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13.10.2010

Der ORF sucht den Super-Spar-Star

Abgelegt unter: Zeit ist Geld — Paul Boegle @ 01:18


Eine Alpenrepublik auf Spurensuche

Handfeste Argumente in der ORF-Debatte oder Kasperltheater?Die derzeitige Krise deutschsprachiger Fernsehunterhaltung macht nun auch vor dem ORF nicht halt. Der vorläufige Tiefpunkt der Talfahrt dürfte nach Meinung von Experten jetzt allerdings erreicht sein. Beim Länderspiel Österreich gegen wahrscheinlich eine andere Mannschaft (ich hab das Spiel nicht gesehen) ergab die Analyse, dass gerade einmal zwei Zuschauer vor der Flimmerkiste saßen. Als nach dem Schlusspfiff der österreichische Bundestrainer Didi Constantini vor der Kamera von einem Skandal sprach und wutentbrannt in den Leihwagen stieg, wussten spätestens die beiden letzten ZuschauerInnen, es soll sich dabei nach unbestätigten Meldungen um das Ehepaar Gabriele und Paul Bögle aus Wien handeln, dass die Verantwortlichen handeln müssen.

Unter den beiden renommierten ORF-Experten Kasperl und Pezi setzte sich prompt am vergangenen Sonntag eine Expertenrunde zusammen, um einen möglichen Notfallplan auszuarbeiten. Nach teilweise heftigen Kontroversen einigten sich die Beteiligten schließlich darauf, Zeichen zu setzen. Nach telefonischer Rücksprache mit dem österreichischen Fussballbund wurde über die sofortige Einstellung sämtlicher Länderspiele beraten. Der ÖFB erwies sich allerdings als zäher Gegner und immer wieder wurde betont, hinter und neben und natürlich in erster Linie über Didi Constantini zu stehen. Allerdings schienen die Funktionäre nicht abgeneigt gegen den Vorschlag, erklärten aber vorsichtshalber, erst einmal mit Didi Constantini Rücksprache halten zu müssen, um sich dann aber wieder umgehend zu melden.

Zufrieden über diesen ersten Erfolg wagte sich die Expertenrunde an weit heiklere Missionen heran. Ein Telefonat, welches dem atemlosen Publikum live übetragen wurde, es soll sich dabei um das Wiener Ehepaar Gabriele und Paul B. handeln, brachte es an den Tag: “Hier spricht der telefonische Anrufbeantworter von Kardinal Schönborn. Ich bin im Moment im Namen des Herrn unterwegs. Bitte hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer und den Grund Ihres Anliegens. Ich predige zurück!”

Die Argumentation ist reissfest.Die Frustration war den Diskussionsteilnehmern daraufhin förmlich ins Gesicht geschrieben. Umgehend wurde die für das Jahr 2011 geplante Ostermesse samt “Urbi et orbi” ersatzlos aus dem Programmkalender gestrichen. Ein öffentlich verlesenes Fax an das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche mit dem Wortlaut “Urbi Wien grüsst Orbi und den letzten Rest. Stop. Österreich braucht 2011 keinen Heiligen Vater mehr. Stop. Wir haben eigentlich selber genug, allen voran unseren Heiligen Hans (Krankl), den Schutzpatron von Cordoba. Stop. Danke Felix Austria! Stop.” sorgte zwar für anfängliche Bedenken, wurden aber dank der Argumentationskette des Programmverantwortlichen schnell zerstreut. Die Antwort des Vatikan kam postwendend: “Exkommunikation von Felix beschlossene Sache. Halleluja. Bitte um Daten, wo Felix seinen Wohnsitz hat. Halleluja. Wir können dem ORF ein Sonderangebot unterbreiten. Halleluja. Ihr strahlt die Ostermesse 2011 aus und wir nehmen dafür den Schönborn. Halleluja. Halleluja. Halleluja.”

Das Studiotelefon läutete. “Hier Constantini. Was gibt´s?” “Wer bitte?” “Constantini. Didi Constantini. Was gibt´s?” “Was soll´s geben? Wie war Ihr Name?” “Constantini. Didi Constantini. Was gibt´s?” “Nun ja, Herr Constantini Didi Constantini Was gibt´s. Hat sich schon erledigt. Danke für Ihren Rückruf!” “Könnten Sie mir bitte ein Taxi rufen. Mein Auto wurde geklaut.” Tüttüttüt.Die neue ORF-Intendantin: Schwein gehabt!

Wer war das?” “Irgendein Herr Constantini Didi Constantini Was gibt´s. Keine Ahnung, was der wollte.” Wieder meldete sich die Aussenwelt über das Studiotelefon. “Ja, hier spricht der österreichische Fussballbund. Wir haben soeben das Auto von Herrn Constantini erwischt. Und selbstverständlich haben wir die volle Unterstützung von Herrn Constantini. Das der nicht unsere hat, braucht er allerdings nicht unbedingt zu wissen. Also geht das mit den, um was ging es noch einmal? Nun, egal, also wir sind mit Ihren Vorschlägen einverstanden. Hauptsache, wir haben den Mietwagen. Einen schönen Tag noch.” Tüttüttüt.

Die Anspannung unter den Teilnehmern ließ merklich nach. Sogar ein verhaltenes und dezentes Lachen war zu hören. Dann stand noch der dritte und wohl wichtigste Tagesordnungspunkt auf dem Pogramm. Eine zukünftige Gallionsfigur für den maroden ORF musste schnellstmöglich her. Eine ORF-Programmintendantin, welche sich vorbehaltlos mit den zukünftigen Zielen des Senders identifiziert und deren grösstes Anliegen es sein muss, dem Publikum, es soll sich hierbei um ein Ehepaar aus Wien namens Gabriele und Paul Bögle handeln, bestmögliche Unterhaltung und journalistische Gourmetküche vom Allerfeinsten zu servieren. “Es kann nur EINE geben. Für diese Mission kommt nur SIE in Frage. Wer Qualität sagt, muss zwangsläufig IHREN Namen in den Mund nehmen. Will der ORF zur Nummer 1 aufsteigen, führt kein Weg an IHR vorbei! Wir brauchen eine Hollywood-Grösse, eine Diva, eine Grande Dame des Showgeschäfts. Eine Frau, welche durch ihr Äusseres zum Image unseres Senders passt. Eine Persönlichkeit, welche ihren inneren Schweinehund zugunsten überwinden kann. Wir wollen keine Comicfigur, sondern eine Dame mit Format, eine Frau von Format. Eine Jeaninne Schiller der Fernsehunterhaltung,  

Und seither werden die Geschicke des ORF von IHR geleitet.

Bildquellen: Oberes Bild univie.ac.at, unteres Bild: Goliath Blog

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