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8.6.2011

Milchstrasse wurde sauer

Abgelegt unter: Zeit-Geschichten — Paul Boegle @ 19:10

Milchstrasse wurde sauer und kippte um. Wahrscheinlich Depressionen durch tiefes schwarzes Loch schuld.Jüngste Vorfälle um Mann im Mond schuld

Die Eskapaden rund um den Mann im Mond haben nun ein erstes Opfer gefordert. Die hauseigene Milchstrasse geriet aus ihrem Gleichgewicht, kippte um, fiel dabei unglücklich auf den äußersten Ring des Saturn, polterte völlig beandromedanebelt durch ein schwarzes Loch, riss dabei einem Weissen Zwerg die Zipfelmütze von seiner Chandrasekhar-Grenze, der wiederum mit seinem ganzen Gewicht einem Quarkstern das ebenfalls Weisse aus den Eingeweiden drückte, und wurde plötzlich sauer.

Obwohl sofort ärztliche Hilfe geholt wurde und eine Laktose-Intoleranz von den behandelnden Milchbakterien als ausgeschlossen gilt, konnte nur noch der Tod der Milchstrasse infolge von Übersäuerung festgestellt werden. Ob es dabei fatalerweise zusätzlich zu einer Ultrahocherhitzung gekommen ist, wird aber erst der Obduktionsbericht klären. Der Weisse Zwerg dürfte noch einmal mit dem Schreck davongekommen sein, wie eine erste Röntgenaufnahme des Hubble-Teleskops belegt. Ob der in Mitleidenschaft gezogene Quarkstern bleibende Schäden davontragen wird, steht allerdings noch in den Sternen. 

Freie Zeit“, der komatöse Blog für Joghurtprodukte und andere halb vergorene Sachen, sah sich noch während der Reanimationsversuche am Unfallsort unauffällig um und stellte fest, dass hier einiges nicht stimmt. Wie bereits berichtet, musste der Mann im Mond aufgrund hoher Spielschulden, welche ein dubiosen Mister Sirius B einfordert, sein angestammtes Domizil aufgeben. Was aber bis dato nicht bekannt war, steht nun eindeutig fest: Die jetzt unter mysteriösen Umständen verstorbene Milchstrasse dürfte ihre 0,5 %-Fettfinger gehörig im Spiel gehabt haben. Ermittelnde BeamtInnen der SoKo Sauerbruch sagten hinter vorgehaltener Hand, dass höchstwahrscheinlich mafiaähnliche Strukturen von hier bis Alpha-Centauri herrschen. Zumindest will ein ominöser Professor Lesch dies immer wieder durch sein Fernrohr beobachtet haben. Inwiefern dies allerdings den Tatsachen entspricht, muss erst noch geklärt werden.

Während sich die ermittelnde Sondereinheit mit dem rätselhaften Tod der Milchstrasse noch beschäftigt, hat sich nun ein Dr. Müller zu Wort gemeldet, welcher als anerkannter Experte für Milchprodukte aller Art gilt. Jener Dr. Müller hält es für vielmehr für denkbar, dass die Milchstrasse freiwillig aus dem Leben schied, weil sie immer wieder in tiefe Depressionen und schwarze Löcher fiel. “Ich persönlich glaube ja, dass die Milchstrasse in ein so tiefes schwarzes Loch geriet, dass sie einfach nicht mehr weiter wusste. Kann aber auch sein, dass sie auch nur einfach so sauer wurde, weil ein Balken ihrer Balkenspiralgalaxie verbogen wurde. Oder irgendeine Spektrallinie hat ihr das Licht ausgelöscht und wir stehen überhaupt vor einem Milchstrassen-Meuchelmord.”

Hobbygastronom Paul Bögle von “Freie Zeit“, dem Blog für Massenmörder und Sonnenmassen, wird auf alle Fälle an der galaktischen Scheibe bleiben.          

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