Freie Zeit, freie Meinung, freie Gedanken

23.6.2011

Hutständer hat Harten in der Hose

Abgelegt unter: Zeit-los — Paul Boegle @ 07:42

Paul Bögle: Hutständer hat Harten in der Hose. Englischer Gentleman wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses vor Gericht.Unterschwelliger Schwellkörper  

Ein englischer Gentleman wurde nun wegen seiner dauerhaften Erregung zum Ärgernis der Öffentlichkeit von einem Londoner Strafgericht wegen ärgerlicher öffentlicher Erregung und damit einhergehender Erregung öffentlichen Ärgernisses zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Obwohl der auch während der gesamten Verhandlung demonstrativ mit einer steifen Melone behütete Mann wiederholt beteuerte, dass seine selbst für ihn sehr ärgerliche dauerhafte Erregung keinesfalls zur Erregung öffentlichen Ärgernisses führen könne, weil fast 80 Prozent der englischen Hutständer mit einem standhaften Dauerständer, welcher sich als potenter Harter in der darunterhängenden Hose, bedingt durch eine latente Zwangsneurose, äußert, im öffentlichen Raum herumstehen. Und selbst die restlichen gut 20 Prozent der Liegenden haben in fast allen Fällen einen sitzen, was dann meist zu einem Stehenden führe. 

Das Gericht wollte allerdings dieser Argumentation nicht folgen und führte als Grund für die Verurteilung an, dass weder dauerhafte Dauerständer und schon gar keine standhaften Hutbänder in diesem Falle als strafmildernd gelten können, weil jeder englische Ritter der Hosenbänder für seinen stattlichen Dauerständer und einen potentiellen potenten Harten in der Hose dazu verpflichtet sei, diesen mit dem mitgeführten Hosenband am steifgewordenen Melonenrand durch das herabhängende Hutband zu einer statthaften steifen dauerharten Schalenverbindung zu befestigen.

Freie Zeit“, der Blog für Hartschalensitze und DauerparkerInnen, findet die Entscheidung des englischen Gerichtes höchst bedauerlich und sogar bedenklich, da hier wohl eindeutig gegen das verbriefte Recht auf Erektionsfreiheit und Scheingefechte verstoßen wird. IKEA hat übrigens vorsorglich alle Eck-Hutständer der Marke “Styver Snopp” aus den Einbauregalen genommen, um möglichen Schadensersatzforderungen vorzubeugen.

Der Verurteile hat gegen das Urteil berufen und spielte noch im Gerichtssaal vor den Augen der bestellten Geschworenen mit seinem geschwellten Beschworenen.       

22.6.2011

Stiefel Knecht erschlägt Bauern Schmaus

Abgelegt unter: Zeit-GenossInnen — Paul Boegle @ 03:19


Streit eskaliert: Wegen lauwarmen Bauernschmaus mit Stiefelknecht getötet

Auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Nähe von Klein Hirn a.d. Schmalz kam es letzte Nacht zu einem schrecklichen Tötungsdelikt. Weil der selbstgemachte Bauernschmaus des Bauern Schmaus nur lauwarm auf dem Teller von Knecht Friedrich Stiefel, im Volksmund nur von allen der Stiefel Knecht genannt, landete, griff Stiefel Knecht in einer Affekthandlung zu einem an der Wand lehnenden Stiefelknecht und erschlug den Bauern Schmaus mit dem Stiefelknecht wegen des lauwarmen Bauernschmaus.

Amtsarzt Paul Bögle, welcher die Exhibition und anschließend am nackten Bauern Schmaus auch die angeordnete Obduktion des dann immer noch toten und schon kalten Bauern vornahm, sprach von einer regelrechten Hinrichtung. “So etwas habe ich in 32 Jahren noch nicht gesehen. Der Stiefel Knecht hat den Bauern Schmaus mit dem Stiefelknecht regelrecht hingerichtet. Der Bauernschmaus des Bauern Schmaus kam schon zu den Ohren raus, so hat der auf ihn eingedroschen. Furchtbar, einfach grausam.”  

