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15.4.2011

Ironman Hawaii: Wegen Eisenmangel disqualifiziert

Abgelegt unter: Zeit-GenossInnen — Paul Boegle @ 01:39

Amtierender Champion hat beim Hawaii Triathlon zuwenig Eisen

Was schon seit längerer Zeit hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wurde und über die Grenzen Hawaiis hinaus bis zum Himmel stank, hat sich nun leider bestätigt. Der Dreifachsieger und letztjährige Gewinner des wohl härtesten Triathlon-Wettbewerbes, Sir Edmund Hillbilly VII. aus der Kleinstadt Harley, Bezirk Davidson im Bundesstaat Wisconsin, war gedopt. Sowohl die A- als auch die B- und sogar die C-Dur-Probe lieferten nun die unumstößlichen Fakten. “Eddi, The Swimming Eagle“, wie er von seinen zahlreichen Fans genannt wird, hatte nicht die vorgeschriebenen 17 amerikanischen Pfund Mehrgewicht während des Ironman Hawaii angelegt und wurde deshalb aufgrund dieses Vergehens von der Internationalen Aufsichtsbehörde für Alteisen (IAA) lebenslang gesperrt. Der Profisport ist um einen Eklat reicher und um einen Profisportler ärmer.

Obwohl die Statuten vorschreiben, dass Männer mit einem Lebendgewicht von über 200 Pfund und Frauen mit einem Nettogewicht von unter 202 Pfund zum Ausgleich des Gewichtes einen Eisengürtel während der gesamten Distanz tragen müssen, hatte “Eddi, The Cycling Billy Goat“, wie der Mehrfachsieger von seinen Anhängern ehrfurchtsvoll genannt wird, heimlich das Eisen gegen Styropor ausgetauscht. Doch dieser Betrug wurde nun ”Eddi, The Running Bunny“, wie er von seiner treuen Fangemeinde nur genannt wird, zum Verhängnis.

Die Regeln schreiben klar vor, dass “ein(e) AthletIn, welche sich wegen unlauteren Eisenmangels einen klaren Vorteil verschafft, zu disqualifizieren ist. Stellt sich imIronman Hawaii: Vorjahressieger wegen Eisenmangel disqualifiziert. Nachhinein heraus, dass während des Wettbewerbs ein selbst zu verantwortender Eisenmangel vorlag, ist die Person von sämtlichen laufenden Bewerben auszuschließen und die Siegprämien und Alteisen-Medaillen an die nachfolgend Plazierten zu vergeben.” Das nebenstehende Bild zeigt einen vorschriftsmäßig und regelkonformen Ironman. Hier ist allerdings schon die neue Disziplin Gusseisen-Man zu sehen, welche wohl auf kurz oder lang den völlig antiquierten Ironman-Wettbewerb ablösen wird.

Obwohl “Eddi, The Flat Iron“, wie er wegen seines heissen Atems gerne bezeichnet wird, durch seine Anwälte Gewichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil eingelegt hat, dürfte dies an der Sperre auf Lebenszeit nichts ändern. In einem Präzedenzfall aus dem Jahre 1994 hatte sich die damalige Klägerin auf einen unerklärlichen Eisenverlust durch Magnetismus berufen. Die HöchstrichterInnen hatten ihr jedoch nachweisen können, dass dort aufgestellte Kompassnadeln überhaupt keinen Magnetismus gemessen hätten und immer nur nach Norden zeigten.

Freie Zeit“, der Anabolika-Blog für Urinproben und Stuhlgang, stuft deshalb die Chancen für “Eddi, The Drug Duck“, wie er liebevoll wegen seiner voluminösen Muskeln genannt wird, als sehr gering ein. Es bleibt daher abzuwarten, ob sich die mit dem Fall betraute Anti-Gusseisen-Behörde dem früheren Urteil anschließen wird oder ob möglicherweise sportpolitische Gründe zur Begnadigung führen. Als Argument hierfür wird genannt, dass der Eisenmangel sowieso eine vollkommen überalterte Erscheinung ist und Iromwomen und Ironmen zukünftig ohne die belastenden Gürtel starten sollten.

Bernie Eccleeisen, der mächtige Präsident der Vereinigung, sieht den Streit deshalb als willkommenen Gelegenheit, die belastenden Beweise in der Versenkung verschwinden zu lassen und stattdessen lieber ein bis zwei Dutzend Haifische hinter den SchwimmerInnen hin- und vor allem herzuschicken, um das Alteisen vom Siegereisen zu trennen. “Iron Wrinkles Bernie“, wie er wegen seiner straffen Falten spöttisch genannt wird, argumentiert damit, dass die Eisenzeit schon lange vorbei sei und die Hethiter und Kelten sowieso keine Siegchancen hätten.        

      

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