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18.5.2011

Paketbombe reisst Postbedienstete aus Tiefschlaf

Abgelegt unter: Zeit ist Geld — Paul Boegle @ 07:27

Bombenattentat ruft Beamtengewerkschaft auf den Plan

Die europäische Dachorganisation ”Hoch- und Tiefschlaf außerordentlicher Beamter (Hut ab)“, welche als überparteiliche und länderübergreifende Interessensvertretung auf Europaebene die BeamtInnen der Europäischen Gemeinschaft vertritt, ruft ab heute zum Generalstreik auf. Grund ist der jüngste mysteriöse Vorfall im Zusammenhang mit einer Paketbombe, welche Montagnachmittag um 15:32 Uhr im Wiener Hauptpostamt explodierte und mindestens 67 Postbedienstete aus dem Tiefschlaf riss.

Nach Angaben der ermittelnden Sonderkommission “Mörderischer Stress” kamen wie durch ein Wunder keine Menschen zu Schaden. Einzig ein männlicher 34-jährigerPaketbombe reisst Postbedienstete aus Tiefschlaf. Beamtengewerkschaft ruft zum Streik auf. Hauptpostamt lahm gelegt. Beamter musste sich in ärztliche Behandlung begeben, weil er vor lauter Schreck vom in der Liegeposition befindlichen Schreibtisch fiel und sich dabei den linken Daumennagel einriss. Der nach der Explosion noch völlig schlaftrunkene Beamte dürfte zwar für mehrere Jahre ausfallen, doch in Anbetracht der sehr prekären Lage ein leicht zu verschmerzender Verlust, welcher sich durch sechs auf Abruf stehende BeamtInnen in kürzester Zeit ausgleichen lässt. Das Auswärtige Amt gibt derzeit zwar noch auf Empfehlung der Sonderkommission eine Reisewarnung für alle Briefträger und Paketzusteller aus, hat die Lage nach eigener Aussage unter Kontrolle.

Da bis jetzt noch kein Bekennerschreiben bei der Polizei eingegangen ist und sonstige Hinweise auf die Hinterfrauen und Hintermänner der Paketbombe vorliegen, geht die Spezialeinheit davon aus, dass die Bombe wohl zum falschen Zeitpunkt explodierte. Viel wahrscheinlicher dürfte sein, dass die Attentäter geplant hatten, das Paket um ca. 11:00 Uhr am Dienstagvormittag in die Luft zu jagen. Weil sich erfahrungsgemäß zu dieser Zeit, kurz vor dem Mittagessen, an die 250 BeamtInnen im Tiefschlaf befinden, hätte dies eine verheerende Wirkung gehabt.

Unvorstellbar, wenn die Bombe am späten Vormittag explodiert wäre. Nicht auszudenken, was an einem Wochentag alles aus dem Schlaf gerissen worden wäre. Hunderte unserer MitarbeiterInnen, welche sich nichtsahnend und nichts arbeitend in der Hauptpost befunden hätten. Eine Katastrophe, oh Gott o Gott. Ich möchte nicht den Teufel an die Schalfzimmerwand malen, aber wir sind nur knapp einem Wachkoma entgangen. Wir müssen allerdings davon ausgehen, dass die TäterInnen wieder zuschlagen werden. Wie und wo weitere unserer völlig erschöpften Mitglieder dabei aus dem Tiefschlaf gerissen werden, können wir leider nicht vorhersagen. Beten wir alle zu Gott oder von mir aus auch zu Hermes, dass so etwas nie wieder passiert. Unser Glück war, dass das Hauptpostamt schon vorher durch unsere eigene Bediensteten lahm gelegt war.” Der schwitzende, sitzende Vorsitzende der Beamtengewerkschaft bringt mit wenigen Sätzen auf den Punkt, wovon andere nur zu träumen gewagt hätten, bevor er vollkommen außer Kraft im Sessel zurücksinkt und für wenige Tage die Augen schließt, um neue Kräfte zu sammeln. 

Freie Zeit“, der Blog für schwitzende sitzende BeamtInnen und schaffende schlafende Staatsbedienstete, ruft deshalb im Namen von “Hut ab“ alle Gewerkschaftsmitglieder auf, noch heute in einen unbefristeten Generalstreik zu treten. Lassen Sie bitte alles sofort stehen und liegen, außer sich selbst natürlich, und zeigen Sie endlich Flagge, damit so etwas Schreckliches nie wieder passiert. Denn denken Sie immer daran: Sie könnten die/der nächste Beamte sein, welche(r) aus dem Tiefschlaf gerissen wird!       

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