Witwe Schmaus geb. Bolte gegenüber “Freie Zeit“, dem Blog für kalte Bauern und warme Brüder: “Schrecklich, wie dieser bösartige Stiefel auf meinen armen Schmaus erstPaul Bögle: Stiefel Knecht ermordet Bauern Schmaus wegen lauwarmen Bauernschmaus mit Stiefelknecht. hingetreten hat und ihn dann mit dem Stiefelknecht erschlagen hat. Und alles nur wegen eines Bauernschmaus. Ich wünsch dem Stiefel Knecht, dass er 20 Jahre nur noch Bauernschmaus zum Fressen bekommt. Ersticken soll er oder ich erschlag ihn mit dem Stiefelknecht.” Betretenes Schweigen herrscht in der gemütlichen Bauernstube, als sich Witwe Schmaus geb. Bolte wegen des verblichenen Bauern Schmaus so in Rage redet und wild gestikulierend den Stiefelknecht in Richtung Stiefel Knecht schüttelt, der gerade in den vor der niedrigen Bauerntüre wartenden Polizeiwagen einsteigt.

Das morsche Gebälk ächzt. Zwei Tauben gurren auf dem Dachgiebel und drücken sich gegen den rauchenden Kamin, um sich vor dem nahenden Herbststurm zu schützen. Auf dem Kohlenherd steht noch der große Topf Bauernschmaus. Leise knackend frisst er sich in den heißen Topfboden, während sich eine kleine dunkle Rauchsäule aus der Tiefe in dünnen nebligen Fahnen an die schwarzgeräucherte Decke kräuselt. Ein Reissverschluss ratscht sich in das Schweigen der am Tisch Sitzenden. Einer der aus der nahen Kreisstadt Groß Hirn a.d. Schmalz angereisten Kriminalbeamten lässt vorsichtig die Mordwaffe in einen Plastiksack gleiten. Die Spurensuche ist abgeschlossen und der ebenfalls anwesende Fotograf macht noch letzte Fotos vom Tatort, um dann sorgfältig das Blitzlicht und die beiden Kameras in den Taschen zu verstauen.

Dann tritt er mit den schwarzen gepolsterten Taschen vor der Türe des Bauernhauses, nimmt schweigend eine der angebotenen Zigaretten des Kriminalbeamten und beugt seinen massigen Schädel zum flackernden Feuerzeug hinunter. Sein Blick gleitet über die bereits abgeernteten Felder, auf denen sich die dürren gelben Stoppeln vor dem Herbstwind tief ducken. Langsam und gedankenverloren schüttelt er seinen breiten kopf, welcher durch den grauen Bürstenhaarschnitt noch massiger wirkt. Er macht zwei weitere Züge, ohne den inhalierten Rauch aus den Lungen zu blasen. Dann schnippt er die Zigarette mit den Fingern in einen nahen Himbeerstrauch, dessen struppiges Geäst die Zigarette auffängt und nicht mehr loslässt. Die klare kalte Herbstluft vermischt sich mit den krebserregenden Stoffen, welche die langsam verglimmende Glut freigibt. Dann wird die Rauchfahne immer schwächer, bis sie endgültig im Licht der gelbfahlen Sonne verblasst. Zurück bleibt der zusammengedrückte Filter, welcher durch die Hitze an seinem Ende völlig verkohlt ist.

Ein riesiger Traktor rumpelt mit Höchstgeschwindigkeit den steinigen Weg hinauf. Der Anhänger, voll mit tanzenden und hüpfenden leuchtenden Kürbissen, folgt widerwillig der schweren Zugmaschine. Nur wenige Meter vor dem Eingang bremst der Fahrer das Gefährt ab, springt mit einem Satz vom Führerhaus und grüßt die Männer mit einem kurzen Kopfnicken. Die beiden tiefen Abdrücke der Gummistiefel hallen schmatzend in der feuchten Erde nach und füllen sich langsam mit dem schmutzigbraunen Regenwasser der Wasserlachen.   

