Wagner-Verlag: AutorInnen wagen den ersten Schritt
[Trigami-Review]
1. Einleitung
Es ist sicherlich schwierig, heutzutage noch Menschen dazu zu bewegen, sich mit Literatur auseinanderzusetzen. Die Allmacht der virtuellen Welt Internet bestimmt das Leben des Homo sapiens. Kein anderes Medium hat bisher so einschneidend und vor allem so schnell und nachhaltig in unser Leben eingegriffen, von unserem Leben Besitz ergriffen, wie das weltweite Web. Wir bedienen uns elektronischer und digitalisierter Institutionen namens Facebook und Google, ohne jedoch zu registrieren und in zweiter Instanz zu realisieren, dass diese bit- und bytegeschwängerten Sanktuarien heutiger Hochtechnologie in umgekehrter Richtung uns unmerklich knebeln, fesseln und digital umklammern. Ich verdamme nicht das Internet und seine Ausprägungen, Erscheinungsformen und die damit einhergehenden Entwicklungen für unser Leben, denn ich bin, als Beispiel sei hier mein Blog “Freie Zeit” angeführt, selbst ein kleiner Baustein, welcher als selbst geschaffener Avatar durch die Tiefen und Untiefen dieser Parallelwelt geistert. Sehr ausführlich dazu habe ich mich in einer selbst verfassten siebenteiligen Artikelserie, beginnend mit “1. Teil: Das Internet - wahr, gelogen oder wahrgelogen? “ und endend mit “7. Teil: Das Gerücht bei Vergil“, beschäftigt.
Wir twittern, zwitschern, posten. Wir kommentieren und laden persönliche Bilder hoch, um die Nachwelt von unserem Dasein zu unterrichten. Wir schreiben Beiträge, treten auf Plattformen in Interaktion mit anderen, uns meist unbekannten Personen und Persönlichkeiten. Wir geben Informationen weiter und unterrichten andere von Veranstaltungen und Events. Wir “liken” und “unliken“, drücken wahllos “Gefällt” und “Recommended“, verschicken Smileys und bekommen Spam. Alles in Schrift, Bild und Ton. Unsere Kommunikation und Interpretation der Sprache hat sich hin zu einer vollkommen neuen Ausdrucksweise weiterentwickelt. Doch ungeachtet dessen findet hinter diesen beliebig verschiebbaren Kulissen Interaktion immer noch mithilfe des Alphabetes statt. Unter beliebig verschiebbaren Kulissen, um diesen Absatz zu beenden, sei hier die Möglichkeit der UserInnen gemeint, sich bei Bedarf aus den verschiedenen Plattformen abzumelden und sozusagen den eigenen Vorhang der Persönlichkeitssphäre herunterzulassen, um sich quasi auf Knopfdruck zu verabschieden.
Ich habe nun im Rahmen eines Trigami-Reviews die Möglichkeit erhalten, natürlich gegen ein entsprechendes Salär, das möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen, Sie von den Vorzügen des Wagner-Verlages zu überzeugen. Doch ich möchte Sie weder zu Büchern bekehren noch ist es meine Intention, Ihr Interesse für das eigene Schreiben zwanghaft und zwangsläufig zu entdecken. Um sein Gegenüber von etwas überzeugen zu wollen, bedarf es wohl am allermeisten einer fundierten Überzeugungsarbeit. Sollten Sie also kein Interesse für schriftstellerische Betätigung haben, sollte Ihnen die Lust fehlen, sich selbst anhand eines schriftstellerischen Werkes verwirklichen zu wollen, lesen Sie bitte nicht weiter. Es wäre für Sie wahrscheinlich nur eine Qual, denn ich möchte mit diesen Beiträgen dezidiert Menschen ansprechen, welche auf der Suche nach Chancen und Möglichkeiten sind, sich selbst einer großen Gemeinschaft Gleichgesinnter zu offenbaren. Doch wer bereits ist, diesen “Offenbarungseid” zu leisten, seine eigenen Gedanken und Ideen in Form eines geschriebenen Werkes zwangszuvollstrecken, seine geistigen Vermögensverhältnisse publik zu machen, möge sich mit mir auf eine kleine literarische Spurensuche begeben.
Ich sehe, Sie lesen weiter. Dann heiße ich Sie herzlich willkommen, nicht ohne eines noch voranzustellen. Dieser Beitrag oder besser gesagt diese beiden Beiträge, denn meine Abhandlung ist mittlerweile so umfangreich geworden, dass ich sie notwendigerweise zweigeteilt veröffentliche, soll Ihnen, wie bereits mehrfach erwähnt, verdeutlichen, dass es Menschen ohne Weiteres möglich ist, sich mithilfe eines Verlages wie dem Wagner-Verlag den Traum des eigenen Buches zu erfüllen. Einzige Prämisse dafür ist die Liebe zu jenen 26 Buchstaben, welcher sich AutorInnen bedienen und welche die Welt des Schreibens bestimmen.
