Freie Zeit, freie Meinung, freie Gedanken

20.3.2011

Ernst Strasser: Kernreaktor “Made in Austria”

Abgelegt unter: Zeit ist Geld — Paul Boegle @ 13:06

Nimmersatter EU-Parlamentarier Ernst Strasser?

Ernst Strasser: Bestechungsvorwürfe gegen den EU-Parlamentarier. Ich bin ein Lobbyist.Bildquelle: Christian Wind für Falter 

Vorab eines: Das mit dem Kernreaktor in der Überschrift ist natürlich nicht wörtlich zu verstehen. Aber Ernst Strasser hat in der Vergangenheit immer einen solch strahlenden Eindruck auf mich gemacht. Besonders dann, wenn er über seine Firmen sprach. Und deshalb zolle ich ihm mit diesem metaphorischen Vergleich den gebührenden Respekt. Aber jetzt zum Thema “Änderungsantrag eines EU-Gesetzes gegen Bares” und seinem Sager “Of course I am a lobbyist“.

Selbstverständlich gilt für Herrn Ernst Strasser die Unschuldsvermutung. Wie auch für all jene, welche im Verlauf dieses Artikels genannt werden. Fällt mir zwar schwer, aber muss eben so sein. Also Unschuldsvermutung, was auch sonst, schließlich handelt es sich um eine ausgemachte politische Kampagne gegen den EU-Parlamentarier Ernst Strasser. Zumindest verkündet er dies lauthals. Und doch tritt er nun aus lauter parteipolitischer Liebe zur ÖVP zurück. Das ist altruistisches Verhalten vom Feinsten und im Falle des Herrn Strasser natürlich vom Schwärzesten. Schließlich ist er nicht bei den Blauen, Roten, Grünen, sondern eben bei den Schwarzen. So muss sich ein Politiker der Öffentlichkeit präsentieren. (Standard: Ernst Strasser tritt zurück).

Wird Herr Strasser doch tatsächlich der Bestechung bezichtigt. Von der britischen ”Sunday Times“.  Eine (oder mehrere?) Videoaufzeichnungen soll es sogar über die Bestechungsversuche gegen den Herrn Strasser geben. Ein Lobbyist sei er, der ehemalige österreichische Innenminister. Gerade er, welcher sich zu Anfang seiner Innenminister-Laufbahn den Donnerstags-DemonstrantInnen gegenüber so loyal zeigte. Und der sich dann gegenüber den Polizeibeamten weiterhin loyal zeigte, als der Asylwerber Seibane Wague bei einem Polizeieinsatz im Juli 2003 ums Leben kam.

Der Ernst hat es nicht leicht in Zeiten wie diesen. Am 11.02.2011 denunzierte ihn das Nachrichtenmagazin “Profil” und warf ihm vor, 100 000 Euro vom Lobbyisten Peter Hochegger genommen zu haben (Ernst Strasser kassierte 100.000 Euro Beraterhonorar von Peter Hochegger). Sie wissen schon, jener Peter Hochegger, welche zusammen mit dem Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger in der Buwog-Affäre ein paar Millionen Euro unversteuert am Finanzapparat vorbeibringen wollte (Schwarz-Blau: Regiert, geschmiert, kassiert, Teil 2).

Sie wissen schon, jener Walter Meischberger, der ehemals beste Freund vom ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der wiederum in den Schlagzeilen steht, weil er am Telefon vom Meischberger zu hören bekam: “Da bin ich jetzt supernackt.” (Falter: “I hob mitkassiert, oder?“). Sie wissen schon, jener Karl-Heinz Grasser, der ehemals gute Freund von Julius Meinl V., der seinerseits wegen dubioser Zertifikatsrückkäufe im Zusammenhang mit der Meinl European Land so furchtbar medial verunstaltet wurde (Neue Gerichtsakten belasten Karl-Heinz Grasser in den Affären Buwog und Hypo).

Wir leben in einer gar schlechten Welt. Da kommen zwei Reporter dahergelaufen, fragen ganz höflich bei Ernst Strasser an, ob dieser möglicherweise bereit wäre, gegen ein kleines Salär von 100 000 Euro zum Lobbyisten zu werden und dieser wittert den korrupten Braten natürlich kilometerweit. Und weil eben Scheingeschäfte Scheingeschäfte sind, sagt Herr Strasser zum Schein zu. Natürlich in weiser Voraussicht, die Affäre publik zu machen. Und aus diesem wohl mehr als verständlichen Grund hat er die Leute “angefüttert“, wie er selbst so trefflich von sich gibt. Seit dem 07. Juli 2010 schon wusste er um diese schändlichen Machenschaften. Und aus diesem nachvollziehbaren Grund sei er mit den Mittelsmännern in Kontakt geblieben. Um sie ausforschen zu können, war sein perfide genialer Plan.

