auch unbekannten Phänomen auf die Spur. Bei fast allen Toten dürften verrostete Sargnägel, mit welchen die Holzsärge der auf dem Friedhof Liegenden zusammengehalten werden, den Exodus herbeigeführt haben. Ob dabei eine kapitale Blutvergiftung oder sogar die oftmals tödlich verlaufende Rekonvaleszenz ausschlaggebend war, werden die ExpertInnen erst noch entscheiden müssen.
Gingen die Ärzte in den meisten Fällen davon aus, dass tote Menschen deshalb tot sind, weil sie ganz einfach aufgrund der Leichenstarre nicht mehr leben, muss ab jetzt wohl ein Umdenken hinsichtlich dieser These erfolgen. “Es kann durchaus sein, dass es überhaupt kein Herzversagen, Genickbruch, Schussverletzungen, Mord- und Totschlag und solche Sachen gibt. Gut möglich, dass hier die Medizin auf einem vollkommen falschen Weg ist. Und das seit Jahrhunderten. Natürlich würde dies auch einiges erklären. Was, kann ich im Moment zwar nicht sagen, aber es würde mit Sicherheit einiges, wenn nicht sogar alles, erklären. Wie gesagt, was genau erklärt wird, kann ich nicht sagen, aber da ist sicherlich einiges zu klären. Überhaupt die ganzen falschen Todesursachen und solche Sachen eben. Stellen Sie sich nur mal vor, wir könnten beweisen, dass Sargnägel an dem Dilemma schuld sind. Dann machen wir in Zukunft die Särge ohne Sargnägel und die Menschen sterben an was ganz anderem. Das würde sicherlich vielen beim Sterben helfen.” Der Gerichtsmediziner und hochgeschätzte Forensiker Paul Bögle sagt gegenüber “Freie Zeit“, dem Blog für rostfreien Edelstahl, poröse Werkstoffe und rätselhafte Todesursachen, was Sache ist und viele seiner KollegInnen nicht auszusprechen wagen, obwohl die Fakten übersehbar unter dem Seziertisch und in der feuchten Friedhofserde liegen.
Nachdem sich in den letzten Monaten die Fälle vollbeschäftigter angestellter FriedhofsgärtnerInnen häuften, welche von einem Tag auf den anderen ihr Dienstverhältnis ohne nähere Angabe von Gründen kündigten, konnte nun der Grund für dieses unerklärliche Verhalten geklärt werden. Die Angestellten hatten Angst, dass sie Opfer von nicht rostfreien Sargnägeln würden, welche sie im Laufe der unerlaubten Schatzsucherei in der wurmstichigen Erde fanden. Eine neu gebildete interdisziplinäre Forschungsgruppe, bestehend aus PaläontologInnen, AntropologInnen, ArchäologInnen und zwei entflogenen Verlogenen, soll nun eine erste Ausgrabungsstätte auf dem Wiener Zentralfriedhof untersuchen. Ob in diesem Zusammenhang das Massensterben der Dinosaurier ebenfalls durch verrostete Sargnägel erklärt werden kann, wird dabei Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.
Das Bundesgesundheitsamt hat sich in die laufenden Ermittlungen eingeschaltet. Der Sterbeverein “Totes Fleisch e.V.“ bietet bis zur restlosen Aufklärung der Fälle einen Vergleich an. Sollten bereits Verblichene oder dem Verbleichen nicht mehr Fernliegende der Meinung sein, wegen hervorstehender Sargnägel beim Sterbevorgang an einer Blutvergiftung gestorben zu sein und nicht, wie möglicherweise fälschlicherweise von AmtsärztInnen diagnostiziert, an Herzversagen, Gehirntumoren, Lungenembolie, Altersschwäche oder Dickdarmverschluss, sind allfällige Ansprüche an den jeweiligen Sterbeverein der Bundesländer zu richten. Aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Exhumierungen muss aber mit längeren Warte- und Liegezeiten gerechnet werden. Die Firma “Bodenfrost” hat aber mehrere Kühlfächer räumen lassen, um die Engpässe möglichst gering zu halten. Zur Not kann deshalb der Leichnam bis zur endgültigen Freigabe in Frischhaltefolie gewickelt werden.

