Nimm ein Sackerl für mein Gackerl
Konsumkacke schädlicher als Hundekacke
Wer kennt das nicht? Sie gehen voller Elan und frohen Mutes durch eines jener herrlichen Shopping-Centren am Südrand einer x-beliebigen Millionenstadt. Die Taschen voller Geld, den Kopf voller Konsumwünsche, die Kinder mit voller Blase und der Ehepartner voller Verzweiflung haben sie mit anderen Hunderttausen den Autozubringer hinter sich gelassen und stehen nun endlich ehrfürchtig vor den heiligen Toren und noch wesentlich heiligeren Hallen Ihres eigenen, ganz persönlichen Konsumtempels. Und neben, vor, hinter, unter, über, in und sonstwo Ihnen jene anderen hunderttausend Bhagwan-Bakschisch-BargeldjüngerInnen. Ein Einkaufstraum ist endlich nach vier Tagen des langen Wartens wieder wahr geworden.
Und dann das! Beim Betreten des Wünsche-werden-Bar-wahr Containers fällt Ihnen eine riesengroße Portion Konsumkacke auf den Schädel voller Wünsche. Wie aus dem Nichts regnet es plötzlich eine abartig große Menge Konsumscheisse von oben herab und deckt Sie und Ihre Liebsten mit voller Blase, voller Verzweiflung und vollem Konsumwünsche-Kopf mit voller Wucht ein. Begleitet von lieblicher Hintergrundmusik, welche ein früh-fröhliches “Jingle Bells” in den hochsommerlichen Nachmittag schmettert, wird Ihr leeres Hirn durch eine volle Breitseite verbraucherfreundliche monetäre Hundekacke der übelsten Sorte eingedeckt.
Doch das muss nicht sein! Lassen Sie sich keine Daumenschrauben durch verbraucherfeindliche und qualitativ minderwertige Einkaufssackerln anlegen. Schützen Sie Ihren eigenen Kopf voller Wünsche und die volle Blase Ihrer Familie durch die richtige Wahl und “Nimm ein Sackerl für mein Konsum-Gackerl“, bevor sich die volle Verzweiflung auch auf Sie überträgt.
“Freie Zeit“, der Blog für schlechten Geschmack und allerfeinste Geschmackslosigkeiten, hat sich wieder einmal in die
tiefsten Abgründe verbraucherfreundlicher Aufklärung begeben. Nachdem Paul Bögle das letzte Mal mit dem Test von Pferdeäpfeln sicherlich hilfreiche Tipps und in erster Linie kompetente und fachmännische Hilfestellung bei Ihren Kaufentscheidungen leisten konnte, was sich hoffentlich auf Ihr eigenes Konsumverhalten positiv ausgewirkt hat, steht heute das vielfach unterschätzte Thema ”Konsumkacke und die richtige Wahl der Entsorgungsmöglichkeiten“ im Fokus einer neuerlichen Testreihe.
Wie viele von uns sicherlich wissen, gibt es unzählige Plastiksackerln, Plastiktüten, Einkaufstaschen und andere Behältnisse und Transportmöglichkeiten auf dem Markt, welche mit dem Heilsversprechen unbegrenzten Einkaufsvergnügens glänzen. Doch welche Sackerln und Tüten sind die richtigen, wenn es um Quantität und Fassungsvermögen der eigenen Konsumscheisse geht? Welche sind blickdicht, um den Neid der anderen Konsum-PartisanInnen nicht unnötig zu wecken? Welche sind reissfest, um nach getaner Arbeit, leeren Geldbeuteln, leeren Blasen, leerem Kopf und voller Verzweiflung die kostbaren Schätze auch unversehrt unter den hochsommerlich geschmückten Weihnachtsbaum legen zu können oder dem unter November-Depressionen leidenden Osterhasen in die kalten Pfoten zu drücken?
“Freie Zeit“, der verbraucherfreundliche Blog für transparentes Einkaufsvergnügen und blickdichten Konsumentenschutz, hat nun 732 verschiedene Einkaufssackerln
hinsichtlich ihrer Eignung getestet. Denn was viele Menschen nicht wissen (aber deswegen haben Sie ja Paul Bögle): Konsumscheisse ist wesentlich gefährlicher als Hundekacke! Und nur wer die richtige Wahl bei den Einkaufstaschen trifft, kann sich vor solch gefährlichen Krankheiten wie Missgunst, Neid, Gier und natürlich Kopfverletzungen durch herabfallende Konsumscheisse schützen. Konsumterror ist überall! Und deshalb dürfen wir nicht wegschauen, sondern müssen handeln. Die “Stiftung Wahrer Test” empfiehlt aus diesem Grund und nach eingehenden Testreihen zwei Einkaufssackerln (Einkaufstüten), welche sich als qualitativ hochwertig herausgestellt haben und die Ansprüche unbegrenzten Einkaufsvergnügens auf lange Sicht garantieren können, ohne jedoch die Sicherheitsaspekte zu vernachlässigen.
Platz 1 unter den “Nimm ein Sackerl für mein Gackerl” Testkandidaten geht mit sehr guten 98 von 122 möglichen Punkten an den blauen Riesen unter den Einkaufssackerln. In Sachen Kapazität lässt er die Konkurrenz um Längen hinter sich und auch beim Tragekomfort und optischem Outfit macht die Transportmöglichkeit den besten Eindruck. Leichte Abzüge gibt es allerdings beim sogenannten “Breathing” oder kurz B-Note. Das Sackerl verspricht zwar laut Hersteller atmungsaktives Einkaufen bis zum Umfallen, doch Tester Paul Bögle musste nach 28 Stunden und 44 Minuten Dauer-Einkaufsrausch den blauen Sack “Big Waste for Best Taste” für einige Sekunden vom Kopf nehmen, um Atem zu holen.
Dieses Problem umgeht der Zweitplazierte “High Shopping Without Risks“. Riesige Ansaugstutzen zu beiden Seiten verhindern, dass Luftholen beim Shopping zu einer ernsthaften Gesundheitsgefahr wird. Selbst nach Tagen war die Luftzirkulation noch so intakt, dass zwei in der Konsumkacke eingegrabene Kreditkarten keinerlei Schäden aufwiesen. In dieser Kategorie stellt sich die Nummer 2 als absolute Nummer 1 heraus. Allerdings wird bemängelt, dass in puncto räumliches Sehvermögen erhebliche Risiken bestehen. Im Zuge der Testreihe lief Paul Bögle sagenhafte 94 Mal gegen Einkaufsregale und Schaufenster. Hier muss der Hersteller dringend nachbessern. Außen- und vor allem Rückspiegel könnten dieses Problem allerdings kostengünstig lösen, um ernsthafte Gesundheitsschäden zu verhindern.
Fazit: Von den 732 getesteten Einkaufssackerln können die ersten 650 bedenkenlos den VerbraucherInnen empfohlen werden. Je nack Vorliebe und Gschmack wird sich die eine oder der andere eben entscheiden müssen, ob Tragekomfort oder Erstickungsgefahr eine grössere Rolle spielen. Von den Einkaufssackerln auf den hinteren Plätzen muss jedoch dringend abgeraten werden, da in den meisten Fällen weder die notwendige Rundumsicht vorhanden war noch ausreichendes Sauerstoffvolumen für mehr als 18 Stunden Shoppen gegeben waren.