Ein Lobbyist ist ein Lobbyist. Und ein solcher hat einen speziellen Riecher. Wir müssen also sehr vorsichtig sein.” erklärte Ernst Strasser seinen Gesprächspartnern. Denn nur als Mitglied des Europäischen Parlamentes UND Lobbyist in einer Person öffnet Türen und Tore, von denen NormalbürgerInnen nicht einmal etwas wissen (dürfen). Und weil solche Türen eben ziemlich gute Schösser haben, braucht es dafür schon 100 000 Euro, um diese wie geschmiert zu öffnen. Fünf dieser Türen habe der Herr Strasser in seiner Funktion als europäischer Kerkermeister schon geöffnet, berichtete er weiterhin mit stolz geschwellter Brust. Kann natürlich auch sein, dass ich dieses Schwellen nun im Eifer nur unterschwellig so deute.

Und Anfang März hat dann der parlamentarische Schlossermeister und EU-Hobbyangler die Hintermänner endlich an der Angel gehabt, sagt er. Zur österreichischen Staatspolizei wollte er im März schnurstracks laufen, rennen, fahren oder fliegen. Anzeige erstatten gegen solch schändliches Verhalten. Doch leider sei er aus terminlichen Gründen nicht dazu gekommen. Kann passieren, schließlich sind auch noch wichtigere Dinge auf EU-Ebene zu erledigen. Und schriftlich wollte er die Einbringung nicht machen. Eh klar, schließlich unterhält sich der ehemalige Innenminister und damit oberste Chef der Polizei nur höchstpersönlich mit dem obersten Chef der Staatspolizei. Und wenn der gerade keine Zeit hat, muss die ganze Causa eben warten. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Und wegen solcher Lappalien nimmt Herr Strasser jetzt seinen EU-Hut. Unverständlich, was solche Schmutzkampagnen gegen ehrenwerte EU-PolitikerInnen alles anrichten können. Da muss ich mich schon fragen, ob Journalisten wirklich für ihren Job geeignet sind. Man kann auch ganz unverfänglich über das Wetter berichten. Gerade bei dem Londoner Sauwetter gäbe es eigentlich immer etwas zu schreiben. Aber nein, diese hinterlistigen Reporter wühlen stattdessen genüsslich im Dreck und suchen sprichwörtlich die Sau in eben demselben.

Bei ihren achtmonatigen Recherchen fanden die “Sunday Times“-Journalisten übrigens noch zwei weitere EU-Abgeordnete, den ehemaligen rumänischen Außenminister Adrian Severin und den ehemaligen slowenischen Außenminister Zoran Thaler, welche scheinbar den “richtigen Riecher hatten“, um im jovialen Umgangston von Herrn Strasser zu bleiben. Gerade, während ich diese Zeilen schreibe, höre ich im Radio einen Werbespot: “Europa rückt zusammen” oder so etwas in der Tonart. Dann passt doch alles bestens ins Bild. Auch ohne Unschuldsvermutung.                

Kate und William: Hochzeit geplatzt

Abgelegt unter: Zeit-GenossInnen — Paul Boegle @ 09:48

Königliche Hochzeit von Kate und William abgesagt

Schock für England. Die seit langer Zeit geplante Hochzeit zwischen Kate Middleton und Prinz William muss jetzt wegen Terminschwierigkeiten endgültig abgesagt werden. Weil am 29. April 2011 in der Westminster Abby ein anderes Paar heiratet, steht die altehrwürdige Kathedrale an diesem Tag den beiden nicht zur Verfügung. Wie das englische Massenblatt “The Fun” schreibt, soll es sich um zwei bürgerliche Personen handeln, welche ihr blaues Blut nur einer Bluttransfusion zu verdanken haben. Wie die Zeitung weiter schreibt, hat sich ein in akademischen Schwierigkeiten oder besser gesagt Turbulenzen befindlicher Freiherr von und zu Guttenberg bereit erklärt, im Austausch gegen einen Doktortitel vier Liter seiner Blaublütigkeit zu tauschen. Der zur Ader Gelassene und die Neo-Blaublütigen haben den Deal dabei im Einvernehmen mit dem Bischof von Canterbury in dessen Wochenend-Domizil in Lambeth Palace unter Dach und Fach gebracht. Auf zwei Rheumamatratzen im Gästezimmer des Oberhauptes der anglikanischen Kirche, welche schon dem heiligen Augustinus von Canterbury im 6. Jhd. als Nachtlager dienten, floss dabei reichlich blauer Saft.

