Freie Zeit, freie Meinung, freie Gedanken

28.2.2011

Menschen schreiben für Menschen: Der Wagner-Verlag

Abgelegt unter: Lese-Zeit — Paul Boegle @ 21:52

[Trigami-Review]

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen, dass Sie sich die Zeit nehmen, mich nach meinem ersten Teil (Wagner-Verlag: AutorInnen wagen der ersten Schritt) im Rahmen der Vorstellung des Wagner-Verlages wieder für einige Minuten durch die Welt der Bücher zu begleiten. Was für uns, zumindest erscheint es uns so, selbstverständlich ist, nämlich die uneingeschränkte Nutzung eines gedruckten Werkes in Form des Lesens oder des Publizierens, wird bei näherer Betrachtung selbst im aufgeklärten zweiten Jahrtausend oftmals zu einem Vabanquespiel auf Leben und Tod. Ich möchte hierbei explizit darauf verweisen, dass ich mich dabei auf jene Werke stütze, welche nicht gegen geltendes Recht, gesetzliche Bestimmungen, gesellschaftliche Konventionen oder wie auch immer geartete Normen und Restrikitionen verstossen. Denn die Geschichte hat uns gelehrt und zeigt es uns leider bis zum heutigen Tage immer und immer wieder: Bücher und die dahinterstehenden AutorInnen und Befürworter dieser Gedanken stehen immer noch auf dem Index der Politik, den Verbotslisten von Staaten und werden leider auch aufgrund ihrer “Andersartigkeit” von Gegnern diskriminiert.

Der Wagner-Verlag auf FacebookIch möchte mit Ihnen nun für einige Augenblicke in die Geschichte abtauchen und anhand einiger Beispiele verdeutlichen, aus welchen Bewegggründen diese geistige Unterdrückung der Gedankenfreiheit untrennbar mit den Menschen verbunden ist. Sollten Sie allerdings jetzt bereitsDer Wagner-Verlag bietet AutorInnen die Chance, das eigene Manuskript zu veröffentlichen. das Bedürfnis haben, Ihr verfasstes Manuskript veröffentlichen zu wollen, bin ich Ihnen keinesfalls böse. Dann darf ich mich kurzerhand von Ihnen verabschieden und darf Sie nun auf den Wagner-Verlag weiterleiten. Alle anderen bitte ich, mir zu folgen. Was aber auch zweideutig eindeutig aufgefasst werden kann, denn in Zeiten von Facebook würde sich der Wagner-Verlag genauso wie ich in der Sidebar um eine entsprechende Gefolgschaft freuen.          

3. Bücher als Sinnbild für Tod und Vernichtung

Bücher sind untrennbar mit dem dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte verbunden, welche ihren Anfang vor gerade einmal einem Menschenleben ihren Anfang nahm und doch bis in die heutige Zeit bleischwer nachhallt. Die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten im Mai 1933 schwebt immer noch als riesiges drohendes Damoklesschwert staatlicher Willkür, geistiger und menschlicher Intoleranz in seiner unmenschlichsten Form und Beginn für die bestialischsten Verbrechen, zu welchen Menschen fähig sind, über unseren Köpfen. Von den nachfolgenden Generationen oftmals verdrängt oder sogar vergessen, gleiten diese Rauchschwaden menschlicher Dekadenz und Ignoranz als ethisch-moralische Fanale fast schon unbeachtet und tief schlummernd über unsere Häupter hinweg. Doch diese Bücherexekutionen oder Bücherhinrichtungen ziehen sich wie ein roter Faden durch viele Kulturen und Epochen unserer Weltgeschichte.

Bereits vor Beginn unserer Zeitrechnung wurde dieses Mittel der geistigen Unterdrückung erflogreich und legitim im chinesischen Kaiserreich angewandt. Im ersten Konzil von Nicäa, welches der römische Kaiser Konstantin I. 325 n. Chr. einberief, wurden die Bücher des Arius verbrannt und der Besitz unter Todesstrafe gestellt, da sie nach Meinung der teilnehmenden Bischöfe herätisch waren, also im Widerspruch zur Lehrmeinung der damals allgemeingültigen Kirchenmeinung standen. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde damit die Meinung Andersdenkender nicht nur als reines Vergehen gegen die Kirche gewertet, sondern sogar als Verbrechen gegen den Staat angesehen.

