Freie Zeit, freie Meinung, freie Gedanken

22.9.2010

Totschlagargumente - Killerphrasen zum Totlachen

Abgelegt unter: Zeit-los — Paul Boegle @ 18:30

Leere Hülle in glänzender sprachlicher Verpackung

Sie haben es sicherlich schon bemerkt: “Das alles macht doch eigentlich überhaupt keinen Sinn!”.  Noch bevor ich Ihnen nun den Unterschied zwischen einem Totschlagargument und einer Killerphrase erkäre, sage ich lieber gleich im Brustton der vollsten Überzeugung: “Das würde jetzt wirklich den Rahmen sprengen!” Und glauben Sie mir, ich weiss, von was ich rede. Denn wie Sie aus langjähriger Erfahrung wissen, gibt mir wieder einmal der Erfolg recht. Schließlich lebe ich schon immer nach der Devise: “Wo gehobelt wird, da fallen Späne!”

Und ich werde Ihnen noch etwas sagen, sozusagen im Vorbeigehen: “Glauben Sie nicht alles, was Sie über Totschlagargumente oder Killerphrasen hören oder gehört zu haben glauben, besonders nicht von anderen. Sie wissen ja: “Schwarze Schafe gibt es überall!” Wissen Sie, ich sage mir in solch einem Fall immer, dass es absolut keinen Sinn macht, mit solchen horizontal begrenzten Menschen zu diskutieren, im Gegensatz zu Ihnen natürlich. Weil, bei näherer Betrachtung, bei Ihnen bin ich mir sicher, dass Sie ein vernünftiger Mensch sind und deshalb auch wissen, dass eben jeder vernünftige Mensch das auch weiss. Bei Ihnen hatte ich gleich das Gefühl, dass Sie Äpfel mit Birnen niemals vergleichen. Und ganz ehrlich, bleiben wir doch auf dem Teppich, der gesunde Menschenverstand sagt einem sofort, dass wir das immer schon so gemacht haben. Und warum haben wir das immer schon so gemacht? Richtig, weil es sich ganz einfach bewährt hat!

Sie sehen bzw. Sie sehen es im Moment noch nicht. Aber warten Sie, wenn Sie erst einmal so alt wie ich sind, werden Sie das genauso sehen, da bin ich mir sicher. Aber natürlich habe ich auch den unschätzbaren Vorteil, dass mir der Erfolg recht gibt. Außerdem ist die Tatsache doch allgemein bekannt, da brauchen wir gar nicht drüber diskutieren und schon gar nicht streiten. Wissen Sie, wir sind diesbezüglich Gott-ist-tot Gott-sei-dank einer Meinung, denn Glauben ist, seien wir uns doch ehrlich, nur etwas für die Kirche. Natürlich können Sie darauf entgegnen: “Die Wege des Herrn sind unergründlich!”, aber bei aller Liebe gibt es doch Wichtigeres als jene ausgetretenen Pfade.

Aber lassen wir das lieber mit dieser Glaubensfrage. Wir wollen uns doch nicht die Finger verbrennen. Ich bin ganz einfach der Meinung, dass im Moment noch nicht die Zeit reif ist für solche Grundsatzfragen, wie wir Sie gegenwärtig führen. Da könnte ja jeder kommen und wollen, aber wir sind nicht zum Reden gekommen. Das läuft so nicht! Weder jetzt noch in Zukunft. Und ausserdem diskutieren wir sowieso nur um des Kaisers Bart, deshalb wird dies ja wohl niemand in Frage stellen. Manchmal habe ich das Gefühl, ich werde nicht verstanden. Aber ich sage Ihnen etwas. Mit dieser Argumentation kommen Sie bei mir nicht durch, allerhöchstens über meine Leiche. Das wäre ja noch schöner. Wo kommen wir denn da hin. Manche Leute haben wirklich Sorgen. Wirklich, Ihre Sorgen möchte ich haben.

Wie Sie sehen, habe ich bereits im Vorfeld den festen Vorsatz gefasst, jede Diskussion im Keim zu ersticken. Und was wäre dabei nützlicher als die Verwendung dieser bewährten Rezeptur mit dem martialischen Namen Totschlagargument. Killerphrasen, ein von Charles Clarke aus dem englischen “killer phrase” eingedeutschter Begriff, besitzen zwar eine ähnlich vernichtende Wirkung, zu den kleinen, aber doch sehr fein gesponnenen Unterschiede und Merkmale darf ich dabei auf die Zusammenfassung von Angelika Mruk-Badiane Grundlagen der Kommunikation (5) verweisen.

1 Kommentar »

Noch keine Kommentare.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack-URL

Einen Kommentar hinterlassen

läuft stressfrei mit WordPress ( WordPress.de )