Lassen Sie mich zum Abschluss meiner Einleitung noch eines sagen. Meine Aufgabe respektive Pflicherfüllung bestand darin, Ihnen in etwa 300 Worten die Vorzüge des
Wagner-Verlages näherzubringen. Dass daraus nun mehrere tausend Wörter geworden sind, bitte ich zu entschuldigen. Doch ich hoffe, dass ich Sie gerade durch dieses Zurschaustellen meiner eigenen Freude am Schreiben, welche ich zugegebenermaßen mittlerweile oftmals sehr exibitionistisch auslebe, glaubwürdig von der mir aufgetragenen “Mission” überzeugen kann. Jeden Tag aufs Neue mit diesen 26 Buchstaben zu jonglieren, wieder und wieder an halsbrecherischen Satzkonstruktionen zu feilen, Schachtelsätze von geradezu ekstatischer Verworrenheit zu kreieren, bis sich die semantischen Fangzähne dieser verbalen Wortprothesen vor lauter Wollust ins eigene Fleisch verbeissen, kann nach meinem Empfinden nur glaubhaft vermittelt werden, wenn man, so wie ich es tue, zu mehr als 100 Prozent davon überzeugt ist.
Und, um nun wirklich und endgültig die Einleitung ad acta zu legen, sei Ihnen noch eines mitgegeben. Ich werde in den nächsten beiden Kapiteln, wobei sich der dritte Punkt im zweiten Teil Menschen schreiben für Menschen: Der Wagner-Verlag wiederfindet, nur sehr wenig über den Wagner-Verlag erzählen geschweige denn näher auf die gebotenen Möglichkeiten eingehen. Denn um Sie an meiner eigenen Begeisterung teilhaben zu lassen und möglicherweise von Ihrer eigenen Liebe zum Schreiben zu überzeugen oder diese latente Eigenschaft einfach nur zu fördern, welche bereits seit langer Zeit tief in Ihrem Inneren schlummert, ließ ich meiner Freude einfach wieder einmal freien Lauf. Lassen Sie sich also nun in die Welt des geschriebenen Wortes entführen. Wer allerdings die Befürchtung hat, dass, und dies kann ich bestätigen, sich meine Wortspielereien zu einer ausgewachsenen Wortschöpfungsgeschichte ausdehnen, sollte möglicherweise jetzt die Möglichkeit nutzen und gleich auf das Logo klicken. Denn danach gibt es kein Zurück mehr.
Ich hatte zu Beginn meines Artikels Facebook als Sanktuarium unserer heutigen virtuellen Welt genannt. Manche werden mich nun der Widersprüchlichkeit bezichtigen, wenn ich Ihnen kenntlich mache, dass der Wagner-Verlag auch auf Facebook zu finden ist. Und um das Maß nun voll zu machen und das digitale Fass zum Überlaufen zu bringen, mache ich gleich noch Werbung in eigener Sache: Wie Sie in der rechten Sidebar sehen können, bin auch ich auf Facebook zu finden. Der Wagner-Verlag und letztendlich auch ich würden uns deshalb freuen, wenn Sie uns dort vielleicht einmal einen Kurzbesuch abstatten.
2. Bücher: Semiotische und syntaktische Bilder oder doch mehr?
Was wäre die Menschheit ohne die Erfindung der Schrift? Eine Kette mündlicher Überlieferungen, welche im Laufe der Jahrtausende von einer Generation zur nächsten weitergegeben worden wäre, ohne ihrer wirklich habhaft zu werden. Gesprochene Gedanken, sprachliche Wortspielereien, verbale Lautmalereien, bruchstückhafte Floskeln, welche die mündliche Wieder- und Weitergabe überlebt haben. Einzig und alleine festgehalten durch das gehörte Wort, welches nach eigenem Gutdünken und freier Interpretation von alt zu jung übertragen worden wäre. Unwiederbringlich verlorene Kulturschätze, niemals festgehaltene Kulturgüter, im Sekundentakt der Zeit untergegangene Ideologien, Theorien, Lösungsansätze oder Erkenntnisse. Wahrheitsfindung, Hochstapeleien, Lippenbekenntnisse, Gedichte, Lügengeschichten und vieles mehr, aber immer verwoben zu einem dichten Teppich aus Vokalen und Konsonanten. Ohne das geschriebene Wort bestünde der Mensch aus inhaltsreichen Phantasien, aber dem Fehlen der dafür notwendigen Ausdrucksmöglichkeiten, welche für die Nachwelt festgehalten werden können.
Bücher bedeuten das Einfrieren der Gedanken, Festhalten und Festzurren einzigartiger Momentaufnahmen. Ein Buch ist meines Erachtens eine dauerhafte Verbindung zweier verschiedener Systeme. Auf der einen Seite stehen die AutorInnen als sogenannte KommunikatorInnen oder eben auch Sender, welche die eigenen Gedanken und
Ideen verfassen. Und als Antipode dazu die EmpfängerInnen oder RezipientInnen, welche in ihrer Funktion als ZuhörerInnen und LeserInnen diesen medialen Kommunikationsprozess in Gang bringen. Aber lassen wir diese wissenschaftliche Betrachtungsweise schleunigst beiseite, denn ich sehe, dass einige meiner LeserInnen bereits mit dem Gedanken spielen, auf den nebenstehenden Button zu klicken. Doch so schnell kommen Sie mir nicht davon.