Schweigend betritt der örtliche Bauernvorstand die verrauchte Bauernkate, setzt sich an den klobigen Holztisch und sucht umständlich nach Worten der Trauer. “Äh, ja. Also, den da draussen führn’s grad ab. Also ja. Bäuerin, hoast an Schnaps für mi.” Während Bäuerin Schmaus und seit etwa einer Stunde Witwe Schmaus geb. Bolte mechanisch ein kleines Glas mit der brennenden Flüssigkeit füllt, greift der Gast nach einem auf dem Tisch liegenden Löffel. Bedächtig kaut er den Bauernschmaus zu einer breiigen Masse, immer wieder unterbrochen durch ein Grunzen. Dann nimmt er den Schnaps, legt seinen Kopf nach hinten und kippt ihn mit einem Zug hinunter. “Der Bauernschmaus ist ja lauwarm. So was wär glatt ein Grund für einen Mord.”

21.6.2011

Seltsame Knochenfunde in Paris, Mailand und London

Abgelegt unter: Zeit ist Geld — Paul Boegle @ 03:42


Polizeipräfektur Paris ermittelt gegen unbekannte MassenmörderInnen

Die französische Hauptstadt befindet sich seit einigen Tagen im Ausnahmezustand. Angst und Schrecken herrschen in dem hauptsächlich von der reichen Oberschicht bewohnten 16. Arrondissement nahe des Bois de Boulogne sowie den beiden inneren Bezirken acht und neun, welcBande von MassenmörderInnen in Paris, Mailand, Berlin und London am Werk. Polizei und Interpol haben Ermittlungen aufgenommen.he die Champs-Élysées und den Boulevard Haussmann beherbergen. Nach den unlängst vorgenommenen Verhaftungen von ausländischen Touristen wegen Verstosses gegen das verhängte Burka-Verbot wird die Metropole durch eine Reihe unerklärlicher Mordfälle erschüttert.

Augenzeuge Karl L., der aber aus Angst vor Repressalien ungenannt bleiben möchte, sprach gegenüber “Freie Zeit“, dem Blog für Anonymität und menschliche U-Boote, von blutgierigen Bestien, welche keinen Franc für ein Menschenleben geben würden. Dass der Franc durch den Euro ersetzt wurde und seit einigen Tagen oder sogar Wochen auch offizielles Zahlungsmittel in Frankreich ist, war dem gut gekleideten älteren Mann, welcher nach eigenem Bekunden noch niemals Kleidung von der Stange, sondern immer nur maßgefertigte Mode für seine Stange kauft, zwar bekannt, doch das störte ihn hinter der dunklen Sonnenbrille in seinen eigenen selbstverliebten Ansichten überhaupt nicht.

Wie die Pariser Polizei in einer ersten Stellungnahme erklärte, dürfte es sich bei den VerbrecherInnen um eine gut organisierte Bande handeln, da es logistisch als unmöglich erscheint, soviele zumeist weibliche Menschen in den sicheren Tod zu schicken. “Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Mördern, wahrscheinlich handelt es sich sowohl um weibliche als auch um männliche in bisher unbekannter Anzahl, um eine zu allem entschlossene Organisation, welche besonders sadistische Methoden anwendet, um die Opfer langsam zu Tode zu quälen. Allerdings müssen wir davon ausgehen, dass es sich sogar um ein sehr straffes, bestens durchstrukturiertes und vor allem sehr engmaschiges Netzwerk handelt, welches auch in London, Paris, Mailand, Berlin und Übersee die Fäden zieht.”

