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5.5.2011

Chamäleon bekommt neuen LED Farbwechsler

Abgelegt unter: Zeit-Geschichten — Paul Boegle @ 02:57

LED Farbwechsler der neuesten Generation verpflanzt

In einer spektakulären 17-stündigen Operation, von denen neun Stunden durch Gelder des “Zoologischen Instituts für Saurier, Chamäleons und Hexapoden (ZISCH)” finanziert wurden, gelang es nun einem Ärzteteam, einem elf Jahre alten Chamäleon eine 12-Kanal-Lichtorgel bei offenem Lauflicht einzupflanzen. Das Chamäleon, welches sich aufgrund der verminderten Lichtleistung vor seinen Fressfeinden weder verstecken konnte noch wegen der fehlenden Tarnmöglichkeit Futter fand, wurde von Safari-TeilnehmerInnen in den südöstlichen Kalkalpen unweit des Gipfelkreuzes des Halbwilden Kaisers gefunden. Das halbverhungerte männliche Tier war bereits so geschwächt, dass es sich ohne Probleme mithife eines 24-Volt-Netzteiles vom Wildhüter Hedley Mattingly einfangen ließ. Obwohl noch die Warnblinkanlage des Chamäleons eingeschaltet war, konnte es mühelos auf dem Dach einer Berghütte entdeckt werden.

Untersuchungen ergaben dabei, dass die Lichtaustrittsöffnung vollkommen verstopft war und aufgrund dessen die Farbfilterfolien vollkommen versagten. Wie District Officer Mattingly mitteilte, “war das Chamäleon bereits kurz vor dem Exodus, weil es kaum noch Licht gekriegt hat. Die Lichtröhre war schon völlig zu.” Nur durch das beherzte Eingreifen des erfahrenen Rangers gelang es, dass das Tier wenigstens wieder einigermaßen Lichtholen konnte, bevor es in die örtliche Tierklinik geflogen wurde.       

Wie jetzt Dr. Marsh Tracy von der Wameru-Tierstation gegenüber “Freie Zeit“, dem Blog für Tarnbomber und Stummelschwänze, erklärte, sei der Patient in künstlichenChamäleon wurde neuer LED Farbwechsler eingepflanzt. Tiefschlaf versetzt worden, um das Kontrollmodul des Farbwechslers im Ruhezustand ausgiebig zu testen. Erst wenn diese Tests abgeschlossen seien, werde das Chamäleon langsam in den Wachzustand versetzt. “Wenn alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, kann “Fritz the Cat”, wie wir den kleinen farblosen Racker getauft haben, schon nächste Woche wieder in seinen natürlichen Lebensraum in den Kalkalpen zurückkehren. Aber wir wollen selbstverständlich sichergehen, dass die eingepflanzten Thermoschalter zu 100 Prozent funktionieren. Besonders der Farbwechsel von Lilablassblau zu Schweinchenrosa bereitet uns im Moment noch Sorgen. Aber ich denke, dass wir das in den nächsten Tagen auf die Reihe und Serie kriegen.”

Tracy, welcher bereits durch eine neuartige Laseroperation die Fehlstellung eines schielenden Löwen namens Clarence beheben konnte, sieht in der Operation des Farbwechslers auch Anwendungsmöglichkeiten beim Menschen. “Wenn wir dem Chamäleon erfolgreich zu seiner Tarnung verhelfen können, sollte es meiner Meinung in ein paar Jahren auch möglich sein, die Farbenblindheit beim Menschen erfolgreich zu regulieren. Ich denke dabei an die Entwicklung von Miniatur-Verkehrsampeln, welche wir hinter der Iris einsetzen und die dann die Rot-Grün-Blindheit regeln. Und vielleicht können wir sogar dafür sorgen, dass sich Fussgängerampeln mit dem Gehirn gleichschalten lassen. D.h., wenn jemand rot sieht, wird man gezwungen, entweder seinen Nachbarn umzubringen oder stehen zu bleiben. Und wenn jemand ganz grün im Gesicht wird, heißt es entweder Kotzen oder einfach die Strasse überqueren.”

Das Verkehrsministerium will die Forschungen von Dr. Tracy jetzt ebenfalls mit Steuergeldern subventionieren. “Freie Zeit“, der Blog für Fehleinschätzungen und Kurzsichtigkeiten, findet: Eine kluge und vor allem sehr weitsichtige Entscheidung.   

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