Barbara Rosenkranz lädt zur Sonnwendfeier
Mit einem Bild aus einem nationalsozialistischen Kalender
Heute ein ganz besonders heißer Tip für all jene, welche gerne in alten Zeiten schwelgen. Also wie etwa die FPÖ-Landesobfrau aus Niederösterreich mit Namen Barbara Rosenkranz, welche für die Einladung zur Sonnwendfeier verantwortlich zeichnet.
Also passend zum heißen Wetter und natürlich auch zum Veranstaltungsthema Sonnwendfeier, welche scheinbar für die FPÖ ein willkommener Anlass ist, uns Andersdenkenden (Andersartigen?) die rechte Gesinnung und das Herz am rechten Fleck voller rechter Inbrunst zur rechten Zeit wieder einmal vorzuführen. Da kann ich nur anerkennend sagen: “Recht so, sehr geehrte Frau Rosenkranz! Solch gutes altes Volksgut gehört gepflegt. Ein rechter Anlass zur rechten Stunde einer rechten Partei macht Lust auf mehr. Bei soviel enthusiastischem Vater- und in Ihrem Falle Mutterlandsdenken bringt ein recht schönes großes Sonnfendfeierfeuer doch die Kacke erst richtig zum Dampfen. Blau. Pause!”
Nicht, dass ich jetzt falsch verstanden werde, möchte ich der Form halber voranstellen, dass Paul Bögle mit alten Zeiten selbstverständlich nicht jenen Zeitraum zwischen 1933 und 1945 im Visier hat. Also, ich zumindest nicht. Und wie sooft in letzter Zeit stelle ich auch wieder das obligatorische “Es gilt die Unschuldsvermutung” in den Raum und zwischen die Zeilen dieses Artikels. Wer natürlich zwischen den Zeilen liest, wird sowieso wissen, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht.
Und noch etwas: Die Lorbeeren für diese nicht rechten Gedanken dieses ganz und gar unrechten Artikels hat sich einzig und allein Dieter Zirnig vom Blog Neuwal.com mit seiner hervorragenden Recherche “Einladung zur Sonnwendfeier. Eine Recherche” verdient, welche ich auch als Quelle für das nebenstehende Bild nenne. Ich möchte deshalb auch keine großen Worte mehr machen, sondern alle bitten, sich diesen Artikel unbedingt durchzulesen und vor allem auch weiterzuempfehlen.
Übrigens: Im Standard (Sonnwendfeier-Einladung mit Anleihen aus Nazibuch gibt Barbara Rosenkranz auf die Frage nach dem Bild für die Einladungskarte folgende Antwort: “Ich kann Ihnen mitteilen, dass diese Grafik seit etwa zwanzig Jahren für die Einladung zur Sonnwendfeier verwendet wird. Woher diese ursprünglich stammt, war für mich leider nicht recherchierbar. Ich danke Ihnen für Ihren Hinweis, den ich gern als Anlass nehme um eine etwaig anders gestaltete Einladung in Hinkunft anregen zu lassen.”
Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Keine Worte der Entrüstung oder peinlichen Betretenheit, geschweige denn, sofort handeln oder reagieren zu wollen. Ein höfliches Dankeschön und der lapidare Kommentar, möglicherweise in Zukunft etwas ändern zu wollen. Nein, bitte ändern Sie nichts, sehr verehrte Frau Rosenkranz. Lassen Sie doch alles beim Alten und feiern Sie Ihre guten alten Zeiten weiter wie bisher. Immerhin verwenden Sie die Grafik nach eigener Aussage seit etwa zwanzig Jahren. Genauso wie die eigenen angestaubten nichtssagenden Parolen der FPÖ. Tun Sie Österreich vielleicht nur den einzigen Gefallen und werfen Sie alles zusammen bei der nächsten Sonnwendfeier in eben dieses entfachte Feuer. Schön langsam kocht nicht nur das Wiener Blut Blau. Pause!