Auf die Frage von Paul Bögle vom Blog “Freie Zeit“, dem Blog für Hungerleidende und HungerkünstlerInnen, ob es schon erste Erkenntnisse hinsichtlich der Identitäten der Mörderbande gebe, wurde aufgrund der laufenden Ermittlungen und der Einschaltung von Interpol auf die derzeitige Nachrichtensperre verwiesen. Ebenfalls im Unklaren bleibt, wieviele Opfer es bereits gibt. Die Tatsache, dass eine junge Frau vor laufenden Kameras und sogar Dutzenden von AugenzeugInnen förmlich hingerichtet wurde, lässt den Schluss zu, dass hier mit allen Mitteln über und auf den Leichen gegangen wird.

Karl L., welcher immer noch unerkannt bleiben möchte, sprach davon, dass möglicherweise sogar ein deutscher Mordeschöpfer [sic!] seine Mordsfinger im Spiel auf Leben und Tod haben könnte, wollte sich aber aus Angst vor in Zukunft verweigerten Sonderrabatten und Chanel-Gratisproben nicht weiter vor laufstegenden Kameras äußern. Einzig die Vermutung des sehr gepflegten Mannes mit den perfekt manikürten Finger- und möglicherweise auch pedikürten Fussnägeln,, dass die Kleidergröße der letzten aufgefundenen Frauenleiche wohl um einige Nummern zu klein war und dies womöglich auf einen globalen Krieg um Nahrungsmittel hindeuten könnte, mag Anlass für weitere Spekulationen geben. “Die Arme könnte ja vielleicht verhungert sein. Aber wirklich sagen lässt sich das nicht, weil eigentlich hat man ihre Knochen noch nicht genau gesehen. Aber das Kleid, was die Kleine trug, war einfach ein Traum. So was möcht’ ich heute nacht im Schlafzimmer auch probieren. Aber leider bin ich viel zu fett für so was.” Dann drehte er sich um, wackelte zweimal kräftig mit seinem Designerarsch und ging beruhigt und glücklich weiter magersüchtige Leichen pflasten seines Weges.

Aus einem nahen Bistro klangen verschwommen über den Lärm der breiten Strasse die krächzenden Töne einer Mundharmonika hinweg.  

20.6.2011

Oh nein! Online Musik TV. Oh yeah! tape.tv

Abgelegt unter: Frei-Zeit — Paul Boegle @ 01:43

[Trigami-Review]

tape.tv: Endlich Musik nach Deinem ganz persönlichen Geschmack gestalten.Internet, Musik und Fernsehen: Oder einfach tape.tv
Weshalb hörst Du eigentlich jeden Tag dieselbe Katzenmusik, wenn Du ganz genau weißt, dass Du davon einen Mordsdrum Kater bekommst? Wieso kräht kein Hahn danach, was Du Deinen FreundInnen in puncto Musikgeschmack so über Facebook mitteilst und postest? Dein Hund frisst seit Tagen nichts mehr, weil er vor lauter Katzenmusik Depressionen hat? Dein Kanarienvogel pfeift mittlerweile aus dem letzten Loch, weil der Hund jetzt einen Vogel hat? Dein Meerschweinchen schwimmt mit dem Bauch nach oben im Goldfischglas und der Goldfisch liegt gleich daneben und macht eifrig mit? Das geht Dir selbst tierisch auf die Nerven, weil Du langsam begreifst, dass jeder Esel besser Eislaufen kann als Dein Musikgeschmack ist?

tape.tv: Hör die beste Musik auf dem eigenen Live-Channel.Du musst Deine Oma fragen, wer David Guetta ist. Doch Großmutter hört Dich nicht, weil sie gerade Angus Young auf der Gitarre begleitet und der wiederum mit Hänsel die Gretel vernascht. Der böse Wolf macht in der Zwischenzeit mit Schweinchen Dick einen ordentlichen Du weisst schon was. Und der Donald Duck macht der Minni Maus den Garaus. Und Du? Du stehst laut singend daneben, doch niemand hört Dir zu. Du siehst in die Röhre, weil Röhrenfernsehen das einzige ist, was Du kennst. Dann solltest Du Dir langsam Gedanken über Deine Zukunft machen.

