Glasauge hat Knick in der Pupille
Optiker diagnostiziert Kurz-, Weit- und Durchsichtigkeit
Weil Paul Bögle, Angestellter einer renommierten Glas- und Hundehütte, seit Monaten unter starken Sehproblemen leidet und die behandelten GlasschneiderInnen bisher immer die Diagnose “Fortgeschrittener gewaltiger Sprung in der Schüssel” stellten, ohne den Patienten jedoch näher auf seinen Riss in der weichen Birne untersucht zu haben, konsultierte der unter höllischen Glasscherben leidende Mann nun die anerkannte amerikanische Hals- und Glasabschneiderin Frau Prof. Dr. Delphi aus Oracle, Bundestaat Oweiowei, welche auf dem Gebiet der Glubschaugen-Diagnostik eine unübertroffene Koryphäe ist. Selbst blinde Fensterscheiben konnte die Expertin schon therapieren.
Und die Spezialistin wurde schnell fündig. Das rechte Glasauge hatte einen irreparablen Knick in der Pupille, welcher wahrscheinlich von einer verkappten Abzweigung des Sehnerves stammte, der wiederum in den allermeisten Fällen für eine verzweifelte Verknappung eines saturnischen Versmaßes verantwortlich ist. Während die ebenfalls in der Ordination anwesende Frau Prof. Dr. Oracle aus Delphi, Bundestaat Memphis Tennessee, davon ausgeht, dass sowohl ein fortgeschrittener gewaltiger Sprung in der Schüssel und ein Knick in der Pupille des fast schon durchsichtigen Glasauges die Beschwerden des Patienten hervorrufen, ist Frau Prof. Dr. Delphi aus Oracle, Bundestaat Oweiowei, vielmehr der Meinung, dass gerade der Knick in der Pupille einzig und allein Ursache der Schmerzen sei und der fortgeschrittene gewaltige Sprung in der Schüssel nur eine Nebenerscheinung des geknickten saturnischen Versmaßes darstellt, was aber im vorliegenden Fall auch durchaus auf ein fehlgeleitetes hudibrastisches Versmaß zurückgeführt werden kann, welches eine künstliche Verknappung der Verzweiflung ermöglicht.
Auf die Frage von “Freie Zeit“, dem Blog für gläserne Menschen und totale Überwachung, ob es Heilungschancen für Paul Bögle gibt, antwortete Frau Prof. Dr. Oracle aus Delphi, Bundestaat Memphis Tennessee und Frau Prof. Dr. Delphi aus Oracle, Bundestaat Oweiowei wie aus einem Munde: “Nö, eigentlich nicht!” Wir wünschen trotzdem gute Besserung und möchten noch einmal die Gelegenheit nutzen, auf den Gedenkgottesdienst für den durch einen Blitzschlag tragischerweise ums Leben gekommenen Donnergott Thor am nächsten Donnerstag hinzuweisen. Bei Schlechtwetter findet die Gedenkfeier übrigens auf dem neugestrichenen Donnerbalken statt.
Einzig die hoffnungsfrohe Botschaft, dass ein deutscher öffentlich-rechtlicher Sender Paul Bögle nun unter Vetrag nehmen möchte, dürfte die Existenz des Leidgeplagten etwas erträglicher gestalten. Mit dem Slogan “Ohne das Zweite sieht man besser!” sollen in Kürze schon die Mainzelmännchen abgelöst werden.

