Österreich-Haus neu eröffnet
Österreichische Städteplanung nach PISA 2010
Unbearbeitete Bildquelle: taz-Zeichenblog
Die österreichischen BildungsarchitektInnen unter dem ehrenwerten Vorsitz der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, Claudia Schmied, haben nun mit der Grundsteinlegung des neuen Österreich-Hauses begonnen. Flankiert von der österreichischen Wissenschaftsministerin Beatrix Karl bedauerten die beiden Politikerinnen, dass sich anlässlich der Festrede kein(e) SchülerIn gefunden hätte, “die wo was die Rede von das Blatt ablesen hätten können sollen.”
Während die Unterrichtsministerin bereits eifrig mit den Zündkabeln hantierte, welche sie fachfräuisch an die Autobatterie des Dienstautos ihrer Kollegin anschloss, streichelte Ministerin Karl liebevoll einem türkischen Migranten mit der linken Hand übers Haupthaar, während sie zärtlich die kleine Hand einer österreichischen Studentin mit ihrer rechten Hand drückte. “Ihr seid ja
sowieso meine Besten. Und wer braucht denn heutzutage heute noch Bücher, wenn es Facebook gibt. Und außerdem benötigt Wien immer gute TaxifahrerInnen, welche sich mit Navigationssystemen auskennen. Lesen ist heutzutage wirklich keine Anforderung für eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bei mir steht ihr später sicher nicht auf der Strasse, denn ihr sitzt ja schließlich im warmen Taxi. Richtig lesen müssen in Österreich nur unsere Weinbauern. Fragt den Häupl, der kennt sich da aus.”
Bildquelle: Häupl lud zur Weinlese
Bedeutungsvolles Nicken und beifälliges Murmeln unterstrichen die Worte der Ministerin, während sich eine ältere Frau zwischen den Reihen hindurchdrängte und leise “Der neue Falter ist da. Kauft´s den neuen Falter.” flüsterte, aber sofort durch ein zischendes “Pssst!” unterbrochen wurde. Ein erleichtertes und anerkennendes “Danke” lockerte das plötzliche unangenehme Schweigen wieder auf, bevor die Wissenschaftsministerin fortfuhr: “Ich habe …”
Ein Zwischenruf der Unterrichtsministerin unterbrach plötzlich die launige Ministerin. “Du, Beatrix! Erst Plus oder erst Minus? Du weisst schon, an der Autobatterie. Als Wissenschaftsministerin brauche ich jetzt Deinen fachfräuischen Rat.” “Claudia, beim Abklemmen erst Minus weg, damit unterbrichst Du den Stromkreis. Und dann Plus. Und wenn Du die Kabeln wieder anschließt, erst Plus und dann Minus. Zumindest hat mir das mein Chauffeur so gesagt. Und der muss es wissen.”
Die anwesenden Festgäste blickten gespannt auf Claudia Schmied, wie diese die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung des neuen Österreich-Hauses traf. Und dann, unter ohrenbetäubendem Lärm, stand er plötzlich da, der strahlende Tempel der österreichischen Bildung.
Liebe LeserInnen, dieses Bild lässt sich leider nicht vergrössern. Aus welchen Gründen auch immer. Aber Österreichs Bildung ist trotzdem spitze.
Nachdem die verschiedenen Ministerien noch über die richtige Schreibweise von “Laudatio” bei einem Gläschen Sekt fachsimpelten, wobei zwischen “Lauhdazio” und “Laudattzio” unschlüssig hin und wieder her und vor und zurück und links und rechts und nach oben und unten und überhaupt und sowieso debattiert wurde, einigte man sich letztendlich auf “Is eigentlich eh wurscht!”
Danach stiegen Frau Karl und Frau Schmied gemeinsam in das Dienstauto der Letztgenannten ein, da aus unerfindlichen Gründen die Autobatterie der Erstgenannten ihren Dienst versagte.

Quelle: WIEN-konkret: Die Luxus-Dienstautos der österreichischen Bundesregierung