Im Jahre 1242 brannten in Paris zwei volle Tage die Scheiterhaufen mit insgesamt 24 Wagenladungen voller jüdischer Schriften. Diese sogenannte “Pariser Talmudverbrennung“, welche Papst Gregor IX. initiiert hatte, war die wohl grösste Schriftenverbrennung des Mittelalters. Doch auch diese Zensur sollte für lange Zeit nicht die letzte bleiben. Auf dem “Scheiterhaufen der Eitelkeiten” verbrannten Mitte des 15. Jahrhunderts in Florenz Werke von Ovid neben dem Decamerone von Boccaccio, einer Sammlung von 100 Novellen in Prosaform, dessen Bogen sich über die gesamte damals bekannte Welt spannte und gleichzeitig ein wunderbares Sittengemälde war. Kaum war diese Glut erkaltet, erließ Karl V. das Mandat zur Verbrennung des Kirchenreformators Martin Luther. Wenige Jahrzehnte später wurden in Yucatán durch den dortigen Bischof bis auf vier erhaltene Exemplare sämtliche Götzenbilder und Bücher der Maya ein Raub der Flammen. Unwiederbringliche Schätze und Zeugnisse einer längst untergegangenen Kultur, welche nach Meinung der Kirche der Teufelsanbetung dienten.

1793 wurden auf Anordnung von Robespierre Bücher dem Feuer übergeben, welche die bis zur Revolution herrschenden Könige verherrlichten. Die Verfassung der Vereinigten Staaten ging 1854 als Dokument der Sklaverei in Flammen auf, gefolgt von der Vernichtung einmaliger Dokumente des Mittelalters zu Beginn des Ersten Weltkriegs, welche in der Katholischen Universität Löwen gelagert waren.

Doch wer nun glaubt, mit der eingangs erwähnten Bücherverbrennung der Nazis seien diese literarischen Exekutionen abgeschlossen, irrt. “Die satanischen Verse” von Salman Rushdie, ein regimekritisches Buch von Gabriel Garcia Marquez gegen den damaligen chilenischen Diktator Pinochet, Vernichtung intellektuellen Gedankenguts durch die Roten Khmer unter Pol Pot, das von serbischen Truppen im Bosnienkrieg zerstörte Orientalische Institut von Sarajevo, die immer noch andauernde öffentliche Vernichtung “anti-kommunistischer” Literatur durch die Volksrepublik China, die komplette Auslöschung einer unschätzbaren persischen Sammlung durch die Taliban sind wohl nur die bekanntesten Beispiele für Bücherverbrennungen der Moderne.

Der Vollständigkeit halber, wobei dies keine erschöpfende Aufzählung ist, sei noch die Verbrennung eines Exemplars von Dan Brown´s “Sakrileg” durch zwei italienische Politiker im Jahre 2006 erwähnt. Grund: Die Verteidigung Jesu, weil das Buch die Behaupt aufstellt, dass Maria Magdalena mit Jesus verheiratet war und die beiden sogar Kinder gezeugt haben. Abschließen möchte ich mit dem amerikanischen Prediger, zumindest bezeichnet er sich als solchen, Terry Jones. Anlässlich des Jahrestages der Terroranschläge vom 11. September kündigte er an, 200 Exemplare des Koran verbrennen zu wollen. Erst auf vielfachen internationalen Protest ließ der Fanatiker seinen Plan fallen.

Doch wollen wir diese dunklen Kapitel, welche sich fast beliebig fortsetzen ließen, nun schließen und uns der Gegenwart, einer anderen Gegenwart, zuwenden. Ihrer Zukunft, sich den eigenen Traum von der eigenen Publikation, vom selbst verfassten und mithilfe des Wagner-Verlages veröffentlichten Buches zuwenden.

4. Der Wagner-Verlag: Bücher von Menschen für Menschen

Ein Buch ist das Sprachrohr der eigenen Gedanken, Anschauungen, Gefühle und Erinnerungen. Ein Buch ist das Lebendigwerden des Erlebten und Festhalten der Vergangenheit. Ein Buch zu schreiben bedeutet Reproduzieren, Fabulieren, Aufarbeiten und Entwickeln. Doch in erster Linie sollen Bücher, ob nun gelesen oder sogar selbst verfasst, Freude bereiten. Egal, ob dabei die Lust am Entdecken im Vordergrund steht oder der Drang, sich weiterzubilden. Für die einen bedeuten Bücher Urlaubslektüre, Freizeitvergnügen und kurzweiligen Zeitvertreib, für andere wiederum stehen Bücher als Synonym für berufliches Vorwärtsstreben, Möglichkeit einer neuen beruflichen Zukunft oder ganz einfach für die Erfüllung eines Traumes. Doch all diesen Intentionen liegt eine Gemeinsamkeit zugrunde. Unveröffentlicht bleiben Bücher stumme Zeitzeugen, sprachlose Ungereimtheiten und ungehörte Satzkonstruktionen.