Aristoteles und Platon wären heutzutage längst vergessene Geister einer in den Tiefen der Geschichte verlorenen und nicht zu
reproduzierenden Vergangenheit. Schattenhafte stumme Gestalten. Tonlose Nebelschwaden. Verloschene Gedankenexperimente. Der Klang und das Gewicht ihrer Stimmen
schon lange hinter der hohlen Hand der Vergängnis verklungen. “Es war einmal”-Artefakte hellenistischer Genialität. ”Es war einmal …”, jener klassische Eingangssatz so vieler Märchen, wäre eine nie zu Ende gedachte Floskel ohne Chance auf Wiederholbarkeit geblieben. Eine sich drehende Schallplatte auf dem Plattenteller der Gebrüder Grimm und einer Astrid Lindgren, deren Happy-End in der Endlosschleife der Ungeschriebenheit langsam dämmernd bis zum heutigen Tage auf Auferstehung wartet. Oder etwas metaphorischer gesagt: Der Gedanke, das Wort ist jener sagenhafte Froschkönig, welcher aber erst durch die Niederschrift zum Prinzen und damit zum Leben erweckt wird. Und um nun dem Ganzen die Krone der Hyperbel aufzusetzen: Erst wen die Muse wirklich küsst, wird sich bewusst werden, dass im eigenen Froschteich der Gedankenwelt mehr als nur ein Prinz darauf wartet, aus den Tiefen des Ungeschriebenen unversehens in der Welt des geschriebenen Wortes aufzutauchen. Ich hoffe dementsprechend inständig, dass Ihnen die beiden Bilder verdeutlichen, worauf ich hinaus möchte.
Wobei ich anmerke darf, dass ich selbst auf dem rechten Bild zu sehen bin, während sich mein ewig vor sich hin schlummerndes Alter Ego noch im Zustand des Gedachten befindet, aber immer sorgsam darauf bedacht und heimtückisch darauf lauernd, endlich aus dem Traum meiner phantastischen Allegorien in die schreckliche Wirklichkeit jenseits meiner Großhirnrinde katapultiert zu werden.
Die Bibel, jenes Buch der Bücher, der Koran oder die Veden begründeten die Weltreligionen Christentum, Islam und Hinduismus. Marx und Engels manifestierten mit ihren zu Papier gebrachten Gedanken und ideologischen Ansätzen eine vorherrschende politische Weltanschauung bis in unsere heutige Zeit. Was wäre die italienische Literatur ohne Dante Alighieri und seine “Göttliche Komödie“, was die deutsche Sprache ohne die Sturm und Drang Zeit und “Die Leiden des jungen Werthers“ eines Goethe. Wer könnte sich jetzt noch, nach vier Jahrhunderten, an Shakespeare erinnern? Odysseus würde bis in alle Ewigkeit seine Irrfahrt nicht beenden können, hätte Homer sein Meisterwerk nicht zu Papier bringen können. Friedrich Mergel alias Johannes Niemand hätte bis zum heutigen Tag nicht “Die Judenbuche” für seinen Freitod gewählt und sich dort aufgehängt und die Novelle von Annette von Droste-Hülshoff wäre möglicherweise durch mündliche Überlieferung bis zur Unkenntlichkeit verfälscht worden bzw. wäre im undurchdringlichen Dickicht unserer Zeit bis zur Unkenntlichkeit verdorrt und vermodert.
Ohne dieses Festhalten des gesprochenen und gedachten Wortes in Form von Büchern wären eben diese gedanklichen Experimente, geschichtlichen Ereignisse, theoretischen Konstrukte oder gesellschaftlichen Tatbestände genauso flüchtig wie die berühmten Iden des März, welche Cäsar zum Verhängnis wurden. Ein Momentum, dessen wir ohne Bücher nicht habhaft werden könnten. Kalendarische Ereignisse, nur für einen kurzen Moment für die Anwesenden sichtbar und für die dabei Handelnden und Agierenden für einen kurzen Augenblick spürbar, bevor sie für immer im Strudel nachfolgender Ereignisse verschwinden.
Meine lieben LeserInnen, dies soll es für den Anfang gewesen sein. Ich hoffe, dass ich Sie mit meinen nun zu Ende gehenden Tiraden möglicherweise auf den Geschmack bringen konnte, sich selbst und die in Ihnen schlummernde Liebe zum Schreiben zu entdecken, wiederzuentdecken oder ganz einfach nur die Angst zu nehmen, das schon lange geplante Vorhaben in die Tat umzusetzen. Aber ich komme wieder. Im zweiten Teil mit dem Titel “Menschen schreiben für Menschen: Der Wagner-Verlag“. Und bis es soweit ist, können Sie schon einmal selbst in Ruhe den ersten Schritt wagen.
Der Wagner-Verlag wartet auf Ihr erstes Manuskript.

