Pferdeäpfel machen schlank
Stiftung Wahrer Test (04/11): Prädikat “Wertvoll“
Die Stiftung Wahrer Test hat in ihrer aktuellen Ausgabe 16 verschiedene Pferdeäpfel getestet. Und das Ergebnis ist wesentlich besser als vielleicht viele VerbraucherInnen erwartet hätten. Im Gesamtschnitt stand ein 1,4 unter dem Strich, einer geradezu sensationelle Wertung. Die PrüferInnen sehen damit ihre Bemühungen und gleichzeitig die Forderung nach sortenreinen Pferdeäpfel bestätigt.
Zwölf Pferdeäpfel bekamen die Note “Sehr gut“, zwei immerhin noch ein “Gut” und nur ein Pferdeapfel fiel nach Meinung der KonsumforscherInnen völlig aus dem Rahmen. Die Marke “Hoch zu Ross” aus dem Hause Chiwawa konnte weder im Geschmack überzeugen noch fanden die TesterInnen die auf der Verpackung angepriesenen wertvollen Spurenelemente und Vitamine. Eine Laboruntersuchung ergab sogar, dass der Pferdeapfel mehr als 4 mg Pferd und 734 mg Reiter enthielt. Wenn man bedenkt, dass nach EU-Norm höchstens 1,4 mg Pferd und maximal 57 mg Reiter enthalten sein dürfen, grenzt dies schon an Konsumentenbetrug. Der Verbraucherschutz wurde aber bereits von den Prüfungsergebnissen informiert und hat entsprechende Maßnahmen in die Wege und Trabrennbahnen geleitet.
Testsieger wurde aber mit beachtlichen 94 von 100 möglichen Punkten der Pferdeapfel “Delicious Lippizaner” der K&K Hofzuckermisterei Wien, welche schon seit mehr als 400 Jahren die österreichisch-ungarische Monarchie beliefert hat und heutzutage immer noch zur Zufriedenheit aller das Parlament mit der köstlichen und natürlich nur luftgetrockneten Spezialität eindeckt. Und das brachte ein verdientes “Wertvoll“. “Freie Zeit“, der anrüchige Blog für Trabrennbahnen und Pferdewetten, bat dabei den Testesser Paul Bögle zu Tisch.
Und der Vielfraß hat seine Sache ausgezeichnet gemacht. Wobei angemerkt werden muss, dass der im Moment arbeitslose Schauspieler vielen LeserInnen sicherlich durch seine Statistenrolle in “Das noch grössere Fressen” sowie neben Donald Sutherland in “Die Körperfresser haben Hunger” in guter Erinnerung ist.
Getestet wurde dabei die nicht nur geschmackliche Komponente der Pferdeäpfel, sondern ebenfalls berücksichtigt wurden mögliche Geschmacksverstärker bzw. Konservierungsstoffe, eventuelle Mahlrückstände und Spurenelemente von Ross und Reiter sowie der verbotene Zusatz von Schweinefleisch.
Die Stiftung kommt in Übereinstimmung mit Paul Bögle zu dem Schluss, dass 15 der getesteten Pferdeäpfel die Unbedenklichkeitsprüfung mit Bravour bestanden haben. Allerdings sollten Sie bei einer längeren Einnahme zur Linderung der immer noch grassierenden Maul- und Clownseuche immer Ihren Arzt, Apotheker und nicht zuletzt den Buchmacher Ihres Vertrauens und natürlich den EU-Politiker Ihres Mißtrauens konsultieren. Man kann ja nie wissen.