Ich könnte, was eigentlich meine Aufgabe wäre, Sie noch mit weit mehr Wortspielereien und weiteren verbalen Verstrickungen und Verschachtelungen von den VorzügenDer Wagner-Verlag bietet AutorInnen die Chance, das eigene Manuskript zu veröffentlichen. und Vorteilen des Wagner-Verlages zu überzeugen versuchen. Aber desto länger ich schreibe, umso weniger werden Sie die eigene Initiative ergreifen. Seien Sie spontan, nehmen Sie, im wortwörtlichen Sinn, das Heft in die eigene Hand und folgen Sie einfach sich selbst.

Der Wagner-Verlag: Bücher von Menschen für Menschen.

Weisser Hai in Wolfgangsee gesichtet

Abgelegt unter: Zeit-Geschichten — Paul Boegle @ 18:25

Weisser Hai im Wolfgangsee gesichtet.Salzkammergut in Angst und Schrecken

Das österreichische Salzkammergut rund um den Wolfgangsee befindet sich seit gestern in erhöhter Alarmbereitschaft. Wie das Blatt ”Der Seeadler“, die grösste regionale Tageszeitung im Salzkammergut, vermeldete, haben Urlauber einen Weissen Hai nur wenige Meter von der Uferpromenade von St. Gilgen entfernt gesichtet. Obwohl die Rückenflosse des grössten Räubers der Meere nur wenige Sekunden an der Oberfläche des Sees sichtbar war, waren sich die anwesenden Augenzeugen einig, dass es sich um einen “Grossen Weissen“ handelte.

Sepp Furche vom heimischen Tourismusverband wiegelt die Sache allerdings ab und beschwichtigt die verunsicherten Gäste: “Natürlich ist die ganze Angelegenheit unangenehm. Aber wir werden der Sache natürlich auf den Grund gehen. Vielleicht haben die Gäste ja gar keinen Hai gesehen, sondern es handelt sich um das ausgefahrene Teleskop von unserem U-Boot. Denn unser Heimatverein fährt jeden Mittwoch zum Hochseefischen raus. Gut möglich, dass da nur eine kleine Verwechslung vorliegt. Aber wir werden jetzt erst einmal den Strand sperren lassen und uns diesen Hai-Experten, Sie wissen schon, diesen Roy Scheider aus Amerika, einfliegen lassen. Der soll sich das Ganze einmal in Ruhe anschauen. Und dann sehen wir weiter.” 

Franziska van A., eine deutsche Urlauberin, welche seit Jahren ihren Badeurlaub auch im Winter in der österreichischen Idylle verbringt, sagte vor Angst bibbernd: “Das war sicher kein Graskarpfen. Ich kenne diese glitschigen Dinger von früher. Aber das war hundertprozentig ein Hai. Ich kann …, ich muss …, ich habe…. Ich bin jetzt vollkommen mit den Nerven runter.”

Auch Lothar M., ebenfalls aus Deutschland und eigentlich auf Flitterwochen, seiner 34. Hochzeitsreise, wie er stolz berichtete, sprach von einem Skandal: “So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich hab zwar lange in München gewohnt und einmal im Starnberger See einen Albatros gesehen, aber einen Weissen Hai?“ Obwohl der örtliche Touristenverband dem Pauschalurlauber eine Verlängerungswoche zum halben Preis anbot, reiste Lothar M. zornentbrannt nach Amerikanisch-Samoa ab, wo er, wie er glaubhaft versicherte, gerne gesehen sei (dazu siehe: “Fussball-WM 2014 in Brasilien abgesagt“). In diesem Zusammenhang bittet “Freie Zeit“, der Blog für Wiederholungstäter und Pauschalangebote, den eilfertigen Gast, seine derzeitige Braut abzuholen, welche er in St. Gilgen vergessen hat.

Richard L., der weltbekannte österreichische Opernball-Ruinenbaumeister und anerkannter Experte für An-AlphabetInnen und Anal-PhabetInnen, nahm die ganze Sache allerdings mit dem ihm eigenen hintergründigen Humor. Obwohl der gern gesehene Gast erst wenige Minuten zuvor selbst noch im Wolfgangsee baden ging, eine seiner seit langer Zeit schon hervorstechendsten Merkmale, erwiderte er auf die Frage, ob er keine Angst hatte: “Schaun´s, woans so lange Joahre mit an Mausi unter aan Dach zsammgwoanht hoan wia i, dann kennst ka Oangst vuur goar nix. Do is soa a Fisch a Lerchl dagegn. Woi, woan sie aaner mit da Viecher auskennt, dann i.” Und zum Beweis sprang der umtriebige Mausi-Katzi-Hasi-Dompteur gleich noch einmal in den stillen See.

Vom Weissen Hai fehlt allerdings seither jede Spur.              

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