Also renn zu Deinem Versicherungsvertreter und unterschreib endlich Deine Lebensversicherung, denn Du bist zu alt für tape.tv. Und schließe am besten auch gleich eine vernünftige Altersvorsorge ab. Denn Du bist zu jung für tape.tv. Du wirst sie bitter nötig haben. Aha, Dein Versicherungsvertreter hört und sieht gerade Lady Gaga auf tape.tv an und hat keine Zeit für Dich, weil ihm ansonsten
Hören und Sehen vergeht. Du sollst nächste Woche wieder kommen, sagt er. Mach Dir nichts draus, VerliererInnen werden jeden Tag geboren.

Du glaubst, dass personalisiertes Musikfernsehen nur mit einem gültigen Personalausweis möglich ist? Doch Deiner ist seit Monaten abgelaufen? Du bist der Meinung, dass ein eigenes Mixtape nur möglich ist, wenn Du eine Schale Mixed Pickles vor Dir stehen hast und der Maiskolben als Mikrofonersatz herhält? Von anderen Dingen möchte ich lieber nicht sprechen. Du hast Dir letzte Woche eine neue Schaufel im Baumarkt gekauft, damit Du dir endlich Deinen eigenen Musik Channel graben kannst? Meine Güte, was ist mit Dir los? Du stehst wirklich im Finstern!     

Aber um jetzt Licht ins Dunkel zu bringen, machen wir die Sache ein bisschen einfacher. Für Dich, nicht für mich natürlich. Na, klingelt’s endlich bei Dir? Apropos klingeln. Auf tape.tv passiert eines nicht, auch wenn Du vielleicht ganz geil auf so etwas bist. Werbung ja, schließlich müssen die auch einen Blogger wie mich bezahlen, keine Frage. Aber Du wirst nicht mit Millionen von nervigen Klingeltönen zugemüllt, Du erhältst keine lästigen Spar-Abos für irgendeinen Mist und Dir bleiben die wohlbekannten Youtube-Meldungen à la ”Dieses Video ist in Deinem Land nicht verfügbar” erspart. Was Dir allerdings nicht erspart bleibt ist die Tatsache, dass Du auf tape.tv endlich Musik nach Deinem ganz eigenen Geschmack findest und vor allem Deine persönliche “Mag ich”-Liste selbst gestalten kannst. Doch woher sollst Du dies alles wissen?   

Musik hören war vorgestern. Fernsehen war gestern. Internet ist heute. Und tape.tv ist morgen. Und übermorgen sitzt Du wahrscheinlich einfach immer noch da und überlegst, wie Du Deinen Tag verbringen sollst.

Oder noch einfacher: Hol Dir Deinen eigenen Zugang zu tape.tv. 


19.6.2011

FBÖ (nicht FPÖ!) sagt Türkenlilien den Kampf an

Abgelegt unter: Zeit-Geschichten — Paul Boegle @ 04:27


Bundesgartenamt nimmt die Gartenschere in die Hand

Tulipan-Anführer Paul Bögle gesucht. Bögle soll illegale Türkenlilien und andere ausländische Gewächse in seinem Garten verstecken.Das Freiheitliche Bundesgartenamt Österreich (FBÖ), welches bitte nicht mit der fast gleichnamigen FPÖ zu verwechseln ist und sich von normalen rotbezipfelten Gartenzwergen durch blaue kleine Zipfel unterscheidet, bittet um Ihre Mithilfe. Gesucht wird der heimtückische und fast immer zu allem entschlossene Tulpipan (Zusammensetzung aus Tulpen und Peter Pan) Anführer Paul Bögle, einer der meistgesuchtesten Hobbygärtner der Erdgeschichte. Der schwerbewaffnete Bögle, von seiner GefolgschaftDer Wurmfortsatz“ genannt, steht im Verdacht, das österreichische Erdreich zu durchwühlen.   

