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13.3.2011

John Galliano:

Abgelegt unter: Zeit-GenossInnen — Paul Boegle @ 11:21

Braun gebrannter Chef-Designer von Dior

Passend zu meinem letzten Artikel “Dickdarm leidet unter Bulimie“, allerdings mit höchst explizitem Bezug zum folgenden Inhalt, nicht wertfrei und vor allem mit hinteren Gedanken, sozusagen anal gedacht. Da saß also Herr Galliano, seines Zeichens nun ehemaliger hoch dekorierter Modedesigner in Diensten von Dior, in einer Cocktail-Bar oder wie auch immer und sinnierte über die “guten alten Zeiten“. Und weil nach Dafürhalten von Herrn Galliano die “guten alten Zeiten” scheinbar so schön waren, Herr Galliano ist doch schon im reifen Alter eines 50-jährigen ist, liebt er neben schönen Fetzen, magersüchtigen Models und alkoholgeschwängerten Cocktails auch einen Herrn namens Hitler. Nun ja, die Moewelt ist eine eigene. Und die Gedanken des ehrenwerten Herrn Galliano dementsprechend noch viel eigener.  

John Galliano: I love Hitler.Aber es gibt endlich gute Nachrichten von der Galliano-Front. Nachdem nun Dior keine Verwendung für den braunen Zaren hat, hat sich nun sein Anwalt Stephane Zerbib schützend vor seinen antisemitischen Klienten gestellt: “Ich habe keine Erklärung für die Vorfälle. Es könnte jedem von uns passieren. Jeder von uns könnte in einer Bar nach ein paar Drinks zu viel mit jemandem in Streit geraten. Es war die Mischung aus Alkohol und Medikamenten - man ist in diesem Stadium sehr verletzlich. Galliano ist weder ein Rassist noch Juden-Feind.” (siehe Galliano gibt Alkohol die Schuld)

Vielleicht sollte sich John Galliano ein neues Outfit zulegen, in seinen Kreisen sicherlich keine grosse Sache. Und anstatt sich weiterhin der profanen Modewelt hinzugeben, hätten sicherlich einige ZeitgenossInnen Verwendung für den braun Gebrannten. Politisch gesehen natürlich. Aber ich bin mir sicher, in wenigen Wochen ist sowieso schon alles wieder vergessen. Und dann wird Galliano wie Phoenix aus der braunen Asche auferstehen. Und seine neuen Kollektionen und Kreationen werden mit Beifallstürmen bedacht werden.

Die Welt dreht sich schnell. “I love Hitler” hatten vor Jahrzehnten Millionen skandiert, meistens auf Deutsch natürlich. Wenige Schuldige wurden dafür zur Verantwortung gezogen. Und wenn jetzt das Opfer der Hetztiraden öffentlich sagt, dass er nicht glaube, dass Galliano weder rassistisch noch antisemitisch sei und das Ganze im Nachhinein als einfachen Streit bagatellisiert, dürfen wir uns nicht wundern, wenn Braun wieder zur neuen Modefarbe wird.

Übrigens spricht nun sein Anwalt davon, dass das Video möglicherweise sogar gefälscht sie (John Galliano: Nun spricht sein Anwalt). Nun ja, der Holocaust wird auch heutzutage noch von vielen geleugnet. Heute war gestern und morgen schaut die Welt schon viel besser aus.    

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