Bei den beiden Adels-Querulanten soll es sich nach bisher unbestätigten Meldungen um einen Graf Wolfram von Glüh handeln, welcher nach Recherchen des angesehenen Blattes “The Daily Terror” die Bürgerliche Iridium Helene Birne ehelichen will. Obwohl Graf Wolfram von Glüh, von seinen besten FreundInnen nur Wolfi der Erleuchtete genannt, selbst ein direkter Nachfahre von Ludwig Fred von Feuerbach zu Feuerstein ist, bahnt sich ein königlicher Skandal an.        

Königin Elizabeth II., von Willi und Katie nur liebevoll Grandma Lizzi the Secondary genannt, sprach nun vor lauter Enttäuschung sogar davon, den Thron ab sofort zur freien Entnahme zur freien Verfügung zu stellen. Ihr Zorn war sogar so gross, dass die Monarchin Zepter und Krone mit UPS nach Schottland schickte und dem dortigen auf der Lauer liegenden ungekrönten König Heinrich XXXVIII., einem aus der direkten Blutslinie von Heinrich VIII. stammenden Nachfahren, die Thronfolge anbot. Allerdings unter der Bedingung, dass eben jener Heinrich in spe die englische Staatsbürgerschaft annimmt, um eventuelle Streitigkeiten um den Thron mit Prinz Charles, dem Segelohr von Gottes Gnaden, im Vorhinein zu unterbinden.

Die englische Geheimagentin Miss Marple vom MI 5 mit der englischen Krone von Königin Elizabeth II.Erst auf Intervention des britischen Geheimdienstes MI5, welcher das Paket wegen eines neuerlichen Streiks der englischen Postbediensteten auf dem Bahnhof von Paddington um 16:50 Uhr durch die hoch dekorierte Geheimagentin Jane Marple wieder in den Hoheitsbereich des Hauses Windsor brachte, konnte eine Eskalation der ohnehin schon angespannten Situation vermieden werden. Auf dem linken Bild sehen wir Miss Marple, welche bereits seit mehreren Jahrzehnten in Diensten des britischen Empire steht, bei der Sicherstellung von königlichem Zepter und dazugehöriger Krone.

Paul Bögle, High-Society und Low-Tide Reporter von “Freie Zeit“, dem Blog für potentielle Potentatinnen und potente Stammesführer, sieht nur eine Möglichkeit, um die derzeitige Pattstellung zu entschärfen: “Willi sollte zusammen mit Katie Lizzy nehmen und wieder auf den Thron setzen. Und Charlie sollte sich mit Heini bei einer ordentlichen Portion Fish and Chips über mögliche Ausweitungen der Herrschaftsansprüche des britischen Empire unterhalten. Vielleicht könnten die Windsors den Tudors ja die Falkland-Inseln abtreten und dort könnte man einen Thron aufstellen.”

Jetzt hat sich aber eine gewisse Camilla Parker Bowles Mountbatten Windsor zu Wort gemeldet. Unbestätigten Meldungen des Boulevardblattes “Königsmord heute aktuell“ zufolge soll es sich dabei um eine Dreiachtel-Schwester besagter Jane Marple handeln, aber der Wahrheitsgehalt dieser Vermutung wurde noch nicht überprüft. Und “Mounti-Milla”, wie die Dame liebevoll genannt wird, pocht darauf, dass der Weg zum Thron nur über Charlie führe.

Wolfram von Glüh und Iridium geborene Birne haben sich übrigens unter Ausschluss der Öffentlichkeit und fast unbemerkt in der Dorfkapelle von Wells in Somerset das Ja-Wort gegeben. Die bei RoyalIstinnen beliebte Zeitung “The Daily Terror“ will sogar schon ein kleines Bäuchlein bei der Braut entdeckt haben. Sollte sich da vielleicht schon eine kleine Glüh-Birne unter dem Brautkleid verstecken?

Das wäre allerdings ein Mega-Skandal, wenn dieser dahergelaufene Neo-Adlige seinen Glühfaden schon vor der Hochzeitsnacht in die Birnenfassung der Angetrauten geschraubt hätte.                

läuft stressfrei mit WordPress ( WordPress.de )