Nachdem sich die Beschwerden braver und treuer österreichischer BürgerInnen gegen fremdes und ausländisches Saatgut mehren, hat nun endlich FBÖ-Hobbygärtner W.C. Furche mit zehn freiheitlichen Rasenverboten die Parole “Mit den Blauen bis zum Grauen im Grünen” ausgegeben. Grund für die Offensive des von seinen AnhängerInnen liebevoll als “Blauer Oberzipfel” bezeichneten blauen Oberzipfel dürften vor allem massive Beschweren gegen den Ewiggestrigen Paul Bögle vom Blog “Freie Zeit“, dem Blog für Guerilla Gardening und Guerillataktiken, sein. Laut Geheimberichten der Parteizentrale soll der Querulant mehreren Türkenlilien unerlaubterweise Asyl in seinem Garten gewähren, was sich keinesfalls mit den völkerrechtlichen Bestimmungen über den Anbau fremdländischer Blumen ohne entsprechende Deutschkenntnisse vereinbaren lässt, wie die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner ausführte.

Ein Ultimatum der Initiative “Für Gärtner, Volk und Edelweiss” ließ Paul Bögle dabei ebenso verstreichen wie die Aufforderung der Organisation “Mein parteipolitisch korrekter Garten“, endlich die Türkenlilien des Gartens zu verweisen und außer Landes zu schaffen und innerhalb eines Monats durch sortenreinen österreichischen Spargel zu ersetzen. Doch neben diesem schweren Vergehen werden dem uneinsichtigen Mann auch noch weit mehr Vergehen zur Last gelegt.

So soll Paul Bögle, für ihn gilt selbstverständlich weder die Unschuldsvermutung noch andere Ver- und Zumutungen, auch 17 illegal im Land lebenden holländischen Tulpenzwiebeln Unterschlupf gewähren, welche sich als ökologische U-Boote ohne gültige Papiere im österreichischen Erdreich aufhalten und scheinbar schon bis Kärnten durchgegraben haben. Daneben wird gemunkelt, dass ein chinesischer Liguster und drei iranische Feigenbäume, welche in ihrem Herkunftsland wegen Hochverrates gegen das jeweilige Staatliche Gartenbauamt zurechtgestutzt werden sollten, im nicht einzusehenden Gartenbereich umstürzlerische Pläne schmieden dürften. Und als Baumkrone des Ganzen dürfte sich Bögle auch noch mit einigen afrikanischen Affenbrotbäumen verbündet haben, welche wahrscheinlich über die grüne Grenze ins Land gekommen sind. Der Verdacht liegt nahe, dass eine schwer bewaffnete Rebellenarmee demnächst den Wiener Volksgarten übernehmen wird.

Das Freiheitliche Bundesgartenamt Österreich (FBÖ) bittet die Entvölkerung deshalb, sachdienliche Hinweise, welche zum Verbleib oder Aufenthaltsort von Paul Bögle führen, an die Freiheitliche Blaue Zipfelzentrale oder bei Überlastung der Telefone notfalls an die Bundesvereinigung Zipfeltragender ÖstereicherInnen (BZÖ), bitte auch hier nicht mit der gleichnamigen Partei verwechseln, weiterzuleiten.   

Ob die Parole “Seit 5:45 Uhr wird zurückgegossen!” bereits Wirklichkeit geworden ist, konnte bis dato nicht verifiziert werden. Aber es ist beruhigend zu wissen, dass sich endlich einmal jemand dieses Problems annimmt. Wo bitteschön kommen wir denn hin, wenn hier jeder anbauen darf, was sie/er will? Türkenlilien in Österreich! Ein bisschen Recht und Ordnung muss schon sein. Wenn schon keine Köpfe rollen, so muss es wenigstens gestattet sein, diese abzuschneiden. Am besten mit der Heckenschere bis zu den Wurzeln. Je entwurzelter, desto sicherer. Blaue Zipfel und braunes Erdreich, welch wunderbarer Nährboden.

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