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11.12.2010

OeBB machen mobil

Abgelegt unter: Zeit ist Geld — Paul Boegle @ 23:15

Railjet: Ein Bistro made in Austria

Ich darf Ihnen unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitteilen, dass ich bereits viermal in Frankreich weilte. Einmal in Nordfrankreich nahe Lille, zweimal in Paris und ebenfalls einmal in Nizza. Und jedes Mal habe ich, um mich dem Norden, dem Süden oder dem Zentrum der ehemaligen Heim- und Heimsuchungsstätte des französischen Sonnenkönigs und anderer Erlauchtheiten zu nähern, den Luftweg gewählt.

Zufälligerweise habe ich sogar noch bildliche Beweise meiner Reisen. Zumindest solche, welche meine Besuche im Zentrum und im Süden des zentralistischen und demokratischen Einheitsstaates dokumentieren.

Paris: Nachts sind alle Eiffeltürme blau. Die rote Mühle von Paris: Moulin Rouge

Bilder Paul Bögle

Hätte ich allerdings damals gewusst, was ich jetzt weiß, hätte ich anders gehandelt. Ich hätte mich mitsamt der allerbesten Ehefrau dieser Welt nämlich vor die Schienen geworfen, auf die Schienen gelegt, zwischen die Schienen geschmissen. Natürlich patriotischerweise nur zwischen, auf und vor die Schienen der Österreichischen Bundesbahnen. Und bevor ich dieses getan hätte, zusammen mit der allerbesten Ehefrau der Welt natürlich, hätte ich flugs die Fahrpläne der ÖBB studiert. Denn wenn schon von den österreichischen Bundesbahnen überrolt, dann wenigstens stilvoll mit dem Railjet. Denn diese technische Errungenschaft der schnurgeraden freien Fahrt abseits der Verkehrsstaus zwischen Wien und Vorarlberg besitzt etwas, was nicht jeder hat: Ein Bistro.

Bistro a la OeBB.Ja, da rinnt Ihnen jetzt der Geifer zwischen den Mundwinkeln herunter und der Speichel sammelt sich literweise zwischen Gaumen und Zunge, wenn Sie an frische Croissants und gemütliches Beisammensein bei einem Häferl Kaffee denken. Und vor dem Bistrofenster zieht Österreichs Landschaft an Ihnen vorüber. Was sage ich, die Landen defilieren förmlich. Das sieht dann übrigens folgendermaßen aus:

Bildquelle: MarktforschungNizza: Morbider Charme der Vergangenheit.

Na, da staunt die Reisende und freut sich der Passagier. Wenn Sie also das nächste Mal Lust auf einen Bistro-Besuch verspüren, wissen Sie, was zu tun ist. Einfach eine Fahrkarte kaufen, Platz nehmen und ÖBB genießen, bis das Kipferl kracht. Wenn meine Frau sagt, dass Autofahren nicht das Schlechteste ist, kann ich jetzt als Verteidiger der öffentlichen Verkehrsmittel mit Jahreskarte nicht einmal widersprechen. In Frankreich sehen die Bistros übrigens so aus.

Bild Paul Bögle

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